Filofax Notebook im StartBay-Navigator?

Filofax Notebook im StartBay-Navigator?

Eben wähnte ich mich noch im siebenten BuJo-Himmel, nachdem sowohl mein neues Ledercover von StartBay Notebooks als auch die Amazonbestellungen zusammen eingetroffen waren. Aber inzwischen hat sich Ernüchterung breit gemacht. Das Filofax Notebook (Affiliatlink) – das pinkfarbene weiter unten! –  ist dicker als vermutet und passt nicht zusammen mit meinem Leuchtturm 1917 (Affiliatelink) in das StartBay Ledercover. Das wiederum ist zwar sehr schön, aber von einem dunkleren Grün als ich dachte. Und an dem Filofax stören mich außerordentlich der Geruch nach Plastik und irgendwie auch die Optik. Das sah bei Amazon nicht so nach Plastik aus. Einzig und allein der PelikanoUp Golden Clam (Affiliatelink) in Roségold ist wunderschön und schreibt auch entschieden besser als das Billigteil, das ich neulich bei Rossmann gekauft hatte. Ich hatte zum Notebook noch eine Nachfüllpackung Blätter bestellt, weil es bei der Amazonbeschreibung so klang, als wäre im Buch kaum Inhalt. Dieses Refill habe ich gleich storniert. Es wurde noch nicht versendet. Überhaupt sind die Rückgabemöglichkeiten manchmal das beste an Amazon überhaupt 😉 Ich denke, ich werde auch das Notebook von Filofax zurückschicken. Die Sache mit den herausnehmbaren Blättern finde ich zwar toll. Das war auch der einizige Grund, es zu bestellen, aber bei mir liegen schon viel zu viele angefangene Notizbücher herum. Meine dünneren Notizbücher von Leuchtturm passen auch farblich viel besser zum dicken LT 1917 und den Ledercovern, wie man im Beitragsbild oben unschwer erkennen kann.

Filofax Notebook (pink) und der neue StartBay Navigator
Ich finde, auf dem Foto sieht das Filofaxteil wieder ganz nett aus. Aber nicht, wenn man es in der Hand hält.

Bleibt das Ledercover, der “Navigator” von StartBay – eindeutig das teuerste Teil. Sicher könnte ich auch das zurückschicken. Aber ich mag es und sicher werden sich im Laufe der Zeit auch viele dünne Notizbücher ansammeln, die ich dann gut darin – oder dem Braunen, das ich schon habe – archivieren kann. Anders als in die Traveller Notebooks oder den X17 passen dort schließlich alle normalen A5 Hefte hinein.

Ja, so kann es kommen – nicht immer fallen die Sachen so aus, wie man sie sich vorstellt.
Zufrieden bin ich momentan aber damit, dass ich das Bullet Journaling überhaupt wieder aufgenommen habe. Und die “Magische Küchenspüle” (Affiliatelink) der FlyLady Marla Cilley hat mich schon mächtig auf Trab gehalten. Ein Teil des Hauses erstrahlt bereits in neuem Glanz – vor allem natürlich die … Küchenspüle *gg*. Leider habe ich mir aber offenbar auch bei der Gartenarbeit irgendeinen oder mehrere Muskel im Rücken gezerrt. Das tut bei manchen Bewegungen höllisch weh und war nicht geplant. Wenn das in den kommenden Tagen nicht besser wird, muss ich wohl mal zum Orthopäden. Ich habe nämlich noch ‘ne Menge vor. Wenn man erst mal angefangen hat …

