Freie  Lyrik – Kleine Experimente

Freie Lyrik – Kleine Experimente

Manchmal kommt die Lust an der Lyrik zurück. 2006 habe ich das Lyrikbändchen ‘Hinter den Masken’ veröffentlicht, das heute vergriffen ist. Ich habe mal kurz darüber nachgedacht, ob ich den Band neu auflegen sollte, aber die Gedichte von damals sind nicht mehr meine Gedichte von heute. Ich besitze noch Unterlagen eines Workshops aus dieser Zeit, die ich mir wieder einmal vorgenommen habe. Witzigerweise fängt dieser Workshop ausgerechnet mit Freier Lyrik an. Das fand ich schon damals ausgesprochen schwierig. Weil man aus der Schulzeit Lyrik meistens zunächst mit Reimen verbindet. Freie Lyrik ist also erst einmal gar nicht so einfach. Und wenn man dann so ein Gedicht schreibt, hat man keine Ahnung, wie es bei demjenigen, der es liest, ankommen wird. Noch mehr als bei Prosatexten ist Lyrik tatsächlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Trotzdem will ich mich mal wieder daran probieren, einfach weil ich im Moment dazu Lust habe.
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#Wir sind mehr
Was, wenn der Wind sich dreht,
was, wenn nichts mehr geht?
#wirsindmehr,
aber wo, außer auf Papier?
Auf den Straßen marschieren
die Anderen
die Herzen voll Hass,
die Augen sind leer.
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Manchmal
Manchmal
weiß ich nicht,
wo oben und wo unten ist.
Manchmal
frage ich mich,
wo rechts ist und wo links.
Manchmal
versuche ich,
es allen recht zu machen.
Doch wenn dann
das Oben unten wird,
und rechts wird zu links,
dann weiß ich wieder,
dass nur ich selbst
entscheide, was
für mich richtig ist.
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Leider ist es im Blog schwierig, Gedichte ansprechend zu formatieren. Daran übe ich noch.
Rabennacht

Rabennacht

Heute mal eine Kurzgeschichte für Kinder, so ab zehn Jahren vielleicht. Ich hatte kurz überlegt, sie mit in ‘Give me 5’ hineinzunehmen, es aber doch gelassen. Alle anderen Kurzgeschichten sind in diesem Buch für Erwachsene gedacht. Rabennacht entstand ursprünglich auch aus vorgegebenen Wörtern einer DWG. Die kam aber nie zustande, weil ich mit den 2400 Zeichen nicht hinkam. Jetzt ist sie um einiges länger und ich denke, das ist gut so.
Viel Spaß beim Lesen. Ausdrucken und privates Weitergeben an Kinder ausdrücklich erlaubt. Alle Rechte am Text vorbehalten.

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Rabennacht

„Was meinst du? Ob sie sich traut?“
Ben beobachtete Lea mit zusammengekniffenen Augen. Jan zuckte unschlüssig mit den Schultern.
„So wie sie in der letzten Zeit mit ihren angeblichen Vorfahren angegeben hat, bleibt ihr doch kaum etwas anderes übrig.“
„Raubritter!“ Ben lachte verächtlich. „Ich krieg schon die Namen meiner Großeltern nicht mehr auf die Reihe.“
„Aber wenn es stimmt, dass die Ruine von Burg Rabenstein mal ihrer Familie gehörte, dann haben die bestimmt auch eine Ahnengalerie.“
Die beiden Jungen sahen wieder zu Lea und Marie hinüber, die mit ihren Fahrrädern schon seit zehn Minuten vor der Apotheke „Zu den Sieben Raben“ standen und offenbar heftig diskutierten.

Die Schüler der 7a verbrachten die Woche vor den Herbstferien im Landschulheim von Klein-Rabenstein, einer idyllischen Gemeinde unterhalb einer alten Burgruine. Die Raben, um die sich manch schaurige Geschichte drehte, hatten nicht nur der Burg und dem Dorf den Namen verliehen, auch verschiedene Kneipen und sogar die Apotheke schmückten sich damit.
„Wir werden sehen. Heute Abend ist Vollmond. Entweder kommt sie oder …“ Ben ließ offen, was passieren würde, wenn Lea am Ende kneifen würde.

