Buchvorstellung: Der Apfelbaum

Buchvorstellung: Der Apfelbaum

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Heute möchte ich ein Buch weiterempfehlen, das ich selbst als Hörbuch verschlungen habe. Es handelt sich um “Der Apfelbaum” von Christian Berkel. Christian wer? Zumindest mein Mann hat so reagiert. Als ich ihm aber den Schauspieler beschrieb – ein echter Charakterkopf – wusste er sofort, wen ich meinte. Ach ja – Schauspieler und Sänger, die Bücher schreiben …! Wieder einer? Ja, aber was für einer!

Sprachgewaltig und sehr eigen, arbeitet Berkel in “Der Apfelbaum” seine Familiengeschichte auf. Wild wechselt er Zeit- und andere Perspektiven. Eigentlich ein ‘No go’, wie ich es gelernt habe. Aber es hat mich zu keiner Zeit gestört. Zu eindringlich ist seine Erzählkunst, zu mitreißend die Geschichte zweier Familien, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Die Arbeiterfamilie am Rande des Existenzminimums auf der einen Seite, die Bohemièns, Existenzialisten und Anarchisten auf der anderen. Zwei Jugendliche, Kinder fast noch  – Sala Nohl und Otto Berkel – treffen in einer für Otto fast aussichtslosen Situation aufeinander und verlieben sich ineinander. Die Geschichte beginnt in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein großer Teil befasst sich mit der NS-Zeit, dem Zweiten Weltkrieg und der Verfolgung Menschen jüdischen Glaubens, zu denen auch die Frauen aus Berkels mütterlicher Linie zählen.

Im Mahlstrom deutscher Geschichte werden Sala und Otto auseinandergerissen. Dass sie überleben, ist ein großes Wunder. Dass sie nach dem Ende des Dritten Reichs wieder zueinanderfinden, ein noch größeres. Man darf nicht allzu empfindsam sein, wenn man das Buch liest oder hört. Berkel erzählt mit ungeheurer Intensität und schreckt auch vor drastischen Schilderungen und Ausdrücken nicht zurück. Manchmal wurde es mir fast zu viel. Dann habe ich eine Pause eingelegt, konnte aber nie aufhören, bis ich das Hörbuch zu Ende gehört hatte. Und überlege mir, ob ich mir nicht noch das gedruckte Buch zulegen werde. Es gibt Vieles, das ich gerne nachlesen möchte – Namen, fremdsprachige Ausdrücke, Hinweise auf interessante Persönlichkeiten. Doch, ich denke, ich werde es tun.

Bei Amazon vergibt man für eine solches Werk 5 Sterne. Ich würde gerne zehn (10) vergeben.

 

Die Tote aus der Nidda “in trockenen Tüchern” ;-)

Die Tote aus der Nidda “in trockenen Tüchern” ;-)

Nun ist es geschafft! “Die Tote aus der Nidda” – ein neuer Bea-Baumann-Krimi, jetzt auch als Taschenbuch bei Amazon erhältlich.

Bei der Covergestaltung habe ich das Motiv der Vorderseite diesmal spiegelverkehrt und leicht verändert auf der Rückseite fortgesetzt. Mir gefällt das Ergebnis richtig gut. Euch hoffentlich auch 😉

Zusammen mit dem Erscheinen des Taschenbuches ist es mir auch gelungen, dass der Support beim E-Book die korrekte Seitenzahl (256 Seiten) eingetragen hat und außerdem Korrekturen möglich waren. Das war mir wichtig, denn ich habe beim Überarbeiten des Taschenbuches ein paar Fehler entdeckt, die ich auch im E-Book berichtigen wollte. Alle Käufer des E-Books, die sich die erste Auflage heruntergeladen haben, können auf ihrem Konto in “Meine Inhalte & Geräte” gehen und dort kostenlos eine Aktualisierung downloaden. Vielen Dank an das Amazonteam dafür.

