Das Grab unter dem Ätna

Das Grab unter dem Ätna

Und weil Ankündigungen allein nicht unterhaltsam sind, gibt es heute mal wieder eine ganz kurze Kurzgeschichte. Also die bekannte DWG (Drei-Wort-Geschichte), diesmal mit den Vorgaben: Vulkaninsel, Dudelsack und Schuhputzer.
Vor ein paar Tagen erst habe ich gelesen, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Südflanke des Ätna langsam ins Meer abrutscht. Das war die Initialzündung für meine Geschichte.

Viel Spaß beim Lesen.

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Das Grab unter dem Ätna (Schuhputzer, Dudelsack, Vulkaninsel)

„Dann hör gut zu, mein Sohn.“ Der alte Gaetano legte das abgenutzte Poliertuch, das längst in allen Farben schillerte wie seine Geschichten, zur Seite. Ein Lächeln stahl sich in das runzlige Gesicht, als er die Menschen bemerkte, die sich um ihn und den jungen Iren versammelten.
Wann immer Sean den Boden der Vulkaninsel betrat, besuchte er den Schuhputzer auf dem Quattro Canti di città und es sprach sich herum wie ein Lauffeuer. Nur seinen engsten Freunden erzählte Sean, dass er im ersten Jahr Quattro Canti fälschlicherweise mit „Vier Lieder“ übersetzt hatte. Er hatte sich mit seinem Dudelsack neben den alten Mann gestellt, der verwundert bemerkte, dass es plötzlich auch in seiner Schachtel klingelte. Als Dank erzählte er Sean eine seiner Geschichten. Dieser lauschte dem Klang seiner Stimme, ohne ein Wort zu verstehen, bis Giulia und Yaro auftauchten und übersetzten.

„Typhon war ein Riese mit hundert Drachenköpfen. Er stammte von den Göttern ab. Gaia selbst war seine Mutter, Tartaros sein Vater. Typhon war Gaias Rache an Zeus, der ihre ersten Kinder, die Titanen entmachtet hatte.“
Gaetano erzählte von Kronos, Hyperion und den anderen Göttern, und die Menschenmenge lauschte ihm ebenso fasziniert, wie Sean es tat. Immer wenn der Alte eine Pause einlegte, nahm Sean seine sizilianische Zampogna auf, die er inzwischen so gut beherrschte wie den Dudelsack. Während Gaetano seine Stimmbänder mit einigen kräftigen Schlucken Rotwein von den Hängen des Ätna stärkte, gab Sean irische und sizilianische Weisen zum Besten, begleitet vom willkommenen Klang klimpernder Münzen.

„Und Typhons Gebrüll aus hundert Kehlen verängstigte die Götter im Olymp dermaßen, dass sie bis nach Ägypten flohen und sich in Tiere verwandelten. Auch Zeus nahm die Gestalt eines Widders an, bis ihn Athene so sehr verspottete, dass er sich Typhon zum Kampf stellte. Verraten von den Schicksalsgöttinnen floh der Riese schließlich nach Sizilien, wo Zeus den Ätna auf Typhon warf. Seitdem ist er unter ihm gefangen. Doch wir alle spüren, dass er noch immer lebt. “

Erschöpft schloss der Schuhputzer von Palermo die Augen. Während die Menge ihm applaudierte, dachte Sean darüber nach, dass Typhon noch längst nicht besiegt war. Es schien, als stemme sich der Riese mit aller Macht gegen sein Grab. Der Ätna drohte ins Meer abzurutschen.

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Das fantastische Foto, mit dem ich den Beitragheader gestaltet habe, stammt von Julien Millet by Unsplash.com Vielen Dank dafür.

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Bea, Mord & Mittelalter

Bea, Mord & Mittelalter

Ganz schön lange hat es gedauert, bis ich mich dazu entschlossen habe, einen weiteren Krimi mit Bea Baumann und KHK Lorenz Winkler in Angriff zu nehmen. Zu sehr war ich auf die Dystopie festgelegt, mit der ich aber nicht recht weiterkomme. Vielleicht blockieren sich manche Projekte auch gegenseitig. Aber nun ist es soweit. Schließlich haben wir bereits Mitte Oktober und der nächste NaNoWriMo steht vor der Tür. Diesmal gehe ich nicht unvorbereitet hinein. Es gibt schon eine Art Plot, eine Prämisse und die ersten Figuren. Es soll wieder ein richtiger Regionalkrimi werden und unser schönes Höchst zum Schauplatz haben. Die pittoreske Altstadt mit ihren beiden Schlössern und dem Zusammenfluss von Main und Nidda ist doch wirklich eine perfekt Kulisse. Eins weiß ich jetzt schon, bei diesem Buch werde ich mir für das Cover vermutlich Unterstützung holen müssen. Hier komme ich mit (meinen) Fotos allein nicht weiter, obwohl ich schon am üben bin.

