Offener Bücherschrank

Offener Bücherschrank

Immer öfter findet man in Frankfurter Stadtteilen den Offenen Bücherschrank. Ich finde das großartig. Denn so kann man Bücher, die man nicht selbst behalten möchte, an andere Menschen weitergeben und sich auch selbst nach neuem Lesestoff umsehen. Wenn ich das Headerbild (Quelle: Laëtitia Buscaylet by Unsplash) richtig interpretiere, kennt man in Santiago de Chile sogar die öffentliche Wand für Magazine und Zeitungen. So etwas habe ich bei uns noch nicht gesehen. Wäre aber vermutlich bei den Frankfurter Wetterverhältnissen auch etwas problematisch.


Im Frankfurter Stadtteil Goldstein wurde heute ein Offener Bücherschrank eingeweiht, so richtig mit musikalischer Untermalung und der Anwesenheit von Goldsteins Rosenkönigin Denise I.  Das Wetter war gnädig. Es waren erstaunlich viele BuchliebhaberInnen gekommen und der Schrank war bald gut gefüllt. Auch ich habe einige meiner Bücher spendiert. Natürlich musste auch der “Mord in der Schwanheimer Düne” dabei sein, denn Goldstein gehört zum Frankfurter Stadtteil Schwanheim.

Taschenbücher sind für solche Bücherschränke nicht unbedingt ideal. Noch gibt es von meinen Büchern keine Hardcover, aber ich denke schon darüber nach. Dafür müsste ich dann einen anderen Verlag /  Distributor wählen. Amazon bietet Selfpublishern dieses Format leider nicht an.

Buchvorstellung: Der Apfelbaum

Buchvorstellung: Der Apfelbaum

[Dieser Beitrag enthält Werbung – Affiliatelink zu Amazon]

Heute möchte ich ein Buch weiterempfehlen, das ich selbst als Hörbuch verschlungen habe. Es handelt sich um “Der Apfelbaum” von Christian Berkel. Christian wer? Zumindest mein Mann hat so reagiert. Als ich ihm aber den Schauspieler beschrieb – ein echter Charakterkopf – wusste er sofort, wen ich meinte. Ach ja – Schauspieler und Sänger, die Bücher schreiben …! Wieder einer? Ja, aber was für einer!

Sprachgewaltig und sehr eigen, arbeitet Berkel in “Der Apfelbaum” seine Familiengeschichte auf. Wild wechselt er Zeit- und andere Perspektiven. Eigentlich ein ‘No go’, wie ich es gelernt habe. Aber es hat mich zu keiner Zeit gestört. Zu eindringlich ist seine Erzählkunst, zu mitreißend die Geschichte zweier Familien, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Die Arbeiterfamilie am Rande des Existenzminimums auf der einen Seite, die Bohemièns, Existenzialisten und Anarchisten auf der anderen. Zwei Jugendliche, Kinder fast noch  – Sala Nohl und Otto Berkel – treffen in einer für Otto fast aussichtslosen Situation aufeinander und verlieben sich ineinander. Die Geschichte beginnt in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein großer Teil befasst sich mit der NS-Zeit, dem Zweiten Weltkrieg und der Verfolgung Menschen jüdischen Glaubens, zu denen auch die Frauen aus Berkels mütterlicher Linie zählen.

Im Mahlstrom deutscher Geschichte werden Sala und Otto auseinandergerissen. Dass sie überleben, ist ein großes Wunder. Dass sie nach dem Ende des Dritten Reichs wieder zueinanderfinden, ein noch größeres. Man darf nicht allzu empfindsam sein, wenn man das Buch liest oder hört. Berkel erzählt mit ungeheurer Intensität und schreckt auch vor drastischen Schilderungen und Ausdrücken nicht zurück. Manchmal wurde es mir fast zu viel. Dann habe ich eine Pause eingelegt, konnte aber nie aufhören, bis ich das Hörbuch zu Ende gehört hatte. Und überlege mir, ob ich mir nicht noch das gedruckte Buch zulegen werde. Es gibt Vieles, das ich gerne nachlesen möchte – Namen, fremdsprachige Ausdrücke, Hinweise auf interessante Persönlichkeiten. Doch, ich denke, ich werde es tun.

