Bullet Journal zum Jahresende

Bullet Journal zum Jahresende

Bald haben wir November, und wenn ich an mein Bullet Journal denke, überkommt mich schon fast ein schlechtes Gewissen. Im letzten Quartal ist dort nicht viel passiert. Erst mit dem Oktober habe ich mir mal wieder ein bisschen mehr Mühe gegeben, es regelmäßig zu führen, vor allem, weil ich gemerkt habe, dass es mir schon wichtig ist, bestimmte Sachen einfach durchgängig zu dokumentieren. Seltsamerweise gehört das Wetter dazu. Das heißt, so seltsam ist das auch nicht, weil ich meine Bea Baumann Romane fast in Echtzeit spielen lasse. Da ist ganz wichtig zu wissen, ob das Frühjahr nass war oder wunderschön. Ich kann mich oft sehr schnell nicht mehr erinnern, aber meine Leser möglicherweise schon. Peinlich, wenn es dann komplett verkehrt wäre. Aber auch meine Laune dokumentiere ich ganz gerne, da ich ja leider kein durchgängig gut gelaunter Mensch bin. Das Glas ist bei mir leider öfter mal halbleer als halbvoll 🙁 Wenn ich jetzt auf meiner Seite „Mein Jahr in Pixeln“ schon sehen kann, dass mein Jahr bisher fast durchgängig „ganz okay“ aber fast nie „so richtig gut“ war, dann gibt mir das doch zu denken. Immerhin war es auch kaum mal „totale Katastrophe“. Ziemlich auf der Strecke geblieben sind die Selbstoptimierungstracker. Einfach weil ich das sowieso nicht hinbekomme. Gute Vorsätze sind das eine, sowas konsequent durchzuhalten, das andere. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass ich viel mehr für Fitness und Gesundheit tun müsste, aber so richtig klappt das eben nicht (schreibt Eine, die gerade die ersten Zimtsterne nascht.).


Mein aktuelles Layout für die letzten Tage im Oktober ist also ziemlich abgespeckt. Mehr brauche ich im Moment nicht. Vielleicht wird das mit den langen, dunklen Tagen wieder anders, aber der NaNoWriMo dürfte mir auch nicht allzu viel Zeit lassen. Immerhin habe ich heute schon mal angefangen, den November vorzubereiten. Als erstes ist mir aufgefallen, dass die Herbstfarben, die ich im Moment wähle, so gar nicht zum pinkfarbenen Leuchtturm passen, noch nicht mal zum Lesebändchen. Das ist auch pink *lol*. Aber das Notizbuch ist noch lange nicht voll. Das nächste ist dann goldfarben, das passt immer.


Gestern habe ich mir mal wieder ein Video von Michaela „Between the Steps“ angeguckt. Sie hat ja immer tolle Ideen und Layouts, die ausgesprochen inspirierend sind. Werde mir ihre einzelnen Ideen zum November auch nochmal auf ihrer Webseite anschauen. Aber Michaela ist schon ein heftiger Selbstoptimierungstyp. Da kann man sich zwar Anregungen holen, mehr aber auch nicht.

An Tagen wie heute – das Wetter ist gräßlich – komme ich immerhin dazu, mich mit ganz verschiedenen Dingen zu beschäftigen. So ein fauler Sonntag, den man drinnen verbringt, ist gut zum Lesen, zum Schreiben, zum Nachdenken, zum Vor- und Nachbereiten und auch einfach zum Vergammeln.

 

NaNoWriMo & Der Zoll

NaNoWriMo & Der Zoll

Inzwischen bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das mit mir und dem NaNoWriMo wirklich etwas wird. Ich beschäftige mich tatsächlich jetzt jeden Tag damit und merke erneut, dass mir das Plotten nicht liegt. Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können, erkläre ich es mal so, wie ich es verstehe: Der Plot einer Geschichte oder eines Romans ist grob gesagt der Handlungsablauf. Man weiß also genau, worüber man schreiben will, bevor man den ersten Buchstaben anschlägt. Und das weiß man deshalb so genau, weil man die Idee bereits von Anfang bis Ende durchdacht hat. Wer anständig plottet, kennt das Ende seiner Geschichte, bevor er den Anfang geschrieben hat. Bei mir hat das bisher noch nie funktioniert. Ich bin eher der „Drauflos-Schreiber“, frei nach dem Motto „Gucken wir mal, was sich ergibt„. Das ist im Grunde mit dem NaNoWriMo nicht vereinbar. Rund 1660 Wörter am Tag zu schreiben, ist vermutlich schon für jemanden viel, der den Plot im Kopf hat. Soll ich deshalb aufgeben, bevor ich angefangen habe? Nein, auf keinen Fall. Aber ich kann mir vorstellen, dass bei mir am Ende etwas völlig anderes herauskommt, als das, was mir gerade noch vorschwebt.