Für das BuJo habe ich seit langem mal wieder ein bisschen bei anderen Leuten gestöbert. Tiny Ray of Sunshine hat eine ewig lange Liste mit Ideen, was man im BuJo unterbringen kann. Das klingt im ersten Moment vielleicht albern. Auch ich habe schon gedacht, wozu ein BuJo, wenn ich nicht weiß, was ich reinschreiben soll? Aber ich finde z.B. die Liste gut, in der man notiert, wann man bestimmte Aufgaben oder Dinge das letzte Mal erledigt hat (When did I last?). Ich werde da mal eintragen, wann ich das letzte Mal meine fürchterlichen Gardinen gewaschen habe (gestern). Davor drücke ich mich nämlich gerne, weil das ganze Drumherum (typische Ikea-Konstruktion) so abschreckend ist. Aber auch bestimmte Ausflüge werden bei mir immer seltener. Und das ist schade. Man muss sich ab und zu aus seiner Komfortzone herausbegeben. Auch das Traumtagebuch (Dream Log) finde ich gut. Hin und wieder denke ich, dass ich aus manchem meiner Träume einen großartigen Thriller schreiben könnte. Und die Wunschliste! Wie oft bestelle ich was bei Amazon und überlege, wie ich die 29 Euro voll bekomme, um das Porto zu sparen, und mir fällt nichts ein. Nun hat zwar auch Amazon selbst solche Listen, aber die benutze ich fast nie.

So, das war’s mal wieder zum Thema Bullet Journaling bzw. Geld ausgeben für Dinge, die der Mensch nicht braucht (und manchmal eben auch weniger schön und praktisch sind, als man dachte.). Draußen zieht wohl gerade wieder ein Unwetter auf. Mal schnell alles dicht machen.

 

 

 

Munroy Castle oder Gründliche Recherche ist alles

Munroy Castle oder Gründliche Recherche ist alles

Nach ewig langer Zeit tatsächlich mal wieder eine Mini-Kurzgeschichte auf der Basis der 3-Wort-Geschichten von mir. Vorgegeben waren: Geisterjäger, Grabgewölbe, Gabel. Im Forum der Schule des Schreibens war der kleine Gag am Ende kein Rätsel. Für Leser, die nicht selbst schreiben, könnte das eventuell anders sein. Traut euch also ruhig im Kommentar zu fragen, wenn euch etwas unklar bleibt.
Viel Spaß beim Lesen,
__________________________________________

Munroy Castle oder Gründliche Recherche ist alles

Was tut man nicht alles aus Liebe? Ich habe Phil auf einer Autorenlesung an der Uni kennengelernt. Phil ist gebürtiger Amerikaner, kam aber bereits als Kind nach Good Old Germany. Irgendwie ist die ganze Familie besessen von europäischer Historie, vor allem von allem Irrationalen und Mystischen. Als wir uns verlobten, musste ich ihm versprechen, dass wir unsere Hochzeitsnacht in einem englischen Spukschloss verbringen würden. Ein bisschen schräg fand ich das schon, aber warum nicht?

Die Hochzeitsreise führt uns über mehrere Bed & Breakfasts schließlich in den Norden des Landes, nach Munroy Castle. Als wir vor dem imposanten Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert aus dem Auto steigen, fühlen wir uns tatsächlich ein wenig wie Geisterjäger.
„Jetzt schau dir das an, Baby!“ Phil stößt hörbar die Luft aus. „Der Wahnsinn – oder nicht?” Er macht eine komische, kleine Verbeugung.
“Mylady?” Er grinst übers ganze Gesicht und reicht mir seinen Arm.

Im Schloss werden wir bereits erwartet und dürfen uns umgehend einer Informationstour anschließen. Phil lauscht gespannt den Erzählungen, während ich den üppig blühenden Garten bewundere und ein Foto nach dem anderen mache. Es ist einfach himmlisch.

„Und jetzt betreten Sie bitte mit mir das Grabgewölbe der ersten Vorfahren der Familie Munroy. Bleiben sie dicht hinter mir.“ Mit unheilvoller Miene lotst uns unser Guide in ein sich kuppelförmig vor uns erhebendes Bauwerk. Einige ältere Damen zögern, Phil steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Es ist finster und kühl. Von der Decke hängen Spinnweben und einige ziehen unwillkürlich den Kopf ein.
„Ob es hier Ratten gibt?“ Eine Dame hinter mir scheint sich vor lebenden Tieren jedenfalls mehr zu fürchten als vor Geistern.