Bei Amazon vergibt man für eine solches Werk 5 Sterne. Ich würde gerne zehn (10) vergeben.

 

Schuld (Verführung)

Schuld (Verführung)

Und mal wieder eine DWG (Drei-Wort-Geschichte) mit den Vorgaben: Fegefeuer, Angsthase und Sandalen. Unter dem Titel “Verführung” habe ich sie im Forum der Schule des Schreibens eingestellt. Dort kam offenbar die Rückblende nicht so deutlich rüber, wie ich es mir gedacht hatte. Aus solchen Irritationen lernt man dazu. Deshalb habe ich jetzt hier noch stärker mit Plusquamperfekt (Vorvergangenheit) und einfacher Vergangenheit (Präteritum) den Wechsel betont. Ich hoffe, es wird nun klarer. Viel Spaß beim Lesen.

 

Schuld

Schweiß tropfte Ragnar von der Stirn, als er sich Schritt für Schritt dem Rand des Kraters näherte. Als Geowissenschaftler konnte er Risiken einschätzen. Er arbeitete nicht zum ersten Mal in einem Gebiet, in dem ständig mit Eruptionen zu rechnen war. Aber diesen Vulkan hatte er seit jenem Tag vor fünfunddreißig Jahren gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Ein Blick in die Tiefe, und sein ganz persönliches Fegefeuer würde die Krallen nach ihm ausstrecken.
Lass es, kehre um! Du musst dir das nicht antun. Niemand hatte Ragnar je einen Feigling genannt. Alle respektierten den baumlangen Kerl. Geschickt hatte er bisher alle Aufträge in diesem Gebiet umgehen können. Schwindel erfasste den Sechzigjährigen. Ragnar suchte Halt an einem Felsen, der neben ihm aufragte. Er öffnete den Hüftgurt seines Rucksacks und ließ ihn einfach fallen, bevor er sich setzte und die Augen schloss.

„Na komm schon, Ragnar.“ Glockenhell hatte Elva ihn gelockt und gleichzeitig verspottet. Die Fünfzehnjährige war geschickter als jede Gebirgsziege vor ihm her geklettert. Immer weiter hinauf, obwohl sie völlig ungeeignete Kleidung trugen. Ragnar hatte gewarnt und gemahnt. Elva schien völlig immun gegen alles, was er sagte. Eine Woche war es her, dass er ihrem Drängen nachgegeben und zum ersten Mal mit ihr geschlafen hatte. Seitdem lebte sie wie in einem unaufhörlichen Rausch.
„Verdammt, jetzt komm zurück, Elva. Du kannst mit diesen lächerlichen Sandalen nicht bis zum Krater. Das ist zu gefährlich. Sei nicht blöd.“
„Komm schon, du Angsthase. Wir sind unsterblich. Weißt du das nicht?“

Wieder dieses Lachen. Elva war weitergegangen, immer weiter. Ihm war klargewesen, dass es nur eine Möglichkeit gegeben hätte, sie zu stoppen. Er selbst hätte umkehren müssen. Sollte sie ihn doch einen Feigling nennen. Aber Ragnar war nicht umgekehrt. Wie hätte er dagestanden? Elva himmelte ihn an. Ihn, den erwachsenen Mann, der sie zur Frau gemacht hatte. Auch das hätte nicht passieren dürfen.
Weiter ging es, immer weiter, bis sie den Rand des Kraters erreicht hatten. Der Schwefelgeruch stach ihnen schon lange zuvor in die Nase. Im Untergrund war der Vulkan aktiv. Immer. Selbst mit vernünftigen Schuhen war das Klettern alles andere als ungefährlich. Sie mussten umkehren.

Dann der Schrei. Dann nichts mehr.