Soll ich schon etwas verraten? Ist noch zu früh. Auf alle Fälle wird das Alte Schloss und der Burggraben eine Rolle spielen und apropos spielen … ich sag nur Ritterspiele! Auf Facebook habe ich schon erzählt, das ich mich beim Schreiben ein bisschen musikalisch begleiten lasse. Es gibt eine Reihe Folk-Rock-Pop Gruppen, die im weitesten Sinne mittelalterliche Musik verarbeiten. Faun gefällt mir sehr gut und ich habe ein Video entdeckt, das es mir echt angetan hat. Hier haben sich die Gruppen Faun und Santiano zusammengetan und es ist etwas Tolles dabei herausgekommen.

So romantisch wird es in meinem Krimi aber eher nicht zugehen. Vermutlich wird er ein bisschen härter werden als die beiden ersten Bea Baumann Bände. Aber – alles ist noch im Werden. Schaun wir mal ….

 

Making of:  Unberechenbar

Making of: Unberechenbar

Wie entstehen eigentlich Geschichten? Manchmal ist es ziemlich einfach, nämlich immer dann, wenn man eine spontane Idee hat und keine Vorgaben umsetzen muss. Mit bestimmten Vorgaben wie bei unseren Drei-Wort-Geschichten ist das schon schwieriger. Aber auch dabei gibt es Unterschiede. Zu manchen Wörtern fällt mir relativ schnell etwas ein, bei anderen habe ich zunächst das Gefühl ‘boah nee’ das geht überhaupt nicht. Was dann? Nehmen wir die gerade aktuellen Wörter: Wildfang als Protagonist oder zumindest Person, Kapelle als Ort und Koffer als Gegenstand. Als ich diese drei Wörter gelesen habe, war die erste Reaktion: Geht gar nicht. Wie soll ich bitte Wildfang unterbringen? Das ist ein Begriff, den man vor einhundert Jahren vielleicht noch benutzt hat, den aber heute praktisch niemand mehr kennt. Gemeint ist ein ungewöhnlich wildes, lebhaftes Kind.

Nach einigem Nachdenken fiel mir dann ein, dass es in meiner Kindheit tatsächlich einmal ein Buch gegeben haben muss, das den Titel ‘Der Wildfang’ trug. Ich habe keine Ahnung mehr, was in diesem Buch stand, aber vom Gefühl her passte es für mich ins neunzehnte oder frühe 20. Jahrhundert und in Richtung ‘Der Trotzkopf’ – auch ein Buchtitel – abgelöst später von den Hanni und Nanni Bänden etc. Um den Begriff auf eine moderne Geschichte zu übertragen, musste ich also eine Verbindung zu diesem Buch schaffen. So langsam kam dann eins zum anderen und DAS ist daraus geworden. Viel Spaß!

Unberechenbar

Puuh! Geschafft! Mit einem weinenden und einem lachenden Auge schloss ich die Tür hinter Kindern und Enkelkindern. Wie ein Wirbelsturm waren sie vor drei Tagen zu meinem fünfundsiebzigsten Geburtstag über mich hereingebrochen. Ich liebte sie alle und war glücklich, dass wir wieder zueinander gefunden hatten. Es war nicht immer leicht gewesen, als ich vor zwölf Jahren noch einmal geheiratet hatte. Vor allem Kirsten war mit meiner Wahl nicht einverstanden gewesen.
„Dass du ausgerechnet diesen Hinterwäldler heiraten musst! Der hat nichts und kann nichts. Und das in deinem Alter!“

Auch mein Sohn hatte den Kopf geschüttelt, aber mehr Verständnis dafür gezeigt, dass ich für eine späte Liebe meine Frankfurter Praxis verkaufte, um für Bernhard und mich ein kleines Haus auf dem Land zu finanzieren. Unsere Trauung in der kleinen Kapelle von Hinter-Seelbach fand in einem sehr kleinen Kreis statt. Und ich muss zugeben, dass ich mich über mich selbst wohl am meisten gewundert hatte. So viele Jahre vernünftig, konservativ, abwägend, auf Sicherheit bedacht. Und nun?

