Kopfzerbrechen – Neues aus der Schreibstube

Kopfzerbrechen – Neues aus der Schreibstube

Was gibt es Neues? So neben dem neuen Webseitendesign? Ich musste mal wieder etwas ändern. Ich kann nicht anders. Das Geblümte vom Frühjahr war nicht mehr so meins. Also … ich bin wirklich ernsthaft am Schreiben und auch am Lesen und am Nachdenken und am … ach herrje! Die Schreib- und Sinnblockade hat ja auch lange genug gedauert. Nun ist wohl wieder die manische Phase dran. Es nervt, aber so bin ich nun mal. Wenn ich ehrlich bin, wird der NaNoWriMo-Juli vermutlich gerade ausreichen, dass ich wieder voll drin bin in meinem Manuskript. Bisher habe ich nämlich vor allem viel verändert, gestrichen, neu geschrieben. Aber viel weiter als Ende November 2017 bin ich noch nicht – nicht was den eigentlichen Text betrifft. Ich schätze, die NaNoWriMo-Variante des Einfach-drauf-los-Schreibens ist halt nicht so meins. Irgendein bekannter Schriftsteller hat mal geschrieben, dass er an einer Seite so lange feilt, bis sie reif für die Veröffentlichung ist. Angeblich macht er dann auch nie mehr etwas daran. Ein bisschen was davon kann ich nachvollziehen, aber so kategorisch handhabe ich es dann doch nicht.

Und natürlich mache ich mir Gedanken über ungelegte Eier, zum Beispiel über den Titel. Neulich habe ich mich noch einmal mitten in der Nacht stundenlang mit diesem “Ne umquam desi-dingsbums” auseinandergesetzt. Konnte mir ja bislang niemand eine hieb-und stichfeste lateinische Übersetzung für “Gib niemals auf” präsentieren. Leute, es ist sooo peinlich! Latein war mal mein Lieblingsfach und beim Abi hatte ich ‘ne Eins und das Große Latinum. Das ist allerdings auch schon gefühlte einhundert Jahre her. Heute verstehe ich nur noch Bahnhof, wenn ich so etwas lese: “Der Prohibitiv (von lateinisch prohibere, ‚behindern, verhindern, abhalten‘) ist der Modus des Verbs zur Formulierung von verneinten Befehlen, also von Verboten. Im Lateinischen ergeben Konjunktiv Perfekt + Negationswort ne einen negierten Befehl: „Ne me videris!“, „Sieh mich nicht an!“; alternativ kann man diesen auch durch noli und Infinitiv bilden: „Noli me tangere!“, „Fass mich nicht an!“ Die 2. Person Singular Konjunktiv Perfekt von desinere (aufgeben) heißt desiveris. Oder deserueris von deserere.” Na aber sicher doch. Alles klar?
Also ich werde mir einen anderen Titel suchen und den lateinischen Spruch mit nicht mehr ganz lesbaren Buchstaben in die Story integrieren. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Kleine Kostprobe aus dem Manuskript?

