Heute wird’s ein bisschen philosophisch. Hängt vermutlich damit zusammen, dass mein Leuchtturm-Bullet Journal diesmal passend zum Jahresende voll geworden ist. Es war abzusehen und so habe ich mir schon vor einigen Wochen Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen soll. Ich mag mein BuJo und ich mag meinen Leuchtturm 1917, besonders wenn er voll ist und ich darin blättern kann. Aber während des Jahres habe ich die Eintragungen immer wieder vernachlässigt und gemerkt, dass ich auf das klassische Einteilen und Vorbereiten Woche für Woche oft keine Lust hatte. Schließlich habe ich mich für den KLARHEIT-Kalender entschieden. Hier sind die Wochen vorgegeben, allerdings ohne Datum, und es gibt reichlich Rubriken, um To do’s, Gedanken, Termine etc. zu notieren. Fehlen werden mir aber Blankoseiten, um Fotos einzukleben oder ganz normal Tagebuch zu schreiben. Ich bin gespannt, ob und wie ich damit zurecht kommen werde. Dem Kalenderteil vorangestellt sind Seiten, die der Selbstreflektion gewidmet sind. Finde ich nicht verkehrt. Man kann im Lauf des Jahres immer mal wieder darauf zurückgreifen.

Der Jahreszeit entsprechend, in der man gerne mal zur Selbstreflektion neigt, bin ich auch wieder auf den Brauch der Rauhnächte gestoßen bzw. überhaupt auf altes Brauchtum, Paganismus, Naturreligionen etc. Spiritualität hat in meinem Leben keinen großen Stellenwert. Mit der Kirche habe ich, obwohl noch evangelisch erzogen, nichts am Hut. Meine stärkste Zuwendung zum Spirituellen erfuhr ich seltsamerweise während meiner Berufstätigkeit als Zahnärztin. Es gab damals eine lange Phase, in der ich mich nicht nur mit alternativen Heilweisen, sondern auch mit Esoterik im weitesten Sinn beschäftigt habe. Irgendwann ging das wieder verloren. Das Warum ist mir klar, es hier zu erklären, würde zu weit führen. Aber ich stelle immer wieder fest, dass ich durchaus auf der Suche bin; dass mir etwas fehlt. Rationalität ist eben nicht alles. Das Numinose, Göttliche, Unerklärbare besitzt Anziehungskraft. Das klingt nun gerade in Verbindung mit dem Klarheit-Kalender merkwürdig. Ist es für mich aber nicht.

Ich werde die sogenannten Rau(h)nächte zwischen Weihnachten und dem Neuen Jahr nutzen, um wieder mit den Dingen in Verbindung zu treten, die mich früher einmal interessiert haben. Vielleicht führt das auch zu einer Neuausrichtung dessen, was ich in Zukunft schreiben werde. Den letzten Bea Baumann Krimi habe ich so gut wie abgeschlossen. Und ich weiß, dass danach etwas anderes kommen muss.

Rauhnächte

Für viele Menschen beginnen die zwölf Rauhnächte mit der Nacht auf den 25. Dezember und enden am 6. Januar. Diese magische Zeit ist voller Legenden, Märchen und Mythen. Manche machen den Beginn auch an der Thomasnacht zum 22. Dezember fest. Wer sich den Rauhnächten widmet, begleitet diese Zeit meist mit Ritualen. Typisch ist das Räuchern mit Kräutern. Es dient der Reinigung, soll böse Geister vertreiben und positive Energien ins Haus holen. Jeder der zwölf Tage ist einem Monat des neuen Jahres gewidmet. Entstanden sind die ‘nicht existierenden Tage’ durch den Übergang vom alten Mondkalender mit 354 Tagen auf den Kalender, der sich an der Sonne ausrichtet (365 Tage).

  1. Rauhnacht (24.12. – 25.12.) Steht für den Monat Januar (was möchtest du im neuen Jahr erreichen?) und für deine Wurzeln. Beschäftige dich mit deiner Familie, mit der Natur, mit allem, was deine Basis darstellt.
  2. Rauhnacht (25.12. – 26.12.) Februar; beschäftige dich mit deinem Selbst, meditiere, suche nach innerer Führung, nach Klarheit. Was hilft dir, deine Kraft zu stärken?
  3. Rauhnacht (26.12. – 27.12.) März; beschäftigt sich mit dem, was dich gestärkt und mit dem, was dir Kraft geraubt hat. Beschäftige dich mit der Herzenergie, sei dankbar.
  4. Rauhnacht (27.12. – 28.12.) April; steht für die Auflösung aller schlechten Dinge, Angewohnheiten etc. die du loswerden willst. Du kannst sie auf einen Zettel schreiben und symbolisch verbrennen.
  5. Rauhnacht (28.12. – 29.12.) Mai; sag JA zu dir selbst, denke darüber nach, wo und warum du dich selbst blockiert hast. Überlege, was du ändern kannst, notiere es
  6. Rauhnacht (29.12. – 30.12.) Juni; setze die Reinigung fort, verabschiede dich, vergib, räume auf.

In den nächsten sechs Tagen bereitet man sich auf das Neue, Positive vor. Das kann für jeden etwas anderes sein. Ich will das hier nicht weiter ausführen. Wer sich dafür interessiert, findet Anleitungen in Büchern und im Internet. Aber ich glaube, man kann schon an der Beschreibung der ersten sechs Tage erkennen, dass sich Mystisch-Mythologisches durchaus mit Klarheit verträgt.

Wenn ihr wollt, schreibt mir mal, ob ihr Rituale zum Jahreswechsel kennt und begeht.

(Das Beitragsfoto ist eine Bearbeitung von zwei Unsplashfotos, der Eiskristall stammt von Aaron Burden https://unsplash.com/@aaronburden, die Kerzenflammen von Gaelle Marcel https://unsplash.com/@gaellemm  Vielen Dank dafür. Werbung durch Namensnennung (Leuchtturm, Klarheit) ohne finanzielle Beteiligung.)

Nachtrag: Ich bin überrascht, wie schnell ich mich mit dem Klarheitkalender angefreundet habe. Auch den kann man ‘bearbeiten’ und er harmoniert perfekt mit anderen Ideen, wie dem ‘Weg der Medizin Frau’ (Tarotkarten und Buch). Es ist doch reichlich Platz vorhanden, um ihn zu individualisieren 😉  Doodeln kam mir plötzlich in den Sinn und natürlich auch mal wieder Handlettering.