Bernhard war vor zwei Jahren gestorben.
Es war auf einmal sehr still. Da fiel mir der Koffer wieder ein. Rainer hatte ihn mitgebracht. Er hatte ihn bei der Renovierung unseres alten Hauses auf dem Dachboden gefunden.
„Mama, ich glaube, das gehört alles dir. Uralte Bücher und sowas. Schau es dir mal an. Ich wollte es nicht so einfach wegwerfen.“

Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür war. Ich machte mir einen großen, heißen Kakao und öffnete den Koffer.
„Du lieber Himmel“, entfuhr es mir. „Das ist wirklich uraltes Zeugs.“ Karl May Bücher, Hanni und Nanni, Hedwig Courts-Mahler, Der Trotzkopf – hatte ich so etwas noch gelesen? Schließlich mit einem völlig verblichenen Einband ‘Der Wildfang’. Als ich das Buch vorsichtig aufschlug, fiel ein dünnes Heft heraus. Ich spürte sofort, wie mein Herz schneller schlug. Ein Tagebuch meiner Mutter, in dieser ganz speziellen Mischung aus Sütterlin und moderner Schrift.
30. April 1950
Wie sind Richard und ich nur zu dieser Tochter gekommen? Clara ist ein Wildfang, wie er im Buche steht. Oh ja, ich glaube, ich könnte über meine Kleine ein eigenes Buch schreiben. Das Kätzchen, das sie gestern nach Hause brachte – und das sie selbstverständlich nicht behalten durfte – hat heute in Richards Hausschuhe gepinkelt. Clara macht einfach nie, was man ihr sagt. Was soll aus diesem Kind nur werden?

(Tief berührt aber auch mit einem Schmunzeln schloss ich das Buch nach einer Weile. Ein Wildfang war ich nach Ansicht meiner Mutter gewesen. Da waren sie also, meine aufmüpfigen Wurzeln, die sich im Alter wieder gemeldet hatten. Was war nur zwischenzeitlich geschehen?)

In der ersten Fassung habe ich auf die letzten Sätze verzichtet. Was gefällt euch besser?

Nachtrag: Sehr spannend, aber letzten Ende eindeutig. Im Forum der Schule des Schreibens haben alle dafür gestimmt, die letzten Sätze wegzulassen. Das zeigt mir mal wieder, dass ich dazu neige, zu viel erklären zu wollen und vermutlich meine Leser zu unterschätzen. Ich werde in Zukunft daran denken.


Headerfoto: Danke an https://unsplash.com/@kyleunderscorehead


 

Das erste Mal

Das erste Mal

Heute habe ich zum ersten Mal – jedenfalls wenn ich etwas lang Vergangenes ausblende – an einer Ausschreibung teilgenommen. Das lang Vergangene war eine dieser unsäglichen Anthologien der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte”. Ich nehme an, dieser Verein ist hinlänglich bekannt. Da braucht man kein Wort mehr drüber zu verlieren.
Nein, diesmal geht es um eine Ausschreibung des SternenBlick Verlages und zwar um lyrische Beiträge unter dem Motto “Verästelungen”. Drei Texte darf man einreichen, Gedichte, Haiku und ähnliches, lyrische Kurzprosa. Ich habe mir viel Mühe gegeben. Vermutlich noch nie zuvor so viel Zeit in ein Haiku investiert, das am Ende zu einem Tanka wurde. Das Tanka ist eine um zwei Zeilen erweiterte Form des Haiku. Im Moment kann ich euch die Texte hier nicht zeigen. Später mal.

Der zweite Text ist ein Reimgedicht, das ursprünglich aus Nonsensversen entstanden ist. Auch daran habe ich ewig herumgebastelt, bis schließlich etwas völlig anderes daraus wurde. Auch das bekommt ihr irgendwann einmal zu lesen.

Der dritte Text wurde dann die lyrische Kurzprosa. Damit habe ich mich besonders schwer getan und weiß auch nicht, wie lyrisch so etwas sein muss bzw. was ich mir unter lyrischer Kurzprosa genau vorzustellen habe. Romantisch-kitschig kann ich nicht. Der Text durfte nicht mehr als 1.500 Anschläge haben, also noch mal um einiges kürzer als unsere DWGs. Also ich bin gespannt. Einsendeschluss ist der 31.Oktober. Solange muss ich mich nun gedulden, bis ich weiß, ob irgendetwas Gefallen gefunden hat.