Es war schon dunkel, als sich Lea, Ben und mehrere ihrer Klassenkameraden hinter dem Landschulheim trafen. Die Jungs fröstelten in der kalten Nachtluft und schielten etwas neidisch zu den Mädchen, die mit Schals, Mützen und Handschuhen gut gerüstet waren. Der Vollmond stand am Himmel und beleuchtete den Weg zur Burg. Lea knipste ihre Taschenlampe wieder aus. Wer weiß, wie lange die Batterie noch halten würde.
„Auf geht’s, Jungs. Oder hat euch der Mut verlassen? Heute Nacht werdet ihr die Ritter von Rabenstein kennenlernen.“

Lea grinste in sich hinein. Ben immer mit seinem Getue und den dämlichen Mutproben! Glaubte der wirklich, er könnte ihr mit seinen Sprüchen imponieren? Heute würde sie es ihm zeigen. Sie hatte die Burgruine im Sommer mit ihrer Familie besucht und ihre älteren Brüder hatten ihr einen geheimen Zugang zum alten Friedhof gezeigt, von dem man in die Ruine gelangen konnte, wenn die Pforte abgesperrt war. Tom und Lukas waren selbst schon mit ihren Klassen im Landschulheim gewesen und hatten die Reste der Burg ausgiebig erkundet. Die beiden waren für jeden Streich zu haben.

Die Jugendlichen machten sich an den Aufstieg. Jan blieb wie üblich auf der Hälfte des Weges keuchend stehen.
„Ich glaube, wir sollten umkehren, Leute. Mir ist saukalt, und wir kriegen auch jede Menge Ärger, wenn jemand entdeckt, dass wir weg sind.“
Ben stöhnte nur, Lea betrachtete den dicken Jungen mit einem eher mitleidigen Blick.
„Geh zurück, wenn du willst. Du kennst ja den Weg und dunkel ist es auch nicht.“
Einige der Mädchen kicherten.
„Reiß dich zusammen“, knurrte Ben. „Wir gehen alle weiter, verstanden?“ Er sah sich um.
„Wo steckt eigentlich Marie?“
„Ach, Marieee …“, Lea schmunzelte, was Ben im Dunkeln nicht sehen konnte. „Die Arme hat sich den Magen verdorben. Sie liegt im Bett.“
„Ha, ha“, höhnte einer der anderen Jungs. „Das glaubst du doch selbst nicht. Die ist nur cleverer als unser Jan.“
„Blödmann!“ Auch wenn Lea sich selbst oft genug über Jan und die anderen Jungs ärgerte, mochte sie es nicht, wenn über Jan hergezogen wurde. Sie mochte den Jungen irgendwie.

Kurz darauf kam die alte Mauer in Sicht, die Friedhof und Burgruine umgab. Die Gespräche verstummten. Schließlich fragte Ben: „Und jetzt, Miss Oberschlau, wie willst du da überhaupt hineinkommen?“
Eines der anderen Mädchen meinte: „Ich finde, das reicht doch jetzt. Ihr seht doch, dass hier außer Jan niemand Schiss hat, Lea jedenfalls bestimmt nicht.“
Lea richtete ihre Taschenlampe auf die Mauer.
„Kommt gar nicht in Frage. Aber ich habe dummerweise keinen Schlüssel für die Pforte.“
„Nee – oder?“ Ben sah sie empört an.
„Na, dann ist doch gut.“ Jan war die Erleichterung anzuhören. „Dann war’s das jetzt.“
„Aber ich weiß, wie wir auf jeden Fall in die Burg kommen.“ Lea legte eine bedeutungsschwangere Pause ein. „Schaut mal da vorne an der Friedhofsmauer, da ist etwas weggebrochen. Ich glaube, das war mal eine Schießscharte oder so was. Wir müssen nur durch die Lücke steigen und dann gehn wir durch den Friedhof …“
„Durch den Friedhof? Spinnst du? Nicht mit mir. Niemals!“ Jan drehte sich um und begann den Weg zurückzulaufen.
„Jan, du Feigling. Das ist doch jetzt nicht dein Ernst. Kneifen gilt nicht.“