Ragnar nahm den Rucksack auf und begann den Abstieg. Vielleicht in einem Monat, in einem Jahr …

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Vielen Dank an Farrah Fuerst by unsplash für das Headerbild

Eins abgeschlossen, eins angefangen, eins im Sinn ;-)

Eins abgeschlossen, eins angefangen, eins im Sinn ;-)

So kann’s kommen. Erstens haben wir nach Frühling im Februar wieder Winter im März. Zweitens wollte ich nach dem dritten Bea Baumann keinen weiteren Krimi aus dieser Reihe schreiben. Was mache ich? Ich tu es trotzdem wieder. Die Idee kam spontan und genau genommen wird es auch kein vierter Bea Baumann Krimi. Denn meine bisherige Protagonistin weilt mit Ehemann KHK Lorenz Winkler in den USA. Also muss das Team des KK11 verändert werden. Und mit einem neuen Leiter wirds wieder spannend.

In der Zwischenzeit ist “Die Tote aus der Nidda” auf dem Weg nach Leipzig – hoffe ich. Das Angebot kam von Papyrus Autor. Sie wollen das Buch an ihrem Stand auf der Leipziger Buchmesse ausstellen. Dazu muss es erstmal nach Berlin. Ich hoffe, das klappt zeitlich alles noch. Wäre ich etwas professioneller aufgestellt, wäre ich selbst auch nach Leipzig gefahren. Irgendwann kommt das auch noch. Für 2019 nehme ich mir aber die Frankfurter Buchmesse ganz fest vor.

“Unboxing” – die ersten Taschenbücher ausgepackt.

Im Hinterkopf weiterhin die Rungholt-Saga. Aber kann man zwei Bücher parallel schreiben? Ist vermutlich eher ein Wagnis. Aber ich bleibe dran. Nun habe ich mir erst einmal einige Exemplare eines neuen Kriminal Magazins bestellt. Das aktuelle habe ich gestern im Bahnhofskiosk entdeckt. Eigentlich wollte ich die Crime, habe sie aber nicht bekommen. Das andere Heft finde ich aber sogar besser. Es behandelt ausschließlich deutsche bzw. europäische Fälle. Bei der Crime finden sich sehr oft Fälle aus den USA oder sogar Asien. Als Inspiration nicht unbedingt mein Ding. Ich habe das Heft heute beim Einkaufen entdeckt und fand mich in meiner Wahl bestätigt.

Ihr wundert euch über das Headerbild? Ein Buchfink auf einem Bücherblog? Während ich hier am Bloggen war, flog das kleine Buchfinkweibchen gegen die Scheibe unseres Wintergartens. Armes Kerlchen. Es lag betäubt auf der Terrasse. Das ist selten. Wenn so etwas bisher mal passiert ist, glücklicherweise selten, ist der Vogel meistens sofort weitergeflogen. Ich habe den Vogel vorsichtig auf den Gartentisch gesetzt, ein bisschen angepustet und ihm Wasser hingestellt. In den nächsten zehn Minuten konnte ich dann beobachten, wie er sich zusehends erholte und schließlich weggeflogen ist. Puhhh!


Immer wieder denke ich über den Sinn und Zweck eines neuen Newsletters nach. 2017 hatte ich damit angefangen, 2018 wieder eingestellt. Ich hatte den Eindruck, er macht keinen Sinn, weil ich alles, was ich mitteilen möchte, entweder blogge oder auf Facebook poste. Angeblich ist es ein wichtiges Marketinginstrument. Aber ich finde viele Newsletter, die ich bekomme, überflüssig bis nervig. Ich denke, ich werde weiterhin darauf verzichten.

Die Tote aus der Nidda “in trockenen Tüchern” ;-)

Die Tote aus der Nidda “in trockenen Tüchern” ;-)

Nun ist es geschafft! “Die Tote aus der Nidda” – ein neuer Bea-Baumann-Krimi, jetzt auch als Taschenbuch bei Amazon erhältlich.