„Und hier, meine Damen und Herren stehen Sie nun im Allerheiligsten. Zu Ihren Füßen ruhen die Earls von Munroy und ihre Familienmitglieder. Und, so sagt man, auch die Gebeine von Mary, einer Geliebten von Peter Munroy, dem Begründer von Munroy Castle, und ihrem gemeinsamen Sohn. Er soll ihr die Ehe versprochen haben, doch dann heiratete er standesgemäß, wie zu erwarten war, und ließ Mary mit ihrem Bastard im Stich.“
„Oh!“ Einige der Damen seufzen.

„Mary ertrug die Schande nicht. Sie erstach den Säugling mit einer silbernen Gabel und ließ ihn dem Earl auf einem Tablett servieren, bevor sie sich mit Gift das Leben nahm.“ Der Guide hält mit wildem Blick eine altertümliche Gabel in die Luft, an deren Zinken noch Blut zu kleben scheint.
„Oh .. ah …“, tönt es von mehreren Seiten.

„Seitdem spukt Marys Geist …“
„Entschuldigung.“ Phil kann kaum an sich halten vor Lachen. „Wann, sagten Sie, hat sich diese Tragödie abgespielt?“
Irritiert sieht ihn der Guide an und antwortet nach einigem Zögern unwillig: „Äh, ja, das muss so ums Jahr 1238 gewesen sein.“

________________________________________

Das Foto stammt von Grace ZHU by Unsplash. Das Bild stellt Eilean Donan Castle in Dornie / Schottland dar. Soweit ich weiß, ist es kein Spukschloss.

 

Zurück auf Anfang

Zurück auf Anfang

Back to the roots oder einfach zurück zu den Dingen, die sich bewährt haben. Nicht mehr verzetteln, sondern gucken, was gut war. Und das wiederaufleben lassen. Do von “Dies und Das” wundert sich, dass ich nichts mehr über mein Bullet Journal geschrieben habe. Die Erklärung ist einfach – wie schon im letzten Beitrag angedeutet – ich habe es schleifen lassen. Mit dem Newsletter dasselbe: Es gibt einfach nichts zu verschicken. Und durch das Theater mit der DSGVO habe ich mich nun auch entschieden, keine Newsletter mehr zu verschicken. Wer sich für mich und mein Tun interessiert, weiß, wo er / sie mich findet.

Sorry – keine Newsletter mehr

Zurück zum BuJo. Ich habe in den letzten Tagen wieder fleißig Tagebuch geschrieben – Gedanken, Listen … , aber alles ziemlich lieblos und dann auch noch mit dem billigen Füller, den ich mir kürzlich bei Rossmann mitgenommen hatte, weil der alte kaputt war. Die Feder kratzt aber, das geht gar nicht. Ein neuer ist unterwegs 😉 Na, jedenfalls – mein BuJo muss schön aussehen, sonst macht es keinen Spaß. Es müssen zwar keine Kunstwerke entstehen und auch nicht lauter Washi-Tapes und Aufkleber rein, aber doch irgendwie – schön! Vorhin habe ich mir mein allererstes BuJo noch mal angeguckt, den quietschgrünen Leuchtturm, den ich im August 2016 angefangen hatte, und muss sagen, er war der bislang gelungenste. Auch der beerenfarbene Nachfolger kann sich noch sehen lassen. Es macht Spaß darin zu blättern. Meine Filofaxversuche sind Vergangenheit, die losen Blätter habe ich zum Teil schon wieder entsorgt. Nachdem ich jetzt im Januar 2018 mit dem goldfarbenen Leuchtturm wieder auf die festen Bücher zurückgekommen bin, ist der Spaß daran irgendwann auf der Strecke geblieben. Das liegt aber nicht am Leuchtturm. Heute werde ich die nächste Woche vorbereiten, mit altbewährtem Layout, so wie ich es mir im Lauf der Jahre mehr oder weniger bei Kara Benz aka Boho Berry angelesen habe. Kara ist inzwischen sehr kommerziell geworden, deshalb war ich nicht mehr oft auf ihrem Blog, und habe mir auch keine Videos mehr angeguckt, aber was sie macht, macht sie gut.