Ein Ärgernis gibt es dennoch. Amazon hat neue Richtlinien bei den Rezensionen eingeführt. Man muss seit einiger Zeit als Amazonkunde einen aktuellen Umsatz von mind. 50 Euro vorweisen können, um überhaupt eine Bewertung schreiben zu dürfen. Einerseits eine ziemliche Frechheit, andererseits soll es wohl verhindern, dass Gefälligkeitsrezensionen für 5 Euro gekauft werden. Na, ich hoffe, dass einige von euch auch sonst ab und zu bei Amazon einkaufen – ich weiß, es gibt auch richtige Amazon-Hasser – und dass ihr, falls ihr mein Buch lest, mir dann auch eine Rezension schreiben dürft. Ich würde mich freuen.

Haiku – mal über den Tellerrand geguckt

Haiku – mal über den Tellerrand geguckt

Durch die Schule des Schreibens und auch über Facebook fühle ich mich anderen Menschen der schreibenden Zunft verbunden. Mit einigen von ihnen hat man sehr guten Kontakt, mit anderen weniger – wie eigentlich immer im Leben. Warum sollte ich meinen Blog nicht auch einmal nutzen, um andere Autoren vorzustellen? Vor allem, wer Nischen bedient, hat es schwer, ein größeres Publikum zu finden.

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Heute möchte ich Antje Steffen vorstellen, die bereits einige Bücher den japanischen Haiku gewidmet hat. Sie veröffentlicht ihre Bücher bei Books on Demand – BoD: Momente des Lebens – Lebensmomente 

Antje Steffen, geb. 1969, schreibt seit vielen Jahren Geschichten und Gedichte. Als sie die Haiku-Dichtung für sich entdeckte, war sie fasziniert von deren Möglichkeiten und schreibt seitdem regelmäßig Haiku.
Außer ihren Haiku-Büchern hat die Autorin Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien veröffentlicht und bisher vier Romane bei BOD herausgegeben. Eine weiteres Buch handelt von ihrem Weihnachtsschneemann Snowy.

Ihr neustes Buch ist Momente des Lebens – Lebensmomente Band 3: Auch in diesem Buch hat die Autorin Haiku zusammengestellt, die im Laufe der Monate entstanden sind. Zwischen den Haiku befinden sich Fotos, die die Autorin im Garten, Wald und im Urlaub gemacht hat. Auf der BoD -Seite sind Leseproben vorhanden.

Was genau sind Haiku? Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die aber inzwischen überall auf der Welt bekannt ist. Japanische Haiku bestehen meistens aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten. Diese Lauteinheiten werden bei uns mit Silben gleichgesetzt. Das macht das Haiku im Deutschen oft ein wenig holprig. Auch andere Länder sehen die Silbenzahl deshalb nicht gar so eng. Es sind offene Texte, die meist von der Natur handeln. In meinem Haiku, das ich in das Headerbild eingefügt habe, habe ich mich an die traditionelle Anzahl der Silben gehalten. Schönere Miniaturgedichte im Haikustil entstehen aber meiner persönlichen Meinung nach in deutscher Sprache, wenn man die Vorgaben lockerer handhabt.

Neben dem Haiku gibt es auch das Senryū, eine sehr ähnliche Gedichtform. Während das Haiku sich aber mehr mit der Natur beschäftigt, befasst sich das Senryū mehr mit dem Persönlichen, dem Emotionalen.

Kurzgeschichte: Rungholts Fluch

Kurzgeschichte: Rungholts Fluch

Wenn man ein Buch beendet hat, bekommt man allmählich den Kopf auch wieder für Neues frei. Im Forum der Schule des Schreibens sind einige Wortkombinationen an mir vorbeigerauscht. Die aktuellen drei Wörter haben mich aber magisch angezogen: Rungholt, Rivale und Lesezeichen.

Vor Kurzem erst habe ich in meinem anderen Blog für das Projekt DigitalArt eine Bildbearbeitung gezeigt, die ich wechselweise mal Atlantis oder eben Rungholt benannt habe. Vielen ist Rungholt, die in der Nordsee versunkene Stadt, kein Begriff. Ich muss zugeben, dass ich auch erst wieder durch das Lied “Rungholt” der Band “Santiano” darauf aufmerksam wurde. Ich habe mich allerdings früher schon einmal damit beschäftigt, ähnlich wie mit Haithabu. Ich liebe Sagen und Legenden.

