Oh, oh, ich hinke hinterher. Es ist zwar noch nicht sehr dramatisch, aber ich werde mich ein bisschen dranhalten müssen. Tatsache ist, dass ich tagsüber erst tausend Sachen erledige, bevor ich mich ans Schreiben mache. Sehr professionell ist das nicht. Aber ich kann morgens einfach nicht schreiben. Heute z.B. war perfektes Wetter, um die Fenster auf der Südseite des Wintergartens zu putzen. Und wenn ich schon mal am putzen bin … Immerhin sind das Tätigkeiten, bei denen ich in Gedanken die Geschichte weiterspinnen kann. Das andere Problem ist immer wieder das Nachbessern. Bevor ich weiterschreibe, wird der vorhandene Text gelesen, kritisch beäugt, und schon wird hier gestrichen, dort was neu geschrieben und so dauert es, bis wirklich neuer Text dazukommt. Aber es läuft – irgendwie – doch! Und ich schreibe um das grobe Gerüst herum. Ständig verändert sich etwas, kommt Neues hinzu. Wie immer weiß ich also wirklich nicht, was am Ende bei der Story herauskommt. Ich bin kein Plotter und werde auch nie einer werden. Aber ich habe in letzter Zeit wieder reichlich dazugelernt, vor allem, dass es wichtig ist Spannung aufrecht zu erhalten. Ich hoffe, es wird mir gelingen.

Bei Facebook poste ich  nun jeden Abend zwei oder drei letzte Sätze und versuche immer so aufzuhören, dass ich am nächsten Tag selbst neugierig darauf bin, wie es weitergeht.

3.11.: Winkler umarmte Bea kurz. Sie gab ihm rasch einen Kuss. Keiner von beiden bemerkte den Mann, der in der Nähe der Mainmühle stand und sie beobachtete.

4.11. Alois Wagner war anzusehen, dass ihm die Situation ganz und gar nicht gefiel, aber Winkler drängte ihn sanft, aber nachdrücklich aus dem Zimmer. Bierstädt zog einen Speicherstick aus der Jackentasche und schob ihn in einen freien USB-Port des PCs. Dann klickte er auf   ‚Bilder‘ und auf ‚Kopieren und Übertragen‘.

5.11. Bea humpelte bis zur Bolongarostraße. Dann holte sie ihr Handy aus der Tasche und rief ein Taxi. Sie hatte Glück. Ein Wagen war innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Aufseufzend ließ sie sich in den Rücksitz fallen. So ein Mist aber auch! Als das Taxi losfuhr, folgte ihm ein dunkler Audi.