Was mach ich nur mit diesem Blog, oder anders gefragt, wo will ich eigentlich noch hin? Als ich das letzte Mal diese schriftstellerische Schaffenskrise hatte, habe ich den vorherigen Autorenblog einfach gelöscht. Im Nachhinein fand ich die Idee nicht mehr ganz so super, weil ich doch etliche Texte eingebüßt habe, die ich gerne behalten hätte. Das wieder zu tun, ist also keine Option. Dennoch bin ich seit einiger Zeit wieder an diesem Punkt, an dem ich daran zweifle, dass mir das Schreiben von Büchern so furchtbar wichtig ist. Wenn ich bei Anderen lese, dass sie fürs Schreiben brennen, muss ich zugeben, dass das bei mir nicht so ist. Wenn ich für etwas “brenne”, dann eher fürs Fotografieren und ganz generell dafür, mich auszuprobieren und meine Erfahrungen zu teilen.

Ich hatte gerade wieder eine Einladung zu einer Lesung und habe abgelehnt. Ich fühle mich einfach nicht als “Autorin”. Es ist mir eine zu gewichtige Bezeichnung. Wenn ich Lust habe zu schreiben, dann schreibe ich. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich werde im April fünfundsechzig, Rentenalter also, wobei das schon seit einigen Jahren keine Rolle mehr für mich spielt. Aber ich muss mir und anderen nichts mehr beweisen. Das ist es, was ich gerne lernen möchte. Nur noch Dinge tun, die mir wichtig sind (und anderen nicht schaden.). Es ist doch ein Geschenk, wenn man nichts mehr “muss”, sondern stattdessen “darf”. Das gilt auch für Kontakte, beispielsweise im Internet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich zum Beispiel auf Facebook heimisch gefühlt habe. Erst habe ich mir dort “Freunde” sehr sorgfältig ausgesucht, aber plötzlich immer mehr und schneller irgendwelchen Freundschaftsanfragen zugestimmt. Inzwischen habe ich in meiner immer noch bescheidenen Freundesliste aber längst Leute, deren Namen mir eigentlich gar nichts sagen.  Ein Unding. Und ich bin in Gruppen, die ich vom Thema her interessant finde, in denen aber Leute den Ton angeben, deren Meinungen mir im Grunde gegen den Strich gehen. Das muss sich wieder ändern. Ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich meinen Facebook-Account nicht wieder lösche. Von Instagram und Pinterest etc. gar nicht zu reden. Das sind alles Zeitfresser. Und je älter ich werde, um so weniger habe ich davon. Also sollte ich meine Zeit sinnvoll nutzen.

Um auf den Blog zurückzukommen. Ich werde ihn diesmal behalten, aber einfach als “ElkeHeinze”-Blog weiterführen. An der URL muss ich ja glücklicherweise nichts verändern 👍. Fürs erste habe ich ihm mal wieder ein neues Aussehen gegeben und ihn etwas umgestrickt. Und dann wird es hier halt alles geben, was mich gerade beschäftigt und nicht so ganz in den Mainzauber-Blog passt. Es gibt so viel, was mich früher mal beschäftigt und interessiert hat, und das ich wieder aus der Versenkung holen kann. Auch weil es vielleicht für andere Menschen interessant sein könnte. Allein die vielen Themen aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung. Ich war Zahnärztin, Heilpraktikerin, Gesundheitsberaterin, Reiki-Meisterin  … Nun ist die zertifizierte Autorin hinzugekommen. Ich glaube, ich sammle Zertifikate wie andere Frauen Schuhe . Es gibt Themen ohne Ende, über die ich schreiben kann. Es müssen also nicht immer Krimis sein.

Und warum steht da oben nun “My way”? Anstoß war irgendwie das neue Weight Watchers Programm, das sich “Your way” nennt. Ich habe zum ersten Mal einen mentalen (?) Zugang auch zur WW-Online Community bekommen. Bislang konnte ich mit der Onlinepräsentation von Weight Watchers nie etwas anfangen. Das hat sich geändert, weil dort inzwischen viele Leute ganz lustige und motivierende Sachen posten, aber auch jede Menge Missmut verbreiten. In der kurzen Zeit, die ich dort jetzt dabei bin, ist mir aufgefallen, wie viele Teilnehmer nur über das neue Programm meckern und dabei erkennen lassen, dass sie sich überhaupt nicht mit gesunder Ernährung beschäftigen wollen. Da sollen nur die Kilos möglichst über Nacht verschwinden, aber bitte ohne Sport und eigentlich will ich doch einfach wie immer essen und hinterher soll meine Krankenkasse auch noch die Bauchstraffung bezahlen. Das und andere Erlebnisse unreflektierten Anspruchdenkens gaben mir in letzter Zeit einige Anstöße zum Grübeln. Und ich denke immer noch … My way? Habe ich einen? Und wenn ja, wohin soll er mich noch führen? Erstmal weg von allem, was mir nicht gut tut. Was mir gut tut, wird sich hoffentlich finden und diesen Blog füllen.

Ups, das war nun eine Menge Text. Ich mach hier erst einmal Schluss. Sicher möchte auch schon jemand wissen, wie es für mich bei Weight Watchers so läuft. Dazu kommen wir ein anderes Mal. Vorab nur so viel: Ich bin ganz zufrieden .