Es gibt noch eine zweite Ausschreibung, die bis zum Jahrende läuft: “Verlassene Orte”. Das finde ich auch sehr spannend. Lost places haben mich als Fotografin  schon immer sehr interessiert. Sie sind allerdings im Rhein-Main-Gebiet Mangelware. Da hat man im Osten der Republik mehr Inspiration. Immerhin darf bei diesem Projekt die Kurzgeschichte bis zu 10.000 Zeichen haben. Das ist schon eher nach meinem Geschmack. Lyrisch soll es allerdings auch sein – kein Krimi also. Mal sehn – bis zum Jahresende ist noch Zeit genug.

Hans Magnus Enzenberger

    Durch mein wiederbelebtes Interesse an der Lyrik (das Bändchen von 2006 “Hinter den Masken” war mein erstes selbstpubliziertes Buch) bin ich auf ein Werk von HME gestoßen, das er unter seinem richtigen Namen Andreas Thalmayr geschrieben hat: “Lyrik nervt!” (Affiliatelink!) Ich habe es mir mal bestellt, weil mich der Inhalt interessiert. Schmunzeln musste ich aber schon, weil ich mich daran erinnert habe, dass mich während meiner Oberstufenzeit am Gymnasium Enzensberger “genervt” hat. Mit den Klassikern der deutschen Dichtkunst hat man uns damals verschont. Wir mussten uns mit den modernen Schreiberlingen auseinandersetzen. Mein Lieblingsschriftsteller war Max Frisch. HME gehörte eher nicht dazu. Auf Wikipedia habe ich gelesen, das HME jede Menge Pseudonyme benutzt hat, sogar weibliche. Am schönsten finde ich Serenus M. Brezengang, ein Anagramm zu Magnus Enzensberger. Na wie auch immer, auf das Buch bin ich gespannt.

Nonsensverse & tolle Illustrationen

Und noch ein Buch, das ich mir geleistet habe: Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her: Das dicke Buch vom Nonsens-Reim.(Affiliatelink!) Es scheint, als hätte ich das Bedürfnis, nach vielen Lesestunden auf dem Kindle-Reader mal wieder echte Bücher in die Hand zu nehmen. Ich muss zugeben, auf dieses Buch hat mich Dr. Nicolette Bohn, Studienleiterin an der Schule des Schreibens, gehoben. Sie hat es neulich auf Facebook gezeigt, ich habe es mir auf Amazon angeguckt, und was ich dort gesehen habe, hat mich neugierig gemacht. Es ist eine köstliche Mischung von vielen erfrischenden Nonsensversen kombiniert mit unglaublich fantasievollen Illustrationen.

So – das war jetzt einer dieser Beiträge, den vermutlich eh keiner liest. Aber manchmal schreibe ich auch nur einfach für mich. Und falls doch wer vorbeikommt, erzählt mal, was ihr so macht.

Bildmaterial für den Beitragsheader:https://unsplash.com/@thoughtcatalog

 

 

DWG & Copyright

DWG & Copyright

Zwischenzeitlich sind wieder einige Drei-Wort-Geschichten entstanden. Heute präsentiere ich euch eine davon. Falls ihr euch beim Lesen an einen bestimmten Song erinnert fühlt, dann geht es euch so, wie mir beim Schreiben 😉 Die vorgegebenen Wörter, die wieder in 2400 Zeichen gepackt werden sollten, waren echt schräg: Luxusliner, Nudist, Mikroskop. Das hat mir schon Kopfzerbrechen bereitet. Herausgekommen ist dann etwas in Richtung Dystopie. Na, lest selbst.

Asche zu Asche

Das Raumschiff setzte zur Landung an. Das große Gefährt, seit Lichtjahren im All unterwegs, hatte nichts von seiner Eleganz verloren. Sachte, so als ob man vermeiden wolle, möglicherweise überlebende Erdenbewohner aufzuschrecken, streckte seine Landestelzen wie Fühler aus, bevor es schließlich auf der großen Sanddüne aufsetzte. Der Luxusliner, wie ihn sein Pilot Major Tom CXI. im Andenken an Vergnügungsschiffe aus grauer Vorzeit nannte, war ein technisches Meisterwerk. Die Stelzen waren mit allem erdenklichen wissenschaftlichen Gerät ausgestattet, vom Geigerzähler zur Ermittlung vorhandener Strahlenbelastung, über Mikroskope zur Analyse von Mikroorganismen, bis hin zu hochempfindlichen Antennen, die in der Lage waren, jedwede Radiofrequenzen aufzuspüren.