Ben war stinkwütend, obwohl er zugeben musste, dass auch ihm der Friedhof bei Nacht nicht unbedingt geheuer war. Aber wenn die Mädchen das schafften, würde er sich garantiert nicht davor drücken. In diesem Moment flog ein schwarzer Schatten über ihre Köpfe hinweg und sie hörten einen lauten Schrei, dem ein Stöhnen folgte. Er zuckte zusammen. Lotte, eine von Leas Freundinnen, klammerte sich an ihm fest.
„Was zum Teufel war das?“
Ein weiterer Schatten folgte, dann noch einer und noch einer. Sieben schwarze Vögel.
„Die Raben, die Rabengeister“, brüllte Jan, der keuchend zurückgerannt kam, und sich Dreck von den Hosen klopfte. „Sie greifen an. Ich, ich …“
„Ich will zurück“, jammerte Lotte.

Lea bekam langsam ein schlechtes Gewissen. So viel Angst hatte sie nicht verbreiten wollen. Aber schließlich hatte man sie oft genug geärgert. Strafe musste sein. Sie stand schon vor der Mauerstelle, an der etliche der alten Steine herausgebrochen waren.
„Blödsinn! Ben, mach mal ‘ne Räuberleiter. Das ist die richtige Stelle. Ich geh zuerst.“
Der Junge sah sie mit unverhohlenem Respekt an. Die traute sich wirklich was. Konnte er das zulassen? Er räusperte sich, konnte aber nicht verhindern, dass seine Stimme mitten im Satz in ein zittriges Quieken umschlug. Ihm blieb aber auch nichts erspart.
„Nee du, lass mich mal. Männer zuerst.“
Einer nach dem anderen kletterten sie über die Mauer. Nur Jan blieb übrig, der es selbst mit Räuberleiter nicht hinüberschaffte.
„Wartet mal“, flüsterte Lea. „Das können wir nicht machen. Ben, ich weiß, wo eine Leiter liegt.“
Verblüfft sah der Junge, wie Lea einige Meter weiter eine alte Holzleiter aufhob und zur Mauer schleifte.
„Los. Reich Jan die Leiter rüber. Das müsste funktionieren.“
Jan ächzte und stöhnte, aber schließlich schaffte er es, sich durch den Spalt zu quetschen. Der Gedanke, auf der anderen Seite allein zurückzubleiben, war alles andere als verlockend gewesen.

Fröstelnd stand die kleine Gruppe dicht an dicht gedrängt zusammen, und Ben sah sich neugierig um.
„Nach einem Friedhof sieht das eigentlich gar nicht aus“, meinte er. „Das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.“
Lea leuchtete mit ihrer Taschenlampe einige umgestürzte Grabsteine an.
„Viel ist hier wirklich nicht mehr zu sehen“, wisperte sie. „Überlege mal, wie viele Jahrhunderte schon vergangen sind. Und überhaupt hat man hier nur die einfachen Leute verscharrt.“
Sie senkte unheilverkündend die Stimme. „Und natürlich diejenigen, die man gehenkt, geköpft oder gevierteilt hat.“
„Aufhören“, riefen Jan und Lotte gleichzeitig. Ben fand allmählich Vergnügen an der Sache. Er glaubte Lea kein Wort mehr.
„Habt euch nicht so. Das ist doch Quatsch. Verbrecher wurden im Mittelalter gar nicht auf dem Friedhof begraben.“
„Stimmt“, gab Lea zu. „Und außerdem müssen wir in die alte Kapelle. Die Ritter wurden selbstverständlich in einer Gruft beigesetzt.“
Gruft! Lea mochte das Wort. Klang das nicht schon wundervoll schaurig? Der Strahl ihrer Lampe zeigte auf Reste eines rechteckigen Gemäuers, das noch gut erkennbar eine halbrunde Apsis aufwies.
„Also los, Leute“, kommandierte Ben entschlossen.

