Manchmal landet bei mir ein Buch nach dem anderen nach wenigen Seiten wieder im virtuellen Kindlepapierkorb, weil ich sie entweder langweilig oder grottenschlecht finde. Im Moment habe ich etwas mehr Glück. Im Forum von Montségur habe ich zwei Empfehlungen entdeckt, die mich neugierig gemacht haben. Die eine war ein schwedischer Autor, Thomas Kanger, dem man aber leider anmerkt, dass er es eher gewohnt ist journalistisch zu schreiben, denn als Romanautor unterhaltsam. Das Buch “Die Toten im Wald” ist sicher wahnsinnig gut recherchiert, es beruht auf einem tatsächlichen Fall, bei dem es sich um Asylanten und die schwedische Flüchtlingspolitik dreht, aber ich habe mich durchgekämpft und fand es am Ende zwar berührend aber als Krimi oder Thriller mehr als langatmig. Ich erwähne es trotzdem, die Geschmäcker sind ja verschieden. Aber erwartet bitte keinen Thriller im Stil von Stieg Larsson.

(Achtung: Affiliatelink zu Amazon)

Ganz anders Buch Nr. 2:  Tana French “Grabesgrün“, ein eher eigenartiger Krimi, der in Irland spielt, und den ich kaum aus der Hand legen konnte. Sehr schwierig bei einem Roman von immerhin fast 700 Seiten. Aber ich mag ja Wälzer. Grabesgrün wurde in Ich-Form geschrieben und begeistert mich vor allem durch die Erzählweise. Hier geht es nicht einfach nur um die Aufdeckung eines Verbrechens. Die Atmosphäre des Dorfes, die Kindheitserinnerungen, das Verhältnis der ermittelnden Kommissare zueinander – ich hatte das Gefühl mittendrin zu stehen und alles mitzuerleben. Für mich ist das Unterhaltungsliteratur “at its best”. Offenbar sehen das nicht alle Leser so. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, möge sich bei Amazon gerne mal die ganz unterschiedlichen Bewertungen ansehen. Die ausführlichsten 5-Sterne Rezensionen geben sehr schön wieder, was auch ich empfunden habe: intelligent, raffiniert, unterhaltsam.

und weil ich mich selbst dafür so begeistert habe, habe ich mir gerade den zweiten Band der Reihe “Totengleich” auch noch auf den Kindle geladen. Das sind zwar keine 2,99 € E-Books – sie kosten stolze 9,99€ – aber in meinen Augen sind sie das wert. Kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich mir fürs gleiche Geld nicht das Taschenbuch bestellen soll, aber nein, Kindle ist einfach praktischer. Ich lese inzwischen sogar gerne mit der App auf dem Tablet und hin und wieder auch mal auf dem Smartphone.

Auch mit dem eigenen Krimi geht es endlich weiter. Ausgerechnet die Sommergrippe der letzten Tage hat mich wieder in den Schreibfluss gebracht. Dem Tablet sei Dank. An den Schreibtisch hätte ich mich nicht setzen wollen, aber sobald der Kopf einigermaßen frei war, habe ich es geschafft –  im Sessel halb liegend, halb sitzend –  wieder zu schreiben. Verrückt aber wahr.