Nach dem Buch ist vor dem Buch

Nach dem Buch ist vor dem Buch

Relativ schnell für meine Verhältnisse habe ich mich nach der Veröffentlichung meines Kriminalromans “Tod unter dem Steinkreuz” an den nächsten Krimi gesetzt. Wenn das so angeflogen kommt, sollte man sich dem Impuls nicht widersetzen, denke ich 😉 Und mehr durch Zufall ist der erste Tatort in der Bürostadt Niederrad zu finden. Weil ich wusste. dass sich dieser Frankfurter Stadtteil momentan im Umbruch befindet – er heißt inzwischen auch Lyoner Quartier – wollte ich mich dort mal wieder umsehen. Es ist immerhin mehr als zehn Jahre her, dass ich dort noch als Zahnärztin regelmäßig unterwegs war. Ich habe nicht schlecht gestaunt. War die Bürostadt schon vorher in meinen Augen ein Albtraum aus Glas, Stahl und Beton, ist es das Lyoner Quartier mit seinen unzähligen Großbaustellen erst recht. Ein idealer Ort für einen Krimi, finde ich 😉

Auf solchen Baustellen eine Leiche verschwinden zu lassen, das sollte doch möglich sein. Vor allem wenn man sich dazu noch das nächste Bild betrachtet.
Nichtsdestotrotz spielt der Anfang des neuen Krimis zwar an genau dieser Adresse, aber eine Leiche gibt es hier zunächst mal nicht. Mehr wird nicht verraten.

Ein paar schöne Ecken fürs Fotografenauge hat das Lyoner Quartier aber auch zu bieten. Mir hat diese Spiegelung richtig gut gefallen:

Tod unter dem Steinkreuz

Tod unter dem Steinkreuz

Liebe FreundINNen und LeserINNen, es ist so gut wie geschafft. Mein neuer Kriminalroman “Tod unter dem Steinkreuz” ist seit heute bereits als E-Book und demnächst auch als Taschenbuch bei Amazon erhältlich. Inzwischen bin ich rundherum glücklich mit der Überarbeitung des Plots, der mir zwischenzeitlich Kopfzerbrechen bereitet hat. Gut Ding braucht eben doch seine Zeit.

Tod unter dem Steinkreuz – der neue Frankfurt Krimi

Enno von Altenburg ist der neue Kriminalhauptkommissar im Frankfurter K11. Der Roman schließt nahtlos an die Bea-Baumann-Reihe an. Enno ist für mich inzwischen so real, wie es nur irgend geht. Als neuer Protagonist nimmt er eher Bea Baumanns Stelle ein als die ihres Ehemannes KHK Lorenz Winkler. Enno ist ein Mensch mit Ecken und Kanten und muss sich seinen Platz erst einmal erobern. Dass er gleich zu Beginn mit einem brutalen Mordfall konfrontiert wird, der ihn bei den Ermittlungen in die eigene Vergangenheit als junger Kommissar in Wiesbaden zurückführt, macht für ihn den Anfang nicht leichter. Und dann sind da noch die Frauen … Und eine Frage, die vor allem Kriminaloberkommissarin Sandra Zeitler umtreibt.

Tod unter dem Steinkreuz ist erneut überwiegend im Frankfurter Westen angesiedelt, kleine Abstecher nach Wiesbaden und in den Taunus inbegriffen.

Bei der Gestaltung des Titelbildes wollte ich wie wie üblich möglichst nah an der Realität bleiben. In diesem Fall also am real existierenden Steinkreuz auf dem Friedhof in Frankfurt-Höchst. In diesem Fall war das wegen der umgebenden Bäume und Sträucher unmöglich. Eines habe ich inzwischen gelernt: Ein Cover muss eine möglichst klare Aussage haben. Deshalb habe ich mich auf die im Roman erwähnten Birken und eine grafische Kreuzdarstellung beschränkt. Hier drei Fotos, die ich während des Schreibens vor Ort gemacht habe.

Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden.

Sobald das Taschenbuch erhältlich ist, melde ich mich auf jeden Fall noch einmal. Viel Spaß und Spannung beim Lesen.