In diesem Moment hörten sie ein seltsames metallisches Klirren. Vor den Mauern der Kapelle erschien eine weiße Frauengestalt, die von zwei finsteren Gestalten in Kapuzenmänteln verfolgt wurde. Einer zog ein Schwert aus der Scheide seines Gürtels und …
„Scheiße“, schrie Jan. „Ich will hier weg, sofort.“
Lotte wollte sich erneut an Ben klammern. Doch der zog Lea an sich und fing an zu lachen.
„Du bist so was von durchtrieben, Lea. Also ehrlich.“ Er gab ihr einen Kuss, der ihn mindestens ebenso überraschte wie Lea.
„Was soll das?“, schimpfte Lotte empört. Statt einer Antwort richtete Ben seine Taschenlampe auf die Füße der drei Gespenster. Sneakers fluoreszierten im Strahl der Lampe.
„Oh Mann,“ schimpfte Lea. „Wie blöd kann man denn sein? Marie, Tom, Lukas, ihr seid enttarnt.“
Die drei Gespenster hielten in ihrem Treiben inne. Lea leuchtete nun ihrerseits mit ihrer Taschenlampe ihren Brüdern ins Gesicht.
„Aus der Spuk! Ihr seid doch selten dämlich.“ Aber insgeheim war sie auch ein bisschen froh, dass sie mit dem Schwindel aufhören konnte. Und was den Kuss eben anging … Lea warf Ben einen forschenden Blick zu.
„Was ist?“ Ben starrte an ihr vorbei in die Luft.
„Ach nichts.“

 

KDP Dauerstress / Probedrucke

KDP Dauerstress / Probedrucke

Leute, Leute, Leute – da macht man was mit! Noch bin ich nicht komplett fertig mit der Taschenbuchveröffentlichung von ‘Give me 5’,  da bekomme ich Mails aus den USA und zwar von CreateSpace. CreateSpace Kunden müssen mit ihren Büchern zu KPD, also Amazon (Kindle)  Publishing Deutschland umziehen. Jetzt bin ich erstmal glücklich, dass ich ‘Give me 5’ gleich bei KDP erstellt habe. Ich hatte eine Weile darüber nachgedacht, weil die finanziellen Konditionen bei CreateSpace besser waren. Das ist nun Geschichte. Glücklicherweise habe ich nur noch die beiden Bea Baumann Krimis bei CreateSpace. Mir tun die Leute leid, die Dutzende von Büchern dort haben. Denn offenbar gibt es vor allem für die Probleme, die in Deutschland unübliche Formate benutzt haben. Ehrlich gesagt, habe ich bei einem Riesen wie Amazon mit sowas nicht gerechnet.

Aber auch mit KDP bin ich im Moment nicht wirklich glücklich. Da habe ich doch die Taschenbuchausgabe von ‘Give me 5’ mehrfach kontrolliert und überarbeitet, und mir auch zwei Probedrucke schicken lassen. Meiner Meinung nach ist dieser gesamte Überprüfungsdurchgang Makulatur, solang man nicht auf Veröffentlichen geht. Erst dann nehmen die das wirklich ernst. Mir war beim ersten Mal aufgefallen, dass das Buch eine ungewollte leere Seite enthielt (inzwischen musste ich eine beabsichtigte einfügen), obwohl angeblich auch eine Überprüfung auf leere Seiten stattfindet. Dann war da die Sache mit dem Titeldruck auf dem Buchrücken. Geht angeblich unter 100 Seiten nicht. Geht doch, habe ja mein Cover selbst erstellt. Bei beiden Probedrucken war der Buchrücken auch fein säuberlich bedruckt. Jetzt plötzlich – ich habe den Druck freigegeben – heißt es: Geht nicht. Da kriegt man doch die Krise!

Was habe ich gemacht? Das Büchlein aufgeplustert, indem ich hinten Leseproben von meinen Krimis eingefügt habe. Denn ich finde, Buchrücken ohne Titel geht gar nicht, egal wie schmal das Buch ist. So, nun hatte ich über 100 Seiten – hurra! – aber dann fiel mir glücklicherweise ein, nochmal die Werte für die Cover nachzulesen. War ja auch irgendwie logisch, dass da was breiter werden muss. Also wieder rein in Photoshop und das Cover angeglichen. Und alles muss wieder neu hochgeladen werden. Irgendwann hat man das wirklich über. Ehrlicherweise muss ich allerdings zugeben, dass die Sache mit dem Buchrückentitel unter hundert Seiten von KDP ausdrücklich erwähnt wird. Ich wollte es halt nur probieren. Und es gaht ja auch, nur KPD akzeptiert es nicht. Wieder was dazugelernt.