Ich weiß es nicht, Emsch. Aber ich verspreche dir heute eines: Die Zeiten werden sich wieder ändern. Für dich, für uns und für alle, die nach uns kommen. Warte, das hätte ich beinahe vergessen. Ich habe etwas für dich.“
Elmar lief in den Flur, in dem seine Jacke hing. Er kam mit einem Anhänger zurück, der an einem feinen Lederband hing. „Das hat mir Charlotte für dich mitgegeben. Pass gut darauf auf.“ Emma betrachtete den Anhänger. Er schien aus Gold zu sein. In einem äußeren Reif befand sich unten eine fein ausgearbeitete Schale, um die sich eine Natter bis zum oberen Rand emporwand. Mit Mühe konnte man auf beiden Seiten des Reifes Buchstaben erkennen. Emma kniff die Augen zusammen. „Links kann ich ein C erkennen, ein A und ein O, oder? Aber was steht rechts?“
„Die Buchstaben sind abgegriffen“, sagte Elmar. „Links steht der Name deiner Großmutter: Charlotte. Rechts ist ein Satz eingraviert: ‚Ne umquam desiveris‘ soll es wohl heißen. Gib niemals auf!“
„Das ist Latein, oder?“
„Ja. Ich kann kein Latein, aber Charlotte hat mir die Bedeutung erklärt. Sie selbst hat den Anhänger von ihrer Mutter bekommen.“
„Und jetzt soll ich ihn haben? Warum nicht Mama?“
Elmar zuckte mit den Schultern. „Ich kann es dir nicht sagen, Emsch. Aber sie hat eindeutig gesagt, dass ich ihn dir geben soll.“
Dass Charlotte ihm außerdem anvertraut hatte, dass sie ihre Enkelin im Widerstand gesehen hatte, etwas, wozu ihre Tochter nie im Stande wäre, verschwieg er.

Emma legte sich das Lederband um. Ihr Vater lächelte.

Tja – da ist meine Protagonistin gerade mal fünfzehn und hat noch keine Ahnung, was auf sie zukommen wird. Wir befinden uns im Jahr 2096, in einem postdemokratischen Neuen Deutschen Reich. Spannend? Also mehr wird erst einmal nicht verraten. Aktuelle Titelidee: Charlotte & Emma – Weg ins Ungewisse – Roman. Klingt aber ein bisschen langweilig. Schaun wir mal. Fertig ist er ja noch lange nicht. Von dem Begriff Dystopie habe ich mich innerlich schon verabschiedet. Na ja – zunächst mal. Die Zuordnung zum richtigen Genre wird mir vermutlich noch einiges an Kopfzerbrechen bereiten.

 

Kurzgeschichte: Der Geist des Alten

Kurzgeschichte: Der Geist des Alten

Hier mal wieder eine der Ultrakurzgeschichten mit den Wortvorgaben: Kornfeld, Ouijabrett und Ghostwriter. Was für eine Zusammenstellung! Und plötzlich hatte ich dann doch eine Eingebung. Ich sag nur: Vorsicht Satire! Viel Spaß beim Lesen.

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Der Geist des Alten

Die schwere Limousine glitt gemächlich über die von hohen, alten Bäumen flankierte Allee dahin. Der junge, afghanische Chauffeur hatte auf Autopilot gestellt und beobachtete im Rückspiegel das müde Gesicht seiner Chefin.
Hin und wieder blitzten zwischen den Bäumen die goldgelben Kornfelder ihrer uckermärkischen Heimat auf. Angie dachte an das Verlagsgespräch zurück, das sie gerade geführt hatte. Sie hatten mit Sicherheit einen perfekten Ghostwriter für ihre Memoiren gefunden. Angie kannte und schätzte die spitze Feder des Mannes. Sie hatte Physik studiert und jahrzehntelang die Politik des Landes bestimmt. Schreiben war nicht ihre Sache. Aber zu erzählen hatte sie eine Menge.

Der Innenminister wird sich noch wundern.
Bei diesem Gedanken machte sich ein ungewohnt sardonisches Grinsen in ihrem Gesicht breit. Sie freute sich schon jetzt auf die Präsentation des Buches. Doch bis dahin gab es noch viel zu tun.
Angie kicherte. Morgen würde sie als erstes den Dorffriseur aufsuchen. Ihr graues Haar bestand auf seinem Recht, sich der Öffentlichkeit ohne jede Scham zu zeigen. Einen frechen Pixie würde sie sich schneiden lassen. Und dann vor allem Schluss mit den dämlichen Hosenanzügen. Unwillkürlich nahm sie die Hände weg von dem Brett, das auf ihrem Schoß lag. Sie betastete die Falten, die an ihrem Kinn seit Jahren an eine dieser hölzernen Marionetten erinnerten. Der Termin mit Professor Mang war schon vereinbart.
Oh, ihr alle werdet euch noch wundern!