Blick zurück auf den September

Blick zurück auf den September

Manche Monate rasen regelrecht an mir vorbei. Und irgendwie sind es immer die zum Jahresende hin. Ganz fest hatte ich mir vorgenommen, den neuen Krimi baldmöglichst fertigzustellen. Sicher wartet der/die eine oder andere schon auf einen neuen Newsletter mit der Nachricht: Fertig! Der Neue ist da. Nein, nichts dergleichen. Im September überrollte mich meine zweite Passion  mit aller Macht: Das Fotografieren.  Erst wurden alle vorhandenen Kameras samt Objektiven verkauft, dann kam die neue Bridge ins Haus. Ein Wahnsinnsteil. Da musste natürlich erst mal ganz viel fotografiert werden. Kann man im Mainzauberblog nachlesen, der gerade eine neue Startseite mit Galerie bekam und die erste neugestaltete Fotoseite. Aber verrückt wie ich bin, habe ich mich von der Qualität der Sony-Kamera derart begeistern lassen, dass inzwischen noch eine weitere dazukam. Wie auch immer – heute zumindest war ich unterwegs in Zeilsheim auf Recherchetour. Zeilsheim ist ein wichtiger Ortsteil im neuen Krimi und da will frau keine Fehler machen. Und es war gut so. Der Straßenname, der mich zunächst angesprochen hatte – warum auch immer – wird nun doch gecancelt und gegen einen erfundenen ausgetauscht. Eigentlich halte ich das meistens so. Nur Bea und Lorenz dürfen im tatsächlich existierenden Stieglitzenweg (ohne Hausnummer) wohnen. In “Vergangen heißt nie ganz vorbei” wurde aus dem Bachstelzenweg, der mir für die Familie Weimann vorschwebte, der Blaumeisenweg. Und nun wird eben aus der Straße mit dem seltsamen Namen “Katzenstirn” die Schwarzenbergerstraße. Passt zu vorhandenen Straßennamen, gibt es aber nicht. 

Ja, bei dieser Gelegenheit habe ich also Kamera Nr. 2 getestet und ebenfalls für gut befunden. Nun gibt es keine Ausreden mehr – es wird wieder geschrieben. Jedenfalls, wenn ich auch diese Webseite noch ein bisschen überarbeitet habe. Und wenn der Herbst nicht noch mal allzu schön wird. Im Moment ist ja schon Schreibwetter.

In diesem Monat gab es auch noch eine Lesung. Wieder in Sindlingen, aber leider eher schlecht besucht. Das war etwas schade. Aber auch das gehört zum Autorenleben wohl dazu.

 

Zum Jahresende: Zwischen Rauhnächten und Klarheit

Zum Jahresende: Zwischen Rauhnächten und Klarheit

Heute wird’s ein bisschen philosophisch. Hängt vermutlich damit zusammen, dass mein Leuchtturm-Bullet Journal diesmal passend zum Jahresende voll geworden ist. Es war abzusehen und so habe ich mir schon vor einigen Wochen Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen soll. Ich mag mein BuJo und ich mag meinen Leuchtturm 1917, besonders wenn er voll ist und ich darin blättern kann. Aber während des Jahres habe ich die Eintragungen immer wieder vernachlässigt und gemerkt, dass ich auf das klassische Einteilen und Vorbereiten Woche für Woche oft keine Lust hatte. Schließlich habe ich mich für den KLARHEIT-Kalender entschieden. Hier sind die Wochen vorgegeben, allerdings ohne Datum, und es gibt reichlich Rubriken, um To do’s, Gedanken, Termine etc. zu notieren. Fehlen werden mir aber Blankoseiten, um Fotos einzukleben oder ganz normal Tagebuch zu schreiben. Ich bin gespannt, ob und wie ich damit zurecht kommen werde. Dem Kalenderteil vorangestellt sind Seiten, die der Selbstreflektion gewidmet sind. Finde ich nicht verkehrt. Man kann im Lauf des Jahres immer mal wieder darauf zurückgreifen.

Der Jahreszeit entsprechend, in der man gerne mal zur Selbstreflektion neigt, bin ich auch wieder auf den Brauch der Rauhnächte gestoßen bzw. überhaupt auf altes Brauchtum, Paganismus, Naturreligionen etc. Spiritualität hat in meinem Leben keinen großen Stellenwert. Mit der Kirche habe ich, obwohl noch evangelisch erzogen, nichts am Hut. Meine stärkste Zuwendung zum Spirituellen erfuhr ich seltsamerweise während meiner Berufstätigkeit als Zahnärztin. Es gab damals eine lange Phase, in der ich mich nicht nur mit alternativen Heilweisen, sondern auch mit Esoterik im weitesten Sinn beschäftigt habe. Irgendwann ging das wieder verloren. Das Warum ist mir klar, es hier zu erklären, würde zu weit führen. Aber ich stelle immer wieder fest, dass ich durchaus auf der Suche bin; dass mir etwas fehlt. Rationalität ist eben nicht alles. Das Numinose, Göttliche, Unerklärbare besitzt Anziehungskraft. Das klingt nun gerade in Verbindung mit dem Klarheit-Kalender merkwürdig. Ist es für mich aber nicht.

Ich werde die sogenannten Rau(h)nächte zwischen Weihnachten und dem Neuen Jahr nutzen, um wieder mit den Dingen in Verbindung zu treten, die mich früher einmal interessiert haben. Vielleicht führt das auch zu einer Neuausrichtung dessen, was ich in Zukunft schreiben werde. Den letzten Bea Baumann Krimi habe ich so gut wie abgeschlossen. Und ich weiß, dass danach etwas anderes kommen muss.