Im Forum der Schule des Schreibens habe ich gerade eine neue Drei-Wort-Kurzgeschichte eingestellt, die dystopische Züge hat. Und alle waren plötzlich der Ansicht, ich solle daraus einen Roman machen. Und – ehrlich – es reizt mich wirklich. An sich wollte ich für den NaNoWriMo etwas völlig anderes schreiben: Eine spannende Rahmenhandlung für mehrere Kurzgeschichten, also sowas wie 1001 Nacht in modern. Doch wer liest heutzutage noch Kurzgeschichten? Und sage ich nicht immer, dass mir Kurzgeschichten auch gar nicht sonderlich liegen? Ich muss meine NaNoWriMo-Planung noch mal überdenken. Die neue DWG gibt es also erst einmal nicht zu lesen. Nur ein Appetithäppchen daraus:

Medita betrachtet die kleine Plastiktüte mit dem Symbol einer Apotheke der alten Zeit mit einem Ausdruck von Angst und Abscheu. Ihre Mutter Charlotte, die sich Zeit ihres Lebens geweigert hatte, den neuen, von der Regierung verordneten Namen zu tragen, hatte sich in die Wälder zurückgezogen, die als fast undurchdringliche Wildnis die Großraumstädte Lutumnas umgaben. Europa war eine längst vergessene Gemeinschaft. Medita erinnerte sich, dass sie die Gesetze der neuen Regierung zum Erhalt der Umwelt und der eigenen Rasse einst begrüßt hatte. Doch irgendwann war Lutumna zu einem großen Gefängnis geworden. Zumindest für die, die sich noch erinnerten. Medita wollte vergessen.

Manchmal fragt man sich ja, wo die Ideen eigentlich herkommen. Mein Unterbewußtsein wurde womöglich von der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood beeinflusst. Ich erinnerte mich an eine Verfilmung ihres Romans „The Handmaid’s Tale“  (deutsch: Der Report der Magd), der mich vor Jahren sehr beeindruckt hat. Es ist eine sehr düstere Dystopie. Auf der anderen Seite gibt es derzeit irgendwo eine Ausschreibung, für die positive Utopien gesucht werden. Das wäre so meine grundlegende Ausgangsidee, eine Dystopie zu schreiben, die am Ende zumindest eine positive Veränderung signalisiert. Ich werde das mal in meinem Herzen Kopf bewegen. Schaun wir mal, was dabei herauskommt.


Dann war da noch die Sache mit dem Zoll. Unglaublich aber wahr: Knapp drei Monate nachdem ich in den USA Autorenexemplare meiner Bücher bestellt hatte, wurde ich letzten Samstag vom Zoll benachrichtigt, dass ich sie dort abholen könne. Das waren die Bücher, die ich für meine Lesung am 29.September gebraucht hätte. CreateSpace hatte mir nach meiner Reklamation dann ja dankenswerterweise innerhalb von zwei Tagen per Luftfracht eine neue Sendung zukommenlassen. Aber wen hatte ich nicht alles kontaktiert, um den Verbleib der Sendung herauszufinden? Himmel und Hölle habe ich in Bewegung versetzt – aber ohne Ergebnis. Nun – am Ende gab es noch nicht einmal etwas zu verzollen *lol*. Auf meine Frage, was denn nun eigentlich passiert war, wurden  auch nur Vermutungen geäußert. Angeblich lag das Paket in der Schweiz. Klingt etwas seltsam, denn meine Adresse einschließlich GERMANY stand dick und fett auf dem Paketaufkleber. Andererseits ist die Schweiz halt nicht EU, sodass die Sache schon irgendwie stimmen könnte. Nun ja, vielleicht gibt es noch eine weitere Lesung, Bücher hätte ich jetzt genug. Ich hatte mir ja als Rückversicherung auch noch einige direkt von Amazon Deutschland kommen lassen. Jedenfalls werde ich den Weg über CreateSpace vermutlich nicht mehr nehmen. Inzwischen kann man die Taschenbücher auch über Amazon Deutschland drucken lassen. Oder ich suche mir für Lesungen und zum Verschenken eine Druckerei, die das – wenn auch ohne ISBN – auch erledigt. Vielleicht sogar besser. Mir gefällt die Qualität der amerikanischen Printausgaben sowie nicht, und dass die Bücher nicht eingeschweißt sind, finde ich auch nicht gut. Plastik ist zwar blöd, aber nützlich.

NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

Okay – ich kann gut verstehen, wenn Sie jetzt die Stirn runzeln und sich fragen, ob ich der deutschen Sprache plötzlich nicht mehr mächtig bin. Doch,  bin ich!
         NaNoWriMo, diese wirklich seltsame Abkürzung, steht für National Novel Writing Month und der Preptober ist ein ebenso albernes Kunstwort aus dem englischen „to prepare“ und dem Monat Oktober. Worum geht es nun? Der NaNoWriMo wurde 1999 von dem Amerikaner Chris Baty ins Leben gerufen. Es ist ein kreatives Schreibprojekt, das zum Ziel hat, im Monat November einen Roman mit minimal 50.000 Wörtern zu verfassen. Das sind etwa 1.667 Wörter täglich. Mit dem Schreiben darf tatsächlich erst am 1. November um 0:00:01 Uhr Ortszeit angefangen werden. Aber man darf und soll den Oktober zur Vorbereitung nutzen. Daher der „Preptober“. Trotzdem ist es kaum möglich einen guten Roman in 30 Tagen zu schreiben. Aber darauf kommt es auch zunächst nicht an. Es geht in erster Linie darum, Schreibhemmungen – den inneren Lektor – mal abzuschalten und täglich drauflos zu schreiben. Das wird mir sehr schwer fallen, weil ich eher zu den Schreiberlingen gehöre, die von Anfang an alles ständig am liebsten korrigieren und verbessern möchten. Trotzdem habe ich mich entschlossen, das Experiment zu wagen. Verlieren kann man dabei nichts, nur gewinnen.

Die letzte Aufgabe meines Belletristikstudiums an der Schule des Schreibens steht an. Und ich dachte mir, dass sich dafür der NaNoWriMo perfekt eignet. Noch hat sich der Kopf nicht wieder von Bea Baumann getrennt, und es erschien mir sehr schwierig, so plötzlich eine neue Idee für einen Roman aus dem Hut zu zaubern. Ich muss zwar keinen kompletten Roman abliefern, aber die BB12 geht davon aus, dass man sowas wie ein fast fertiges Manuskript in der Schublade hat. Dass die Schreiblehrlinge während der zweieinhalb Jahre des Studiums bereits Romane veröffentlichen würden, daran hat man vermutlich nicht so recht gedacht. Es gibt im Internet viele Blogbeiträge und Videos zum NaNoWriMo und auf der Seite dieser Challenge auch reichlich Foren, die einen auf gute Ideen bringen (können). Zwar ist das meiste davon auf Englisch, aber das schreckt mich inzwischen nicht mehr ab. Eine vage Vorstellung, was ich schreiben könnte, habe ich inzwischen und werde den restlichen Oktober nun damit verbringen, die Sache auf Machbarkeit zu überprüfen.

Falls hier ein Teilnehmer am NaNoWriMo mitliest, mein Name dort ist Tellmewhy53. Buddies für eine Schreibgruppe sind immer willkommen. Natürlich dürfen nicht mehrere Autoren an einem Roman schreiben, aber man kann sich in Schreibgruppen zusammenfinden und sich gegenseitig unterstützen.

Ja, soweit erstmal. Ich werde dann hin und wieder hier im Blog berichten, was sich so tut. Mein Beitragsheaderbild könnte eventuell andeuten, dass mein NaNoWriMo-Werk diesmal kein Krimi wird. Aber darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Mein aktueller Header bei Facebook wurde natürlich auch angepasst 😉  Links unten befindet sich immer das aktuelle Profilbild, deshalb sieht das Titelbild allein immer ein bisschen unausgewogen aus.

Facebooktitel-Oktober

Die Normseite – ein Mysterium

Die Normseite – ein Mysterium

Heute habe ich mir vorgenommen, das Mysterium „Normseite“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Eins habe ich gelernt, seitdem ich mich um Professionalität beim Schreiben bemühe: 30 x 60 heißen die magischen Zahlen. Will sagen, dass eine Normseite auf dem Prinzip 30 Zeilen à (maximal) 60 Anschläge aufgebaut ist. Eine Normseite hat also im Idealfall 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen (Was man zur Zeit der guten alten Schreibmaschine als Anschläge bezeichnete.). Maximal deshalb, weil viele Zeilen weniger Zeichen haben werden. Man muss dabei nur an Dialoge denken.
„Hallo Superman. Wie geht’s dir heute?“ (39 Zeichen incl. Leerzeichen)
„Frag nicht. Ich hab Rücken“, antwortet Pit mit einem überaus (60 Zeichen)
wehleidigen Gesichtsausdruck.