Die Finger wanderten zurück auf das alte, abgegriffene Quijabrett. Zahlen und Buchstaben waren dort eingebrannt. Sonne, Mond und Sterne. Wörter wie Ja und Nein, Danke oder Ende. Kaum noch zu ertasten war der kurze Satz „Ich warte“. Warten war in ihren Augen immer die beste Alternative gewesen. Den kleinen Zeiger, die Planchette aus reinem Bergkristall, hatte sie sich zur Halskette umarbeiten lassen. Sie brauchte ihn schon lange nicht mehr. Der Geist führt ihre Finger auch ohne dieses Hilfsmittel. Der Geist! Dankbar erinnerte sie sich an ihren Ziehvater. Der Alte aus Oggersheim hatte sie immer gut beraten. Sie beschloss, ihm zu Ehren heute Abend einen Pfälzer Saumagen auf den Tisch zu bringen. Nur dieses eine Mal noch. Danach würde sie sich sofort bei Weight Watchers anmelden.
Über der Allee ballten sich dunkle Wolken zusammen. Ein Blitz erhellte die Landschaft. Sein Widerschein traf das Ouijabrett über dem Wort ENDE.

©EHeinze/2018 – Bildquelle https://unsplash.com/@stephenleo1982

 

 

Ausge”campt”

Ausge”campt”

Camp Nano
Es ist immer wieder interessant, welche Erfahrungen man macht, mit denen man eigentlich nicht gerechnet hat. Entgegen meinen eigenen Erwartungen läuft die Arbeit am Manuskript jetzt momentan ganz gut. Aus dem Camp Nano habe ich mich heute allerdings endgültig ausgeklinkt. Jedenfalls aus der “cabin”, wie das dort genannt wird, also einer Gruppe, die in meinem Fall aus lauter Leuten besteht, die ich aus der Schule des Schreibens kenne.  Irgendwie habe ich mir davon etwas völlig anderes erwartet. Nun ja, kann passieren. Ist vermutlich nicht mein Ding.

 