Rauhnächte

Für viele Menschen beginnen die zwölf Rauhnächte mit der Nacht auf den 25. Dezember und enden am 6. Januar. Diese magische Zeit ist voller Legenden, Märchen und Mythen. Manche machen den Beginn auch an der Thomasnacht zum 22. Dezember fest. Wer sich den Rauhnächten widmet, begleitet diese Zeit meist mit Ritualen. Typisch ist das Räuchern mit Kräutern. Es dient der Reinigung, soll böse Geister vertreiben und positive Energien ins Haus holen. Jeder der zwölf Tage ist einem Monat des neuen Jahres gewidmet. Entstanden sind die ‘nicht existierenden Tage’ durch den Übergang vom alten Mondkalender mit 354 Tagen auf den Kalender, der sich an der Sonne ausrichtet (365 Tage).

  1. Rauhnacht (24.12. – 25.12.) Steht für den Monat Januar (was möchtest du im neuen Jahr erreichen?) und für deine Wurzeln. Beschäftige dich mit deiner Familie, mit der Natur, mit allem, was deine Basis darstellt.
  2. Rauhnacht (25.12. – 26.12.) Februar; beschäftige dich mit deinem Selbst, meditiere, suche nach innerer Führung, nach Klarheit. Was hilft dir, deine Kraft zu stärken?
  3. Rauhnacht (26.12. – 27.12.) März; beschäftigt sich mit dem, was dich gestärkt und mit dem, was dir Kraft geraubt hat. Beschäftige dich mit der Herzenergie, sei dankbar.
  4. Rauhnacht (27.12. – 28.12.) April; steht für die Auflösung aller schlechten Dinge, Angewohnheiten etc. die du loswerden willst. Du kannst sie auf einen Zettel schreiben und symbolisch verbrennen.
  5. Rauhnacht (28.12. – 29.12.) Mai; sag JA zu dir selbst, denke darüber nach, wo und warum du dich selbst blockiert hast. Überlege, was du ändern kannst, notiere es
  6. Rauhnacht (29.12. – 30.12.) Juni; setze die Reinigung fort, verabschiede dich, vergib, räume auf.

In den nächsten sechs Tagen bereitet man sich auf das Neue, Positive vor. Das kann für jeden etwas anderes sein. Ich will das hier nicht weiter ausführen. Wer sich dafür interessiert, findet Anleitungen in Büchern und im Internet. Aber ich glaube, man kann schon an der Beschreibung der ersten sechs Tage erkennen, dass sich Mystisch-Mythologisches durchaus mit Klarheit verträgt.

Wenn ihr wollt, schreibt mir mal, ob ihr Rituale zum Jahreswechsel kennt und begeht.

(Das Beitragsfoto ist eine Bearbeitung von zwei Unsplashfotos, der Eiskristall stammt von Aaron Burden https://unsplash.com/@aaronburden, die Kerzenflammen von Gaelle Marcel https://unsplash.com/@gaellemm  Vielen Dank dafür. Werbung durch Namensnennung (Leuchtturm, Klarheit) ohne finanzielle Beteiligung.)

Nachtrag: Ich bin überrascht, wie schnell ich mich mit dem Klarheitkalender angefreundet habe. Auch den kann man ‘bearbeiten’ und er harmoniert perfekt mit anderen Ideen, wie dem ‘Weg der Medizin Frau’ (Tarotkarten und Buch). Es ist doch reichlich Platz vorhanden, um ihn zu individualisieren 😉  Doodeln kam mir plötzlich in den Sinn und natürlich auch mal wieder Handlettering.

 

 

Welchen Anspruch habe ich an das, was ich schreibe?

Welchen Anspruch habe ich an das, was ich schreibe?

Dieser Beitrag wurde einfach mal nötig. Dass ich ihn heute schreibe, liegt an einer Diskussion – wenn man das überhaupt so nennen will – die gestern in einer Facebookgruppe geführt wurde. Dass die Gruppe auf den ironischen Namen hört „Es wird gelesen, was auf den Tisch kommt“, finde ich in diesem Zusammenhang fast schon bezeichnend. Ausgangspunkt war der Artikel einer anderen Bloggerin über die Akzeptanz und Wertschätzung des Selfpublishings. Ich will mich darüber hier nicht weiter auslassen. Facebook ist halt Facebook. Wobei das keine Geringschätzung dieser Gruppe an sich sein soll. Ich fand direkt unter dem angesprochenen Beitrag einen anderen, den ich ausgesprochen lesenswert fand. So weit, so Facebook.