Das Bujo werde ich auch für meinen Neustart mit der FlyLady (Marla Cilley) heranziehen. Unser Haus ist groß, der Garten ist groß und ich fühle mich oft überfordert. Anders als früher, als ich den ganzen Kram noch neben Beruf und Kindern erledigt habe, bleibt inzwischen vieles liegen (okay, früher hatte ich auch hin und wieder eine Putzfrau, und der Garten war kein Garten.). Obwohl ich manches am FlyLady-Programm albern finde – ich werde garantiert im Haus keine Schnürschuhe tragen! – ist ihr System gut durchdacht. Ich habe wieder mit entrümpeln angefangen und unser Haus in Putz-Zonen aufgeteilt. Ich glaube, wenn ich das konsequent durchziehe, wird es irgendwann wirklich einfacher. Heute habe ich mit Zone 1 angefangen, das ist für mich der Eingangsbereich mit Vorflur, Treppe ins Obergeschoss, Diele und Gästeklo. Man soll zwar nur mit Mini-Schritten (Babysteps) anfangen, also am Anfang nicht mehr als 15 Minuten aufwenden, aber das klappt bei mir nicht. Und es war für mich in Ordnung, eine ganze Stunde lang zu putzen und aufzuräumen. Jetzt bin ich zufrieden – für’s Erste 😉 Der Vorgarten gehört auch zur Zone 1, aber man hat pro Zone eine Woche Zeit, die allerdings montags anfängt. Mir bleibt diese Woche nur der morgige Samstag. Aber so eng muss man das ja auch nicht sehen. Ich werde mich nicht sklavisch an diesen Plan halten. Zumal eines auch etwas albern klingt. Wenn da beispielsweise steht: “Sobald meine Füße nach dem Aufstehen den Boden berühren, ziehe ich mich von Kopf bis Fuß an. Dann gehe ich Zähne putzen” .. hä??? Also, wenn ICH aufstehe, geh ich aufs Klo, dann unter die Dusche und alles weitere, bevor ich mich schließlich anziehe – ohne Schnürschuhe. Aber wenn FlyLady von Hausfrauen schreibt, die bis zum Mittagessen im Schlafanzug herumlaufen, sind das vermutlich amerikanische Verhältnisse. Marlas Buch gibt es auch in einer deutschen Übersetzung “Die Magische Küchenspüle”.

Wichtig ist, dass man sich bei aller Organisation Freiräume schafft. Und das will ich nun wieder konsequent tun, um zu schreiben, Sport zu machen und anderes, was mir guttut. Ich bin tatsächlich ein bisschen in diesen Zustand verfallen, in dem man zu nichts mehr Lust hat, weil sich alles mögliche auftürmt und man tausend Ausreden findet, bevor man loslegt. Ein Zeitfresser ist zweifellos das Internet. Im Moment bin ich viel in der WeightWatchers Community unterwegs. Das muss wieder aufhören. Facebook und Instagramm benötigen dagegen kaum Zeit, weil ich da oft nur mal schnell gucke und wieder verschwinde. Anders dieser Blog und natürlich der Mainzauber-Blog. Schreiben, Fotos bearbeiten, andere Blogs besuchen, kommentieren – es ist der Wahnsinn. Ich denke, ich werde mir auch dafür Zeiteinheiten einräumen, und wenn die um sind, dann ist Schluss. So wie jetzt. Bis bald mal wieder ………………

Der Anfang ist gemacht, nicht sehr künstlerisch aber immerhin 😉

 

Wochenend-Kolumne: Vertrauen

Wochenend-Kolumne: Vertrauen

Mal wieder in die WordPress Daily Prompts reingeschaut. Gestern hieß der Begriff „conversant“. Das musste ich erst einmal nachschlagen.  Es bedeutet vertraut, erfahren, bekannt. Eine spannende Vorgabe, die bei mir sofort jede Menge Assoziationen freigesetzt hat. Beispielsweise den Spruch:

Was der Bauer nicht kennt, (fr)-isst er nicht.