Major Tom CXI. war erst vor einigen Jahren aus dem Kälteschlaf erwacht, als feststand, dass die Lebenszeit von Tom CX. in Kürze ablaufen würde. Alles Wissen seiner Vorgänger war stetig in sein Gehirn eingespeist worden. Was allerdings die Erde betraf, war das nicht viel. Tom CXI. war wie seine Vorgänger und voraussichtlichen Nachfahren aus der Erbsubstanz weniger Erdflüchtlinge geklont worden, die vor Jahrhunderten dem alles zerstörenden nuklearen Krieg der Religionen durch Auswanderung auf einen entfernten Erdtrabanten entkommen waren. Nun schien es an der Zeit zu ergründen, ob man die Erde wiederbesiedeln könne.
Tom verbrachte Tage damit, alle Daten, die ihm die Geräte lieferten, am Computer auszuwerten. Schließlich – überzeugt, dass er das Schiff würde gefahrlos verlassen können – brach er zu einem ersten Erkundungsgang auf. Ein warmer Sommerwind strich über seine nackte Haut, als er die Düne überquerte und auf das Meer zulief. Kleidung hatte er nie kennengelernt. Offenbar gab es da einen kleinen Fehler im Programm.

Hinter ihm brachen Löcher im Sand auf. Zuerst waren es nur einzelne vermummte Köpfe, die sich langsam an die Oberfläche bohrten. Gestalten, eingehüllt in bodenlange, sandfarbene Gewänder schoben sich nach draußen. Einige trugen Stöcke in den Händen, andere etwas, das Toms Computer als altertümliche Gewehre identifiziert hätten. Ein Zischeln erfüllte die Luft.
Nudistenschwein! Macht ihn nieder! Schützt unsere Kinder vor dieser Ausgeburt der Hölle!“
Ein Schuss krachte, Tom stürzte.

Hinter der Düne zog das Raumschiff seine Stelzen ein und hob ab. Major Tom CXII. erwachte aus dem Kälteschlaf.

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Jemand hat mich gefragt, ob in dieser Geschichte wirklich “unsere freizügige Kultur beim Religionskampf untergegangen ist”?  Ja, in dieser Geschichte schon. Das heißt aber nicht, dass ich für die Zukunft damit rechne. Noch glaube ich fest daran, dass auf dieser Erde Platz für alle Religionen ist.

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Früher habe ich unter meine Geschichten im Blog oft einen Copyrightvermerk gesetzt: © Dr. Elke Heinze – oder so in der Art. Das ist nicht wirklich nötig. Jeder von mir veröffentlichte Text unterliegt grundsätzlich meinem Urheberrecht. Und im Allgemeinen auch meinem ausschließlichen Nutzungsrecht. Es sei denn, ich bestimme etwas anderes, wie neulich bei der Rabengeschichte. Für euch privat dürft ihr alle Geschichten kopieren. Das ist kein Problem. Weil ich aber durchaus vorhabe, irgendwann wieder einen Band mit neuen Kurzgeschichten zu veröffentlichen, gibt es hier auch nicht alles zu sehen, was ich so schreibe. Dafür bitte ich um Verständnis.

 

 

Danke – Neue Rezension – neue Funktion

Danke – Neue Rezension – neue Funktion

Ich freue mich heute über eine weitere 5-Sterne Bewertung für mein Buch “Give me 5” auf Amazon. Das ist erstaunlich, denn Kurzgeschichten haben ja nach wie vor den Ruf, dass sie eher weniger gelesen werden. Ich finds toll, dass offenbar doch mehr Interesse besteht, als ich annehmen durfte. Also danke fürs Kaufen, Lesen und natürlich für die Rezensionen.

Da ich die ‘Give me 5’ Bücher nicht mehr aus den USA bestellen muss, habe ich jetzt auch immer einige vorrätig oder kann sie schnell besorgen. Falls also jemand ein Bändchen mit oder ohne Widmung – vielleicht auch als kleines Weihnachtsgeschenk – über mich beziehen will, dann lasst es mich bitte wissen (nur an Leute, die ich kenne!).

Amazon bietet jetzt eine Youtube ähnliche Funktion zum Einbetten einer ‘Blick ins Buch’-Funktion. Das finde ich sehr praktisch und werde das gleich mal ausprobieren. Funktioniert! Die erste Geschichte (sehr kurz) könnt ihr also gleich hier auf der Seite lesen.