Bei der Covergestaltung habe ich das Motiv der Vorderseite diesmal spiegelverkehrt und leicht verändert auf der Rückseite fortgesetzt. Mir gefällt das Ergebnis richtig gut. Euch hoffentlich auch 😉

Zusammen mit dem Erscheinen des Taschenbuches ist es mir auch gelungen, dass der Support beim E-Book die korrekte Seitenzahl (256 Seiten) eingetragen hat und außerdem Korrekturen möglich waren. Das war mir wichtig, denn ich habe beim Überarbeiten des Taschenbuches ein paar Fehler entdeckt, die ich auch im E-Book berichtigen wollte. Alle Käufer des E-Books, die sich die erste Auflage heruntergeladen haben, können auf ihrem Konto in “Meine Inhalte & Geräte” gehen und dort kostenlos eine Aktualisierung downloaden. Vielen Dank an das Amazonteam dafür.

Ein Ärgernis gibt es dennoch. Amazon hat neue Richtlinien bei den Rezensionen eingeführt. Man muss seit einiger Zeit als Amazonkunde einen aktuellen Umsatz von mind. 50 Euro vorweisen können, um überhaupt eine Bewertung schreiben zu dürfen. Einerseits eine ziemliche Frechheit, andererseits soll es wohl verhindern, dass Gefälligkeitsrezensionen für 5 Euro gekauft werden. Na, ich hoffe, dass einige von euch auch sonst ab und zu bei Amazon einkaufen – ich weiß, es gibt auch richtige Amazon-Hasser – und dass ihr, falls ihr mein Buch lest, mir dann auch eine Rezension schreiben dürft. Ich würde mich freuen.

Haiku – mal über den Tellerrand geguckt

Haiku – mal über den Tellerrand geguckt

Durch die Schule des Schreibens und auch über Facebook fühle ich mich anderen Menschen der schreibenden Zunft verbunden. Mit einigen von ihnen hat man sehr guten Kontakt, mit anderen weniger – wie eigentlich immer im Leben. Warum sollte ich meinen Blog nicht auch einmal nutzen, um andere Autoren vorzustellen? Vor allem, wer Nischen bedient, hat es schwer, ein größeres Publikum zu finden.

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Heute möchte ich Antje Steffen vorstellen, die bereits einige Bücher den japanischen Haiku gewidmet hat. Sie veröffentlicht ihre Bücher bei Books on Demand – BoD: Momente des Lebens – Lebensmomente 

Antje Steffen, geb. 1969, schreibt seit vielen Jahren Geschichten und Gedichte. Als sie die Haiku-Dichtung für sich entdeckte, war sie fasziniert von deren Möglichkeiten und schreibt seitdem regelmäßig Haiku.
Außer ihren Haiku-Büchern hat die Autorin Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien veröffentlicht und bisher vier Romane bei BOD herausgegeben. Eine weiteres Buch handelt von ihrem Weihnachtsschneemann Snowy.

Ihr neustes Buch ist Momente des Lebens – Lebensmomente Band 3: Auch in diesem Buch hat die Autorin Haiku zusammengestellt, die im Laufe der Monate entstanden sind. Zwischen den Haiku befinden sich Fotos, die die Autorin im Garten, Wald und im Urlaub gemacht hat. Auf der BoD -Seite sind Leseproben vorhanden.

Was genau sind Haiku? Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die aber inzwischen überall auf der Welt bekannt ist. Japanische Haiku bestehen meistens aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten. Diese Lauteinheiten werden bei uns mit Silben gleichgesetzt. Das macht das Haiku im Deutschen oft ein wenig holprig. Auch andere Länder sehen die Silbenzahl deshalb nicht gar so eng. Es sind offene Texte, die meist von der Natur handeln. In meinem Haiku, das ich in das Headerbild eingefügt habe, habe ich mich an die traditionelle Anzahl der Silben gehalten. Schönere Miniaturgedichte im Haikustil entstehen aber meiner persönlichen Meinung nach in deutscher Sprache, wenn man die Vorgaben lockerer handhabt.

Neben dem Haiku gibt es auch das Senryū, eine sehr ähnliche Gedichtform. Während das Haiku sich aber mehr mit der Natur beschäftigt, befasst sich das Senryū mehr mit dem Persönlichen, dem Emotionalen.