Da ich mich momentan nur schlecht zum Schreiben von etwas Neuem motivieren kann, bin ich am Überlegen, ob ich den Umzug von CS zu KDP nicht nutze, um ‘Vergangen heißt nie ganz vorbei’ nochmal zu überarbeiten. Wenn ich eine kleinere Schrift wähle, so wie die bei ‘Mord in der Schwanheimer Düne’ könnte ich die Druckkosten verringern und das Buch auch wieder für 9,99 Euro anbieten. Außerdem, wollte ich das Cover verändern. Das Kinderbild ist zwar niedlich, aber nicht aussagekräftig. Also – es gibt immer reichlich zu tun. Jetzt guck ich aber mal, ob ich nicht noch eine Kurzgeschichte für euch habe, die nicht im neuen Buch erscheint.

Und da war doch noch …? Genau! Herzlichen Dank an die liebe Jutta, die mir für ‘Give me 5’ die erste Rezension auf Amazon geschrieben hat. Ich habe mich sehr gefreut. Dafür gibt es dann auch ein Dankeschön mit Widmung, sobald dieses Taschenbuch endlich zu haben ist.

  Geschafft! Das Taschenbuch ist online. Fehlt nur noch die Verknüpfung mit dem E-Book. Ich schätze, das kommt dann die nächsten Tage auch noch: Give me 5 – Die magische Welt der Kurzgeschichten
Ich habe mir gleich einige Autorenexemplare bestellt und hoffe, dass sie in Ordnung sind.

Buchempfehlung: Gelebt, Erlebt, Überlebt

Buchempfehlung: Gelebt, Erlebt, Überlebt

Mal kurz ganz weg vom eigenen Buch – auch wenn es schwerfällt *g*.

Eine Autorenkollegin – Stefanie Hohn – hat vor einiger Zeit auf ihrer Webseite das Buch “Gelebt – Erlebt, Überlebt” von Gertrude Pressburger vorgestellt und empfohlen. Ihre Empfehlung war so überzeugend, dass ich mir das Buch sofort gekauft habe. Es ist die Geschichte einer Holocaust-Überlebenden. Nun habe ich schon viel über dieses Thema gelesen – oder auch filmisch aufbereitet – gesehen, sodass ich eigentlich dachte – naja, warum eigentlich noch ein Buch? Ich kann nur sagen, es war kein Fehler. Dieses Buch hat mich aufgewühlt. Ich habe es fast am Stück gelesen. Frau Pressburger ist heute neunzig Jahre alt und hat ihre Lebensgeschichte von einer Journalistin aufschreiben lassen. Sie war noch ein Kind an der Schwelle zum Teenager als sie mit ihrer Familie vor den Nazis aus Wien flüchten musste. Das Buch beginnt sehr ruhig. Es ist ein Familienleben mit Höhen und Tiefen, eine eher arme Familie, die aber das Beste aus ihrem Leben macht. Die jüdische Abstammung ist den Kindern zunächst nicht bewusst, wurden sie doch sogar katholisch getauft. Dann beginnt das Grauen. Erst langsam und doch schon beeindruckend, wenn man liest, wie oft die Familie weiterziehen musste, weil die SS überall in Europa gegenwärtig war. Und dann kam Auschwitz …

Gertrude Pressburger erzählt mit einer ungeheuren Distanz. Vermutlich für sie die einzige Möglichkeit überhaupt darüber zu sprechen. Und genau das macht das Buch so eindringlich. Nach wie vor ist es für mich unbegreiflich, wie Menschen mit anderen Menschen so umgehen konnten, wie es in den Konzentrationslagern geschah. Und genauso unbegreiflich, wie man das überleben konnte.
In einer Zeit, in der es uns so gut geht und doch so viel gejammert wird, in einer Zeit, in der die AfD plötzlich gesellschaftsfähig wird, kann man nur sagen: Leute, lest dieses Buch!