Hier also meine Drei-Wort-Geschichte. 2.400 Zeichen sind eigentlich viel zu wenig. Ich werde mir ernsthaft überlegen, ob ich aus dieser Sache nicht noch mal etwas wesentlich Längeres mache. Viel Spaß beim Lesen.

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Rungholts Fluch

Lea strich mit dem Finger sacht über das Lesezeichen, bevor sie das Buch zusammenklappte. Ben hatte es ihr im letzten Jahr zum Valentinstag geschenkt. Es hatte die Form eines Fischs, die Schuppen plastisch in Form kleiner blau-goldener Herzen herausgearbeitet. Ob er geahnt hatte, dass es sie irgendwann weg von München und in den Norden ziehen würde? Björn, der Studienkollege aus Flensburg, hatte mit seinen nordischen Sagen eine Saite bei ihr zum Klingen gebracht, eine Sehnsucht, die gestillt werden wollte. Ben hatte dem Rivalen wenig entgegenzusetzen, als Björn vorschlug, Lea auf eine Forschungsreise zu den nordfriesischen Inseln mitzunehmen.

Rungholt war das Ziel der Unternehmung. Ben hatte nur die Augen verdreht. Rungholt – für ihn war das so unsinnig wie die Suche nach Atlantis. Als sich herausstellte, dass die Exkursion mangels öffentlicher Gelder nicht stattfinden würde, hatte Lea sich längst in Björn verliebt.

Ruhig glitt die gecharterte Jacht über die Wellen der Nordsee. Lea hatte es sich auf dem Sonnendeck bequem gemacht. Vom Segeln verstand sie nichts.
„Musst du nicht“, hatte Björn ihr versichert. „Ich mach das schon. Glaub mir, ich weiß inzwischen genau, wo wir suchen müssen. Stell dir mal vor, wie es sein wird, wenn ich endlich beweisen werde, wo Rungholt exakt lag. Ich werde es finden.“ In seinen Augen erschien dieses Glitzern, das ihn so anziehend machte.
„Ein Blender“, war Bens bitterer Kommentar, bevor er den Rückzug angetreten hatte. „Pass auf dich auf.“

Wind kam auf, stärker als sie es in den letzten Stunden erlebt hatte. Lea sah zum Horizont. Er erschien ihr dunkel, furchteinflößend. Wo waren sie eigentlich genau? Musste nicht Pellworm längst in Sichtweite sein? Die Zeilen aus Liliencrons Gedicht kamen ihr unwillkürlich in den Sinn:
„Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
liegen die friesischen Inseln im Frieden.
Und Zeugen weltenvernichtender Wut,
taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.“

Lea biss sich auf die Lippen. Björn war unter Deck. Sah er nicht, dass das Wetter sich änderte? Verdammt, wo steckte er denn? Als sie aufstehen wollte, rollte eine gewaltige Woge auf sie zu.
Lea schrie auf. Björn streckte den Kopf durch die Luke. Er war kreidebleich.
„Das Segel, wir müssen das Segel …“ Eine Böe erfasste das Tuch, der Baum schlug um.

Als Lea unter Wasser ein letztes Mal die Augen öffnete, sah sie die goldene Kirchturmspitze.

 

Und fertig! – Die Tote aus der Nidda

Und fertig! – Die Tote aus der Nidda

Was lange währt, ist auch diesmal hoffentlich wieder gut geworden. Heute habe ich das Manuskript zum dritten Bea Baumann Krimi “Die Tote aus der Nidda” bei KDP (Amazon) hochgeladen und mich auch für das endgültige Cover entschieden. Morgen werde ich ein letztes Mal auf dem Kindle Korrektur lesen, dann wird veröffentlicht. Wie immer steht dann noch das Taschenbuch an. Ich werde die Beta Version von Kindle Create mal ausprobieren. Wenn es mir nicht gefällt, dann wieder im alten Stil. Die Printausgabe soll sich ja auch tunlichst optisch den beiden Bänden davor anpassen. Aber allmählich bekomme ich Routine, obwohl ich mir sicher bin, dass ich mich auch diesmal wieder mit den Seitenzahlen irgendwie herumärgern werde. Das Cover fürs Taschenbuch dürfte hingegen das kleinste Problem werden. Ich habe schon beim E-Book Cover darauf geachtet, dass ich es problemlos um Buchrücken und Rückseite ergänzen kann.

