Gesunde Ernährung / Teil 3 – Fette

Wenden wir uns heute einmal den Fetten und Ölen zu. Auch hier geht es ähnlich wie bei den Kohlenhydraten darum, dass Fett nicht grundsätzlich gleich Fett ist. Zwar haben sämtliche Fette die gleichen Mengen an Kalorien (ca. 9 kcal), aber trotzdem unterschiedliche Wertigkeiten. Fette bauen sich aus Fettsäuren auf. Bei diesen Fettsäuren unterscheidet man gesättigte Fettsäuren, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Bis vor kurzem galt die Faustregel, dass man Nahrungsmittel bevorzugen sollte, die möglichst einfach ungesättigte oder besser noch mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Das sind vor allem viele pflanzliche Fette. Sie sollten sich im Gegensatz zu den gesättigten Fettsäuren positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Dann gelangte aber plötzlich das Kokosöl oder Kokosfett ins Zentrum der Aufmerksamkeit, und Kokosfett besteht vorwiegend aus gesättigten Fettsäuren. Was nun? Man hat wieder einmal erkannt, dass die Dinge alle nicht so ganz einfach sind. Das ist etwas, das sich in der Ernährungslehre in den letzten Jahrzehnten immer wieder bewahrheitet hat. Es gab immer wieder Theorien, die eben noch als der Weisheit letzter Schluss galten und gleich darauf wieder verworfen wurden. Zum Kokosöl gibt es nach wie vor sehr unterschiedliche Ansichten, wobei die negativen Bewertungen zum Teil auch auf Kampagnen der Soja-Öl-Industrie zurückzuführen sind. Aber dort, wo das Kokosöl seit Jahrhunderten ein Hauptbestandteil der Nahrung darstellte, gibt es oder gab es zumindest selten Herzerkrankungen und Übergewicht. Erst mit der Einführung industriell stark verarbeiteter Nahrungsmittel hat sich das geändert.

Es gibt auch noch den Begriff der essentiellen Fettsäuren. Dazu gehören die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren, die unserem Körper von außen zugeführt werden müssen. Sie gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Man findet sie vor allen Dingen in Nüssen und Samen, aber auch in fettreichen Fischsorten wie z.B. dem Lachs.

Es ist ganz interessant, sich einmal ein paar Jahrzehnte zurückzuerinnern. In den 1970er Jahren kam plötzlich in den USA die Atkins-Diät auf. Bei uns konnte sich kaum jemand vorstellen, dass diese Art der Ernährung mit sehr viel Fett und Proteinen, aber kaum Kohlenhydraten, gesund sein sollte. Heute kennt man eine ähnliche Ernährungsweise als Low Carb – Diät und sie ist weit weniger umstritten. Auch das aktuelle Weight Watchers Programm baut im Prinzip darauf auf. Vor allem die neueste Version, die sich im Augenblick „Your Way“ nennt, bewertet viele Lebensmittel mit hohem Proteingehalt und hohem Fettgehalt mit 0 Punkten. Das führt allerdings dazu, dass manche Teilnehmer sich vorwiegend von diesen sogenannten Zero-Points Lebensmitteln ernähren, also unentwegt Quark, Joghurt, Hühnchen oder fetten Lachs zu sich nehmen und auf Kohlenhydrate ganz verzichten. Die werden allenfalls als Obst verputzt, das wiederum viel Zucker enthält. Das kann ganz bestimmt nicht gut sein, wenn man sich den Kaloriengehalt von z.B. fettreichem  Fisch wie Lachs oder eben von Weintrauben etc. ansieht. Doch Weight Watchers zählt keine Kalorien. Aber genau diese Teilnehmer beschweren sich dann bitter darüber, dass sie mit dem Programm nicht abnehmen. Wen wundert es? Aber auch Dr. Atkins hat seinerzeit schon darauf hingewiesen, dass sein Programm “keine Lizenz zum Vollstopfen” sei. Es ist die Krux vieler Diäten, und das gilt eben auch für das Weight Watchers Programm, dass viele Dinge falsch verstanden werden können. Umso wichtiger ist es für Menschen mit Essstörungen, dass Sie sich sehr genau mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Das Gleiche gilt natürlich auch für Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, seien es Allergien oder bestimmte Erkrankungen, und deshalb auf ihre Ernährung achten müssen.

Links:

1) Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zeigt auf ihrer Seite allerdings auch bis heute noch das klassische Schema, das die kohlenhydratreiche Ernährung bevorzugt: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/ernaehrungskreis/ Und das ist vermutlich für den gesunden Menschen ohne Eßstörungen oder Allergien auch gar nicht verkehrt.

2) Pressemitteilung der DGE ( Deutsche Gesellschaft für Ernährung): https://www.dge.de/presse/pm/regelmaessig-fisch-auf-den-tisch/

An sich müsste man gesunde Ernährung zum Schulpflichtfach machen. Wenn man bedenkt, wie viele Erkrankungen als Folge falscher Ernährung auftreten, wie viele Medikamente gegen Bluthochdruck und / oder Diabetes (Altersdiabetes bzw. Diabetes Typ 2) verordnet und geschluckt werden, wo die richtige Ernährung und Bewegung durchaus auch helfen könnten, ist das schon eine Überlegung wert. Heute (5.4.18) fand ich in der Frankfurter Rundschau gleich mehrere Artikel zum Thema Zucker und Coca-Cola. Ich will mich hier nicht darüber auslassen, aber es wäre überaus nützlich, wenn manchen Auswüchsen der Nahrungsmittelindustrie Einhalt geboten würde.

Meine Beiträge können und wollen nur Anstöße zum Nachdenken sein und sind niemals allumfassend. Aber es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten sich zu informieren, dass man davon unbedingt Gebrauch machen sollte.

Wird fortgesetzt …