Kaum eine andere Redewendung macht uns so deutlich, wie wichtig Vertrautes für uns Menschen ist. Und vermutlich auch für die meisten anderen Lebewesen. Vertrautes bedeutet Sicherheit. Entweder weil man weiß, dass man nichts zu befürchten hat, oder weil man gelernt hat, mit einer bereits einmal erfahrenen gefährlichen Situation umzugehen. Der Urzeitmensch, der noch nie zuvor einem Mammut gegenüberstand, musste ganz sicher gegen maßlose Angst ankämpfen, egal mit wie vielen Jagdgefährten er unterwegs war. Beim zweiten Mal war es kaum ungefährlicher, aber er hatte inzwischen gelernt, dass man das Tier erlegen konnte. Wenn der moderne Mensch heute fastet, weil er längst keine Angst mehr haben muss zu verhungern, wenn er sein Mammut nicht erlegt, sondern sich viel eher mit Übergewicht herumschlägt, dann wird er trotzdem dieses merkwürdige Gefühl kennen, wenn er zum ersten Mal vor der Herausforderung steht, ein paar Tage ohne Nahrung auszukommen. Im nächsten Jahr weiß er, dass es funktioniert.

Auf der politischen Ebene erleben wir ständig diese Angst vor dem  Unbekannten, gepaart mit der Angst etwas abgeben zu müssen. Wie sonst wäre der grassierende Populismus, wie die AfD zu erklären? Der deutsche Michel will keinen Syrer als Wohnungsnachbarn, aber er liebt längst seinen Griechen oder Italiener um die Ecke. Der deutsche Tourist, der im Urlaub sein Jägerschnitzel auf dem Teller braucht, ist zwar Klischee aber dennoch wahr.

Vertrauen erreicht man aber nur über Erfahrung. Dazu muss man sich auch mal etwas zutrauen. Klar, das kann auch schiefgehen. Aber ohne das Ausprobieren von etwas Neuem können wir uns nicht weiterentwickeln. Da macht es Sinn, mal kleine Kinder zu beobachten. Sie probieren sich ständig aus. Und sind unendlich stolz, wenn endlich etwas funktioniert, was gerade noch furchtbar schwierig erschien.

„Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder.“ Peter Rosegger (1843 – 1918)

Seltsamerweise gibt es aber bei uns mehr Sprichwörter, in denen Vertrauen negativ besetzt ist, als solche, die das Postive am Vertrauen herausstellen.

My way – neu und auch wieder nicht

My way – neu und auch wieder nicht

Was mach ich nur mit diesem Blog, oder anders gefragt, wo will ich eigentlich noch hin? Als ich das letzte Mal diese schriftstellerische Schaffenskrise hatte, habe ich den vorherigen Autorenblog einfach gelöscht. Im Nachhinein fand ich die Idee nicht mehr ganz so super, weil ich doch etliche Texte eingebüßt habe, die ich gerne behalten hätte. Das wieder zu tun, ist also keine Option. Dennoch bin ich seit einiger Zeit wieder an diesem Punkt, an dem ich daran zweifle, dass mir das Schreiben von Büchern so furchtbar wichtig ist. Wenn ich bei Anderen lese, dass sie fürs Schreiben brennen, muss ich zugeben, dass das bei mir nicht so ist. Wenn ich für etwas “brenne”, dann eher fürs Fotografieren und ganz generell dafür, mich auszuprobieren und meine Erfahrungen zu teilen.