Gelebt, Erlebt, Überlebt, von Gertrude Pressburger, aufgezeichnet von Marlene Groihofer, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2018

Und dann war da noch die Printversion …

Und dann war da noch die Printversion …

Arbeit ohne Ende. Und es sind immer wieder die gleichen Probleme. Bin ich nicht genau genug, oder warum finde ich erst in der Druckvorschau (immerhin!) die leere Seite zwischen zwei Geschichten? Oder warum habe ich nicht gleich den Untertitel in einer kleineren Schrift eingefügt? Bei der Vorschau stelle ich fest, dass der letzte Buchstabe möglicherweise beim Buchschnitt auf der Strecke bleiben könnte. Also wieder rein in Photoshop und das Cover noch mal abgeändert. Und irgendwie ist es auch witzig, dass mir nach dem Kontrolldurchlauf von KDP erzählt wird, man hätte keine Probleme entdeckt. Darauf kann man sich also nicht verlassen. Egal – es wird korrigiert, bis die Tasten qualmen. Nein, so wie es nun ist, bin ich einigermaßen zufrieden. Und ich schwöre hoch und heilig, dass ich mir bis zum nächsten Buch noch ein bisschen mehr Wissen und Können in WORD und PAPYRUS AUTOR aneignen werde.

Bei der ganzen Formatiererei für das Taschenbuch ist mir natürlich auch in der E-Book Version noch ein Fehler aufgefallen. Also wenn ich ganz große Lust habe, dann wird der auch noch ausgemerzt und das E-Book entsprechend aktualisiert. Irgendwo bin ich ja schon ein kleiner Perfektionist. Aber bei 1,99 Euro Verkaufspreis (nicht Verdienst) fragt man sich schon mal, ob man solche Kleinigkeiten nicht einfach belässt.

Jetzt habe ich mir mal einen Probedruck bestellt und den Verkaufspreis auf 5,99 Euro festgelegt. Ob sich das Taschenbuch überhaupt verkaufen lässt, wird sich weisen. Ich hoffe da ein bisschen auf Weihnachten. Ist doch eine hübsche kleine Geschenkidee für alle, denen man sonst vielleicht Pralinen oder ein paar Socken schenken würde 😉

Beim Autorenfoto auf der Coverrückseite habe ich dann doch wieder zum selben Bild gegriffen, dass ich auch schon bei den Krimis verwendet habe. Irgendwie ist es wie ein Logo. Davon mag ich mich nicht trennen 🙂

Aha – gerade ist die Bestätigung für den Probedruck eingegangen. Die gibt es anders als bei CreateSpace in den USA sehr günstig, sind aber auch entsprechend kenntlich gemacht, damit man sie nicht verkauft.

Give me 5 – Das E-Book ist erhältlich!

Give me 5 – Das E-Book ist erhältlich!

Juhu! – geschafft! Zeitweise sah es aus, als würde ich an der Formatierung mit dem neuen Kindle Creator von KDP verzweifeln, aber nun ist

‘Give me 5’- Die magische Welt der Kurzgeschichten

bei Amazon erhältlich. Und auf meinem Kindle sieht es wirklich brauchbar aus.

Zwar sind die Formatierungen, die ich mit dem Kindle Creator vorgenommen habe, alles andere als eins zu eins übernommen worden, aber dafür andere vorhanden, die ich nicht hinbekommen habe. Oder anders ausgedrückt, der Text sieht auf dem Smartphone anders aus als auf dem E-Reader! Schon allein das ist magisch *lol*. Und – JA! – man kann die Kurzgeschichten supergut auf dem Smartphone lesen. Da verspreche ich nicht zu viel. Ich selbst käme nie auf die Idee, einen Roman auf meinem Handy zu lesen, aber Kurzgeschichten sind dafür perfekt.
Das Buch gibt es für kleines Geld. Das E-Book kostet 1,99 Euro. Das Taschenbuch wird vermutlich irgendwo bei fünf Euro liegen. Eigentlich der Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit darin steckt. Aber so ist der Markt nun mal.
Wie immer hoffe ich, dass mein Buch Gefallen findet. Und wie immer freue ich mich über Rezensionen auf Amazon, denn die braucht man als Selfpublisher nun mal unbedingt.
Jetzt werde ich mich noch an die Formatierung und das Cover für die Taschenbuchausgabe machen. Gut, dass ich schon graue Haare habe, denn ich bin sicher, dass ich auch daran wieder zu knabbern haben werde.

Für das Headerfoto habe ich ein Motiv (den Drink) von Olivier Guillard by Unsplash.com benutzt. Danke.