Wenn man z.B. in Word eine Schrift wie Courier New in Größe 12 wählt und bestimmte Randvorgaben eingestellt hat, kommt es nach „überaus“ zum automatischen Zeilenumbruch. Kürzlich habe ich allerdings gelesen, dass Lektoren die Normseite nur noch mit 1.500 Zeichen akzeptieren. Macht Sinn, wenn man als Dienstleister seine Arbeit nach Seitenzahl berechnet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Könnte aber bei vielen Dialogen ohne weiteres hinkommen. Festgelegt hat diese Angabe die VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort).

Eine Normseite beruht auf dem Format DIN A4 hochkant und verfügt über Kopf- und Fußzeile. Diese dienen einmal zur Seitennummerierung und auch zur Angabe von Autorennamen etc. – wichtig, wenn man das Manuskript irgendwo einreicht. Zur Wahl von Schrift und Größe kommt noch der Zeilenabstand. Hier benutzt man im allgemeinen den 1,5-fachen Zeilenabstand. Jetzt also noch die Ränder. Wenn das mit der Zeichenzahl hinkommen soll, dann müssen die Ränder echts und links zusammen 60mm betragen, oben und unten zusammen 77mm (habe ich mir jedenfalls so angelesen). Aufteilen kann man das nach Gefühl oder den Vorgaben, die man bekommt. In der Schule des Schreibens wird darum gebeten, rechts mindestens 40mm Platz zu lassen, damit der Studienbegleiter Platz für Korrekturen hat.

Wenn man bei Word für die perfekte Normseite die automatische Absatzkontrolle ausschaltet, wird man vermutlich in einem längeren Text Hurenkinder und Schusterjungen (dazu ein andermal mehr) produzieren. Geht der Text an einen Verlag, wird das wieder korrigiert. Als Selfpublisher muss man selbst darauf achten, aber da brauche ich mich auch nicht an 1800 Zeichen pro Seite zu halten.

Hier mal ein Beispiel: Normseite pdf, bitte anklicken.

Auf der Beispielseite bin ich nur auf 29 Zeilen gekommen, was mich dann doch etwas irritiert hat, aber irgendwo auch typisch ist. Allein die Wahl der Schrift wird sich immer irgendwie auswirken. Ich habe außerdem zwei Absatzumbrüche im Text. Man sieht also, dass je nach gewählten Parametern die Normseite eben doch immer ein wenig unterschiedlich ausfallen kann. Wenn man einen Text für eine Ausschreibung einreicht, sollte man sich strikt an die Vorgaben halten. Dann ist man auf der sicheren Seite. Die Vorgaben bei Ausschreibungen sind auch nicht unbedingt einheitlich. Mal wird die Anzahl der Wörter vorgeschrieben, mal die der Zeilen, der Anschläge, der Normseiten. Hält man sich nicht an die Vorgaben, kann der Text so gut sein wie er will, er hat dann meistens keine Chance.

Mein Beitragsheader stammt diesmal von:https://pixabay.com/de/users/StockSnap-894430/

 

Das Herz des Löwen – DWG

Das Herz des Löwen – DWG

Und ich habe schon wieder eine neue Drei-Wort-Geschichte. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dieses Mal habe ich mich wieder an die vorgegebenen 2400 Anschläge gehalten. Und als Wörter mussten benutzt werden: Untermieter, Gewächshaus, Hörgeräte(e). Die Geschichte kommt – was bei mir selten ist – ohne Dialoge aus, sogar fast ohne wörtliche Rede.

Das Herz des Löwen

Fast täglich verbrachte Julia die Zeit zwischen den Vorlesungen im weitläufigen Botanischen Garten. Und immer öfter stellte sie sich die Frage, ob sie mit dem Informatikstudium nicht total daneben gegriffen hatte. Dieser Wettbewerb zwischen Max und ihr war eigentlich ziemlich blödsinnig gewesen. Wer löste die Matheaufgaben schneller, wer brachte die besseren Noten nach Hause? Laut Max waren Mädchen für komplexe mathematische Lösungswege einfach unbegabt. Natürlich hatte sie immer gewusst, dass ihr Bruder sie nur aufzog. Aber seine Sticheleien hatten ihren Ehrgeiz und ihren Trotz geweckt. Nun studierte sie also Informatik, während Max sich kurzfristig für ein Sportstudium entschieden hatte. Vor einem Jahr war er zu Hause ausgezogen. Seitdem hatten sie einen Untermieter.