Neben dem Schreiben lese ich auch täglich. Erstanden – ja so richtig auf Papier, kein Kindle Download – habe ich den Schreibratgeber “Story Turbo” von L. C. Frey. Ich bin noch nicht ganz durch, aber das Buch gefällt mir sehr gut. Der Autor hat eine ungewöhnlich flotte Art zu schreiben und mit vielem spricht er mir aus der Seele. Was lag näher, als mir auch noch einen seiner Thriller zu kaufen? Den nun aber wieder im Download. Es gab den neuesten auch gerade bei Kindle unlimited für lau. Und das war gut so. Denn dieser Thriller (Todeszone: Tatort Malmö) ist sowas von fürchterlich, jedenfalls nach meinem Geschmack, dass ich nur noch den Kopf geschüttelt habe. Hier wird an die niedersten Instinkte appelliert, Rechtschreibung und vor allem die Ausdrucksweise lassen auch sehr zu wünschen übrig. Da ich nun mal weiß, dass der Mann es besser kann, ist eigentlich ganz klar, dass dieses Buch nur dazu dient, schnelles Geld zu verdienen, alles andere ist dem Autor offenbar völlig egal. Nun gut, der Erfolg gibt ihm Recht. Und das ist für mich das eigentlich Frustrierende an der Sache: Der Markt gibt es her, die Leser wollen diese Art Bücher offenbar. Ich habe mal wieder diagonal gelesen, nur um möglichst schnell durch zu sein. Irgendwo ja schon in der Hoffnung, dass ich von dem Buch noch einen besseren Eindruck gewinne. War aber nicht.
Dann bin ich noch auf eine Dystopie gestoßen, die eine ähnliche Zeit bedient wie mein Projekt. Das hat mich erst einmal erschreckt, denn es gibt mehr Parallelen, als mir lieb ist. Andererseits ist es gut, dass ich im Vorfeld weiß, was es schon gibt. Man möchte ja hinterher nicht als Plagiator dastehen. Aber trotz aller Ähnlichkeiten ist es doch eine völlig andere Geschichte, scheint mir. Ich habe mit dem Buch gerade erst angefangen, finde es aber ausgesprochen spannend ***. Mal schaun, wie es sich entwickelt. Das Buch heißt “Nordland Hamburg 2059 – Freiheit”, die Autorin Gabriele Ahlers. Und dieser Titel (nur der Titel)) hat nun eine schon extreme Parallele zu einer anderen Dystopiesammlung, die ich kurz angelesen habe: “Hamburg Rain 2084” von Rainer Wekwerth (und anderen). Da bin ich mal froh, dass meine Geschichte in Mainstadt vormals Frankfurt spielt. Aber beeilen sollte ich mich nun doch mal, bevor noch weitere Autoren ein ähnliches Thema beackern.
*** Das mit dem “spannend” hat sich nach einer Weile gelegt. Das Buch – es hat fast 700 Seiten – ist ausgesprochen langatmig. Da könnte viel gestrichen werden. Es gibt zu viele Namen, sowohl hinsichtlich Personen als auch hinsichtlich Hamburger Örtlichkeiten. Wer sich in Hamburg nicht auskennt, der kann damit sowieso nicht viel anfangen. Des weiteren gibt es für meinen Geschmack auch viel zu viele technische Erklärungen. Ich muss das nicht alles bis in Detail wissen. Spannung erzeugt das jedenfalls nicht. Und was das Erzählen an sich angeht … über Geschmack lässt sich streiten. Das Buch ist für mich keine Leseempfehlung.
Für das Foto: Thanks to Unsplash and Tommy Lisbin: https://unsplash.com/@tlisbin
Das Wunder des Camp NaNo

Das Wunder des Camp NaNo

Kaum zu fassen, aber es wirkt. Ich schreibe tatsächlich seit vier Tagen an meiner Dystopie weiter. Seit Ende November lag das Manuskript in der Schublade, mir fiel einfach nichts mehr dazu ein. Ich hatte den Eindruck, dass ich mich mit diesem Projekt übernommen hatte und irgendwie war nach dreißig Tagen Marathon-Schreiben die Luft raus. Meine Anmeldung zum Julicamp war auch nur halbherzig. Immerhin kann man sein Schreibziel diesmal selbst bestimmen. Und weil ich meine Korrekturwut kenne, habe ich mich nicht für Wörter, Zeilen, Seiten oder Anschläge entschieden, sondern für eine Stundenvorgabe. 31 Stunden, also eine Stunde pro Tag, das sollte drin sein. Obwohl ich dachte, dass ich mich dazu zwingen müsste, mich bei dieser Hitze überhaupt an den PC zu setzen. Nun bin ich seit vier Tagen am Schreiben – und natürlich Korrigieren – und es sind bereits zwölf (12) Stunden geworden.

Zunächst einmal muss ich überhaupt wieder in die Geschichte hineinfinden. Dazu ist das Korrekturlesen und Korrekturschreiben optimal. Inzwischen sind auch neue Ideen dazugekommen. Die Figuren verändern sich wieder. Es wird also noch eine Weile dauern, bis der Roman mal fertig ist. Aber das ist mir völlig egal. Hauptsache, es flutscht wieder und ich habe die Freude am Schreiben wiedergefunden. Diesmal gehe ich auch etwas planvoller vor. Nach und nach entsteht ein echtes Gerüst, die Charaktere werden besser ausgearbeitet und ihnen wird dadurch mehr Leben eingehaucht. Hoffe ich zumindest.

Ne umquam desieris – Verrate niemals deinen Traum – der Titel ist Programm! Mein Traum ist es, dieses Buch zu schreiben und ich werde das tun.