Ich hatte gerade wieder eine Einladung zu einer Lesung und habe abgelehnt. Ich fühle mich einfach nicht als “Autorin”. Es ist mir eine zu gewichtige Bezeichnung. Wenn ich Lust habe zu schreiben, dann schreibe ich. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich werde im April fünfundsechzig, Rentenalter also, wobei das schon seit einigen Jahren keine Rolle mehr für mich spielt. Aber ich muss mir und anderen nichts mehr beweisen. Das ist es, was ich gerne lernen möchte. Nur noch Dinge tun, die mir wichtig sind (und anderen nicht schaden.). Es ist doch ein Geschenk, wenn man nichts mehr “muss”, sondern stattdessen “darf”. Das gilt auch für Kontakte, beispielsweise im Internet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich zum Beispiel auf Facebook heimisch gefühlt habe. Erst habe ich mir dort “Freunde” sehr sorgfältig ausgesucht, aber plötzlich immer mehr und schneller irgendwelchen Freundschaftsanfragen zugestimmt. Inzwischen habe ich in meiner immer noch bescheidenen Freundesliste aber längst Leute, deren Namen mir eigentlich gar nichts sagen.  Ein Unding. Und ich bin in Gruppen, die ich vom Thema her interessant finde, in denen aber Leute den Ton angeben, deren Meinungen mir im Grunde gegen den Strich gehen. Das muss sich wieder ändern. Ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich meinen Facebook-Account nicht wieder lösche. Von Instagram und Pinterest etc. gar nicht zu reden. Das sind alles Zeitfresser. Und je älter ich werde, um so weniger habe ich davon. Also sollte ich meine Zeit sinnvoll nutzen.

Um auf den Blog zurückzukommen. Ich werde ihn diesmal behalten, aber einfach als “ElkeHeinze”-Blog weiterführen. An der URL muss ich ja glücklicherweise nichts verändern 👍. Fürs erste habe ich ihm mal wieder ein neues Aussehen gegeben und ihn etwas umgestrickt. Und dann wird es hier halt alles geben, was mich gerade beschäftigt und nicht so ganz in den Mainzauber-Blog passt. Es gibt so viel, was mich früher mal beschäftigt und interessiert hat, und das ich wieder aus der Versenkung holen kann. Auch weil es vielleicht für andere Menschen interessant sein könnte. Allein die vielen Themen aus dem Bereich Gesundheit und Ernährung. Ich war Zahnärztin, Heilpraktikerin, Gesundheitsberaterin, Reiki-Meisterin  … Nun ist die zertifizierte Autorin hinzugekommen. Ich glaube, ich sammle Zertifikate wie andere Frauen Schuhe . Es gibt Themen ohne Ende, über die ich schreiben kann. Es müssen also nicht immer Krimis sein.

Und warum steht da oben nun “My way”? Anstoß war irgendwie das neue Weight Watchers Programm, das sich “Your way” nennt. Ich habe zum ersten Mal einen mentalen (?) Zugang auch zur WW-Online Community bekommen. Bislang konnte ich mit der Onlinepräsentation von Weight Watchers nie etwas anfangen. Das hat sich geändert, weil dort inzwischen viele Leute ganz lustige und motivierende Sachen posten, aber auch jede Menge Missmut verbreiten. In der kurzen Zeit, die ich dort jetzt dabei bin, ist mir aufgefallen, wie viele Teilnehmer nur über das neue Programm meckern und dabei erkennen lassen, dass sie sich überhaupt nicht mit gesunder Ernährung beschäftigen wollen. Da sollen nur die Kilos möglichst über Nacht verschwinden, aber bitte ohne Sport und eigentlich will ich doch einfach wie immer essen und hinterher soll meine Krankenkasse auch noch die Bauchstraffung bezahlen. Das und andere Erlebnisse unreflektierten Anspruchdenkens gaben mir in letzter Zeit einige Anstöße zum Grübeln. Und ich denke immer noch … My way? Habe ich einen? Und wenn ja, wohin soll er mich noch führen? Erstmal weg von allem, was mir nicht gut tut. Was mir gut tut, wird sich hoffentlich finden und diesen Blog füllen.

Ups, das war nun eine Menge Text. Ich mach hier erst einmal Schluss. Sicher möchte auch schon jemand wissen, wie es für mich bei Weight Watchers so läuft. Dazu kommen wir ein anderes Mal. Vorab nur so viel: Ich bin ganz zufrieden .

DWG – Mit Frack & Brille

DWG – Mit Frack & Brille

Und schon wieder eine Minigeschichte aus der Serie “Drei-Wort-Geschichten” mit ~2.400 Zeichen. Die Vorgaben Antarktis, Honig und Gärtner(in) fand ich einigermaßen schwierig, und im Forum der Schule des Schreibens ging die Tendenz in Richtung Sci-Fi oder Krimi. Deshalb wollte ich unbedingt etwas anderes schreiben. Also habe ich mich mal an einer (Sach-)Geschichte für Kinder versucht.
Viel Spaß beim Lesen.