Morgen werde ich diese Seite dann auch mal ein bisschen auf Frühling einstimmen. Das frostige Design darf weichen. Der Krimi spielt zwar im Herbst, aber das Cover enthält jede Menge Gelb – das passt 😉

Buchbesprechung ‘Muttertag’

Buchbesprechung ‘Muttertag’

Die vergangene Woche habe ich mich nach langer Zeit mal wieder durch ein Hörbuch gequält. Und ich denke, wäre es ein gedrucktes Buch gewesen, hätte ich quergelesen und viele Seiten einfach überblättert. Es handelt sich um den aktuellen Krimi “Muttertag” von Nele Neuhaus. Ich weiß nicht recht, womit ich anfangen soll. Ein Verriss soll es nicht werden, aber ich kann es auch nicht weiterempfehlen. Laut Amazon hat das gedruckte Werk 560 Seiten. Ich lese sehr gerne dicke Wälzer, sofern sie mich fesseln können. Dann können mir auch 1000 Seiten nicht lang genug sein. Bei diesem Buch aber dachte ich nur: Wann kommt sie endlich zum Wesentlichen? Es ist interessant, dass man bei Amazon zunächst einen sehr positiven Eindruck bekommt – fast durchweg fünf Sterne, das ist schon was. Aber eben nur fast. Die meisten Leser, die mit drei bis zu einem Stern kommentiert haben, kommen zum gleichen Ergebnis wie ich: zu lang, zu langatmig, zu langweilig.

Schon seit ihren letzten Krimis hat die Autorin einen Hang dazu, die Romane mit Figuren zu überfrachten. Das tut sie in ‘Muttertag’ bis zur Schmerzgrenze. Ich weiß nicht, ob sie es lustig fand, ihre Kommissarin Pia Sanders an einer Stelle sogar bemerken zu lassen, dass in einem Kriminalroman der Leser den Überblick verlieren könnte. Aber nicht nur das. Es gibt unendliche Wiederholungen. Der absolute Höhepunkt ist wohl dort erreicht, wo man sich als Leser die Aufzählung sämtlicher aufgefundener Leichen mit Namen, Bekleidung, Auffindeort, Todesart etc. anhören bzw. lesen muss. Das ist sterbenslangweilig, zumal man das alles schon weiß. Dazu kommen endlose Beschreibungen von Autofahrten der Ermittler. Was für einen Leser aus dem Frankfurter Raum oder Vordertaunus möglicherweise noch ein wenig anheimelnd wirkt (aha, kenn ich, fahre ich auch öfter) muss für Leser aus dem übrigen Deutschland entsetzlich öde sein.

Was für mich das Buch immerhin etwas interessant macht, ist die akribische Darstellung ermüdender Polizeiarbeit. Ob Schutzpolizei, Kriminalpolizei oder Spezialeinheiten – das reinste Nachschlagewerk für Krimiautoren. Ganz sicher hat Neuhaus enorm gut recherchiert. Das trifft auch auf den Frankfurter Flughafen zu, auf dem ganz am Ende die Story noch einmal Fahrt aufnimmt. Nur bis dahin war ich ein dutzend mal versucht, das Hörbuch wegzulegen. Und der Plot an sich? Für mich sind große Teile überflüssig oder an den Haaren herbeigezogen. Ganz offensichtlich inspiriert von dem realen Fall um den Serienmörder Manfred Seel aus Schwalbach, wird der auch immer wieder erwähnt, obwohl er nichts zur Sache beiträgt. Kurz und gut, empfehlen kann ich die Lektüre nicht. Und für mich wird es der letzte Krimi aus dieser Reihe gewesen sein.
Aber: Gelesen wurde das Hörbuch von Oliver Siebeck und er hat das toll gemacht. Ihm als Sprecher gebe ich gerne 5 Sterne *****. Das muss ich unbedingt erwähnen, denn die Güte eines Sprechers macht bei Hörbüchern eine Menge aus.