Selfpublishing mit BoD

Selfpublishing mit BoD

Heute gab es, von der Schule des Schreibens initiiert, ein Webinar zum Thema Ebook mit BoD (Books on Demand) veröffentlichen. Das war insofern recht interessant, als BoD einen Online Ebook Creator zur Verfügung stellt, der das Erstellen recht komfortabel erscheinen lässt. Da finde ich das Angebot bei Amazon schon ein bisschen rückständig. Allerdings beherrsche ich bis heute die Arbeit mit Papyrus Autor nicht wirklich, obwohl ich dieses Programm schon seit Jahren auf dem PC habe. Vermutlich sollte ich mich damit endlich mal richtig gründlich beschäftigen, bevor ich wieder ins Camp NaNoWriMo einsteige, wie ich es mir für den Juli vorgenommen habe. Allmählich reizt es mich doch wieder, meine im November mit viel Begeisterung und Schreibeinsatz begonnene Dystopie zu vollenden. Steht das Buch mit Papyrus, so sollte der Rest so schwierig nicht mehr sein, egal mit welchem Verein.

Reizen könnten mich an BoD allerdings die Vertriebswege. Amazon ist Amazon und Schluss. Und das ist doch ein bisschen wenig, wie ich auch hier immer wieder feststelle. Mit BoD wären die E-Books auf dem Tolino lesbar – dafür allerdings nicht auf dem Kindle – und die Printausgaben mit ordentlicher ISBN auch im Buchhandel verfügbar. Zumindest wenn sich dort jemand dafür interessieren würde. Bislang verkaufen sich eigentlich nur die E-Books gut. Aber was mache ich mir heute darüber Gedanken? Erstmal muss wieder was fertig werden.

Bildquelle: Danke an https://unsplash.com/@brookelark

Plötzlich wieder schreiben …

Plötzlich wieder schreiben …

… und was dabei herauskommt *lach*. Es ging um die nächste Drei-Wort-Geschichte. Drei ziemlich verrückte Wörter waren vorgegeben: Gefängnis, Schwester und Straußen-Ei. Dann kam mir die Idee für’s Straußen-Ei. Nach Mitternacht habe ich mit dem Schreiben losgelegt und war schließlich richtig zufrieden mit meiner kleinen Geschichte, bis … tja, bis ich feststellen musste, dass ich das “Gefängnis” nicht drin hatte. Bestimmt hätte ich es noch unterbringen können, weil es auch im Alten Ägypten sicher Gefängnisse gab, aber der Begriff kam mir dafür seltsam vor. Also habe ich meine Geschichte in der Schule des Schreibens nicht unter DWGs eingestellt sondern schlicht unter Textkritik. Gefallen hat sie trotzdem. Mal schaun, ob sie auch hier ankommt. Viel Spaß beim Lesen.

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Das Straußen-Ei

„Herrin.“ Die junge Sklavin hatte den Raum leise betreten. Mit niedergeschlagenen Augen wartete sie furchtsam auf die Reaktion der Pharaonentochter.
Neferwaty, die den Nachmittag wie sooft auf der Liege im Innenhof verbrachte, während ihr Tänzerinnen und Knaben die Zeit vertrieben, drehte sich unwillig nach ihr um.
„Warum störst du? Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin.“ Sie griff nach der Schale mit den Datteln, die ihr ein Knabe reichte. Die goldenen Reifen, die ihre Arme schmückten, klirrten leise.

Asra näherte sich ihr zögerlich. Wie schön es hier doch war! Leise plätscherte Wasser in ein marmornes Becken und kühlte die Luft.
„Herrin, Marik der Händler ist eingetroffen. Er hat die Seidenstoffe mitgebracht, die Euch versprochen wurden. Und Federn von Pfauen und Straußen in den schönsten Farben. Und …“ Asras Gesicht glühte nun vor Begeisterung, obwohl sie kaum einen Blick auf die Waren hatte erhaschen können.