Firas, ein Flüchtling aus Syrien war bei ihnen eingezogen. Julias Vater hatte ihn eines Tages mitgebracht. Dr. Schauer arbeitete als HNO-Arzt an einem Tag in der Woche ehrenamtlich für die Versorgung kriegsgeschädigter Asylbewerber. Firas war fast ertaubt in Deutschland angekommen, das Innenohr durch ein massives Knalltrauma schwer beschädigt.
„Kümmere dich ein bisschen um ihn, Schatz“, hatte ihr Vater sie gebeten. „Das wird ihm helfen.“
Während Julia auf das hinterste Gewächshaus zulief, in dem sie Firas vermutete, erinnerte sie sich daran, wie schwer es anfangs gewesen war, sich mit ihm zu verständigen. Firas – son of a lion, Sohn eines Löwen, bedeute sein Name, hatte er ihr erklärt. Und wie ein Löwe kämpfte er darum, trotz Behinderung und Sprachschwierigkeiten seinen Platz in Deutschland zu finden. Firas besaß inzwischen Hörgeräte, die ihm einen Teil seiner Hörfähigkeit zurückgegeben hatten. Der junge Syrer studierte seit kurzem Biologie und Agrarökologie. Er träumte davon, eines Tages nach Syrien zurückzukehren, um beim Wiederaufbau seines Landes zu helfen.

Ein Herz wie ein Löwe. Julia war am Gewächshaus angekommen. Firas sprach mit den Pflanzen. Sie grinste. Das war so typisch für ihn. Und plötzlich wusste sie, dass Informatik auf keinen Fall ihre Zukunft war. Julia klopfte an die Glasscheibe, doch Firas hörte sie nicht. Wenn er mit seinen Pflanzen allein war, entfernte er die ungeliebten Hörgeräte. Vorsichtig trat Julia ein. Firas bemerkte sie erst, als ihn Julia umarmte. FIRAS, formten ihre Lippen seinen Namen, bevor sie ihn zum ersten Mal küsste.
©EHeinze – 2017


Schade, dass ich Kumar, den neuen Löwen aus dem Frankfurter Zoo, noch nicht fotografieren konnte. Das Löwenpärchen habe ich 2014 im Berliner Tiergarten fotografiert. Und ich mag das friedliche Bild.

 

Meine Bücher sind da!

Meine Bücher sind da!

Da macht man was mit, mit den Büchersendungen aus USA. Paket Nr.1 ist vermutlich verschütt gegangen, Paket Nr.2 kam gerade an. Ich habe auf heißen Kohlen gesessen. Morgen Abend findet die Lesung in Sindlingen statt und mir fehlten die Bücher. Aber CreateSpace hat sich als kulant erwiesen. Als ich das zweite Mal reklamiert habe, wurden die bestellten Exemplare per Luftfracht losgeschickt und waren nun innerhalb von drei Tagen da. Gleich darauf klingelte es ein weiteres Mal und die zur Sicherheit bei Amazon.de bestellten Krimis kamen auch noch. Jetzt bin ich eingedeckt und muss nur noch fit sein für morgen Abend. Seit drei Tagen legt mich eine fette, bösartige Erkältung flach. Kann ich überhaupt nicht gebrauchen. Aber noch habe ich 24 Stunden Zeit mich auszukurieren.

Jetzt habe ich auch zum ersten Mal „Mord in der Schwanheimer Düne“ mit dem neuen Cover in der Hand. Und ich denke, es hat sich gelohnt, dass ich mich da nochmal drangesetzt habe. Es gefällt mir doch um einiges besser als die erste Ausgabe, obwohl ich damals von dem Bild mit dem See so begeistert war.
Cover-Alt gegen neuLinks das neue Cover, rechts das alte Cover. Und der Inhalt wurde hinsichtlich einiger Rechtschreibfehler auch überarbeitet. Man lernt ja dazu.

Was mich außerdem noch gefreut hat: Ich habe endlich eine Mail von Louis Blythe, dem Fotografen meines Coverbildes für Vergangen heißt nie ganz vorbei bekommen. Wusste nicht, dass Mails aus Australien sooo lange brauchen 😉 Obwohl ich mir sicher war, dass er keine Einwände gegen die Verwendung des Fotos erheben konnte, ist doch gut zu wissen, dass er sich sogar darüber freut. Demnächst wird sich ein Exemplar auf den Weg nach Sydney machen, denn seine Frau ist – wie er mir schrieb – Deutsche. Sie wird es also immerhin lesen können.

So, jetzt aber wieder ein bisschen Tee trinken und inhalieren. Demnächst mache ich mich dann auch an den Oktober-Newsletter.