_________________________________________________

Mit Frack und Brille

Elsa stand der Schweiß auf der Stirn. Sie war gerne mit ihrem Enkel im Kronberger Zoo unterwegs, aber das Auf und Ab in der Julihitze war heute eindeutig zu viel des Guten. Hier oben bei den Apfelbäumen hatten sie immerhin den höchsten Punkt des Geländes erreicht.
„Kommt hier überhaupt noch was, Oma? Apfelbäume finde ich echt langweilig.”
„Klar. Schau mal da vorn. Siehst du das Insektenhotel und die Bienenstöcke? Hier gibt es gleich eine Honigverkostung. Heute sind die Imker da.“
„Ach, Oma, ich will aber lieber ein Eis“, maulte Sascha. Geduld war eindeutig nicht seine Stärke. Zu oft hatten sie heute schon an den großen Gehegen gestanden und vergebens nach den Tieren Ausschau gehalten, die sich lieber in den Schatten verzogen hatten.
„Und außerdem hast du mir versprochen, dass wir noch zu den Pinguinen gehen.“
Auch Elsa fand die Aussicht auf ein Eis und Besuch bei den Pinguinen verlockend. Vielleicht konnte sie sich dabei zur Abkühlung gedanklich ein bisschen in die Arktis versetzen. Oder leben Pinguine in der Antarktis? Wie war das nochmal? Zu dumm, dass sie sich nicht schlaugemacht hatte. Wenn sie Pech hatte, würde Sascha es genau wissen wollen.

Von den Apfelbäumen ging es zügig abwärts. Auch die Roten Pandas waren nicht zu entdecken und Sascha grinste erst wieder über das ganze Gesicht, als sie die Eisbude erreichten. Mit zwei großen Eistüten folgten sie dem Rundgang, bis das Becken mit den Brillenpinguinen in Sichtweite kam. Schon von weitem konnten sie sehen, dass die ganze Pinguinfamilie im Wasser unterwegs war. Offenbar hatten sie vor den Gärtnern, die nebenan das Freigehege säuberten, die Flucht ergriffen.
„Oma, wieso heißen die eigentlich Brillenpinguine?“
„Tja, ich denke mal, das ist wegen der Fellzeichnung rund um die Augen.“ Hm, hieß das bei Pinguinen überhaupt Fellzeichnung? Während Elsa noch grübelte, kam es, wie es kommen musste.
„Oma, leben die eigentlich am Nordpol oder am Südpol?“
Elsa trat erneut der Schweiß auf die Stirn. Einer der Tierpfleger, der direkt neben ihnen stand, erkannte ihr Dilemma und kam ihr mit einer Antwort zuvor.
„Weder noch, junger Mann. Die leben in Afrika.“
Sascha verdrehte die Augen. „So ein Quatsch. In Afrika leben Löwen und Elefanten, aber keine Pinguine. Das weiß doch jedes Baby.“
Aber Elsa hatte bereits ihre Lesebrille auf der Nase und studierte das kleine Schild am Becken.
„Du das stimmt! Der Mann hat recht. Brillenpinguine sind tatsächlich die einzigen Pinguine, die an Afrikas Küsten leben.“
Doch Sascha hatte seine Frage schon vergessen und drückte sich die Nase an der Glasscheibe des großen Beckens platt.

Soweit die Geschichte. Für junge Leser – obwohl ihr es vermutlich besser wisst als Oma Elsa: Die meisten Pinguine leben in der Antarktis. Die Arktis ist dagegen das Reich der Eisbären. Brillenpinguine leben aber tatsächlich an den Küsten Südafrikas. Das Federkleid der Pinguine – es sind ja Vögel, keine Säugetiere – wirkt fast haarähnlich, weshalb Oma Elsa auf die Idee mit der Fellzeichnung kam. Brillenpinguine haben am Kopf nackte Haut mit einer schwarz-weißen Färbung und einem rosa Fleck rund um das Auge. Daher der Name.