Neferwaty sprang auf. „Was? Wieso erfahre ich erst jetzt davon. Wann ist Marik gekommen?“ Mit einer herrischen Geste verscheuchte sie die beiden schwarzen Knaben, die ihr mit Palmwedeln Kühlung zugefächelt hatten.
Asra trat zwei Schritte zurück. „Ich weiß es nicht, Herrin. Aber die Herrin Satamany hat befohlen, dass er erst ihr die Waren vorzulegen habe.“

Neferwatys Gesicht verzerrte sich vor Zorn. Sie dachte an das vergoldete Straußenei, das ihr der Händler mitbringen sollte. Magische Kräfte versprach sein Besitz, Fruchtbarkeit und unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Mann, den sie liebte. Sie konnte jede Hilfe brauchen, um Ramses für sich zu gewinnen, der nur Augen für ihre jüngere Schwester zu haben schien.

„Dummes Ding, du kommst wie immer zu spät“, herrschte sie das Mädchen an und verpasste ihr eine Ohrfeige. „Ich sollte dich auspeitschen lassen. Geh mir aus den Augen. Nein, warte, hole mir sofort Sherin, damit sie mir beim Ankleiden hilft.“
„Ja, Herrin.“ Asra wagte es nicht sich umzudrehen. So schnell sie konnte, verließ sie rückwartslaufend den Raum.

In feinste Seide gekleidet, einen hauchdünnen Schleier vor dem Gesicht, betrat sie wenige Minuten später den Bereich, in dem sie Marik mit seinen Waren vermutete. Sie wusste, dass ihr Vater dieses Verhalten niemals geduldet hätte. Doch hatte sich nicht auch bereits Satamany darüber hinweggesetzt?
Als sie den Hof betrat, wusste sie, dass sie zu spät kam. Es war Ramses, der Satamany ein wundervolles Straußenei aus purem Gold überreichte.

©EHeinze / Juni2018 – Bildquelle:https://unsplash.com/@dermanuskript

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Schnell noch eine Buchvorstellung. Da ich Krimis derzeit über habe, bin ich mal wieder bei den historischen Romanen gelandet. Und weil ich inzwischen davon überzeugt bin, dass sich unter den Kindle unlimited Kostenlosbüchern selten echte Perlen finden (Ausnahmen bestätigen die Regel), suche ich mir nun wieder Bücher aus, die was kosten 😉  Vor ein paar Tagen bin ich auf  “Die Frauenburg” von Marita Spang gestoßen. Der Titel war nun nicht so überzeugend, aber die Bewertungen. Das Buch ist bei Knaur erschienen und kostet schon in der Kindle Version 6,99 Euro. Also habe ich mich getraut und war vollauf zufrieden. Es ist wirklich erstaunlich, dass es doch auch schon im 14.Jahrhundert Frauen gab – historisch belegt – die als Burgherrinnen der Männerwelt erfolgreich trotzten. Loretta von Starkenburg-Sponheim dürfte eine der interessantesten  Frauen des Mittelalters auf deutschem Boden gewesen sein. Erstaunlich, dass ich von ihr vorher noch nichts gehört hatte. Der Roman verknüpft historische Ereignisse mit Fiktion und liest sich spannend, unterhaltsam und lebendig. So müssen historische Romane sein. Eine echte Leseempfehlung meinerseits.

Das mit der Wahl eines Buches, das es nicht als Kindle unlimited Buch gibt, klappt aber nicht immer. Ich habe gerade noch einen weiteren “historischen” Roman zur Rückerstattung eingereicht, der neben seinen 5-Sterne-Bewertungen auch noch allen Ernstes von einer Germanistin und Historikern geschrieben wurde: Die Magd und die Königin – selten so einen unrealistischen Unsinn gelesen. Allerdings nur angefangen und schnell wieder zugeklappt. Lasst die Finger davon.