Im Prinzip prallten in dieser Diskussion die immer wieder gleichen Argumente aufeinander, die man folgendermaßen umschreiben kann: Wie professionell sollte ein von einem Selfpublisher verfasstes Buch sein? Kann es mit einem Buch mithalten, das einen Verlag mit Lektorat und Korrektorat hinter sich hat? Zum Beispiel werden immer wieder endlose Diskussionen geführt, ob man ein Buch ohne Lektorat überhaupt veröffentlichen darf, oder ob es notwendigerweise eines professionellen Designers für das Buchcover bedarf usw.

Ich selbst habe mit meinem ersten Krimi (Mord in der Schwanheimer Düne) die unangenehme Erfahrung gemacht, dass sich eine Lektorin aus sehr persönlichen Gründen die Mühe machte, mir sämtliche Grammatik- und Rechtschreibfehler aufs Butterbrot zu schmieren. Das war ausgesprochen peinlich und Anlass genug, dass ich mir vornahm, beim nächsten Buch sorgfältiger vorzugehen (und habe eine zweite Auflage mit den entsprechenden Korrekturen herausgegeben). Inzwischen weiß ich, dass es gerade auf Amazon jede Menge Leute gibt, die Bücher offenbar nur dann rezensieren, wenn sie über solche Fehler herziehen können. Der Inhalt gerät dabei völlig ins Hintertreffen.

Ich selbst lege als Leser mehr Wert auf den Inhalt und – jetzt kommt das Problem – auf Schreibstil, Logik und korrekte Hintergrundinformationen, (wenn diese in der Geschichte eine Rolle spielen). Wenn ein Buch in miserablem Deutsch verfasst ist – das gibt es reichlich – schreckt mich das allerdings auch ab. Ich vermute, die kritische Beurteilung von eigenen und fremden Texten kann nicht ausbleiben, wenn man einmal ein Fernstudium an der Schule des Schreibens absolviert hat. Es wäre traurig, wenn diese zweieinhalb Jahre so gar nichts bewirkt hätten. Das bedeutet aber auch, dass ich heute so manches Buch nach den ersten Seiten wieder zuklappe, wenn ich merke, dass der /die VerfasserIn herzlich wenig Ahnung vom Schreiben hat. Veröffentlichen kann heute fast jeder alles. Was mit Books on demand seinen Anfang nahm, hat sich inzwischen vor allem durch Amazon zu einer Lawine ausgewachsen. Hier findet jeder Topf sein Deckelchen, und bei bestimmten Genres wird vom größten Teil der Leser vermutlich nicht auf solche Nebensächlichkeiten wie Rechtschreibung und vernünftige Story geguckt. Ich nehme an, ich muss die entsprechenden Kategorien nicht beim Namen nennen. Aber leider gibt es auch viele Bücher, die auf Anhieb mehr als seichte Unterhaltung anzubieten scheinen und dann nicht nur vom Inhalt her enttäuschen. Und die gibt es bei Selfpublishern öfter als bei Verlagsbüchern. Was schon an der schieren Menge des Angebots liegt. Als Schnell- und Querleser mache ich mir ab und zu den Spaß und lade mir willkürlich Bücher aus Kindle unlimited auf meinen Reader. Es ist teilweise erschreckend, was man da vorfindet.

Immer wieder liest man in Foren und Facebookgruppen „aber das (langweilige Story, Rechtschreibfehler etc.) gibt es bei Verlagsbüchern doch auch“. Ja, gibt es. Aber es hat schon seinen Grund, warum es so schwer ist, eine Verlagsveröffentlichung zu bekommen. Schon die Suche nach einem Agenten, der sich dann auf die Suche nach dem passenden Verlag macht, ist nicht einfach. Die sind nämlich entweder selbst Lektoren oder beschäftigen solche.

Ich vermute, dass die Diskussion um die Wertschätzung oder eben Geringschätzung von Selfpublishern so bald nicht enden wird. Jeder Autor, der seine Bücher selbst verlegt, stellt sich der öffentlichen Kritik und wird sich zwangsläufig mit Verlagsautoren vergleichen lassen müssen. Ist es da nicht sinnvoll, dass man sich bemüht, sein Bestes beim Schreiben zu geben? Letzten Endes kann man nur darauf vertrauen, dass sich Qualität durchsetzt. Ein Problem haben wir Selfpublisher aber sicher: Man geht schnell in der Masse unter, wenn man nicht die Werbetrommel für die eigenen Bücher schlägt. Dieser ganze Apparat, den Verlage auffahren können (sie tun es nicht immer), steht uns leider nicht zur Verfügung.

Was mache ich nun selbst? Noch habe ich aus finanziellen Gründen auf Lektorat oder Coverdesigner verzichtet. Meine Bücher schreibe ich inzwischen mit Papyrus Autor, einem Schreibprogramm, das viele Fehler erkennt, wenn auch nicht alle. Oft lese ich, dass es ein sauteures Programm sei. Im Vergleich zu einem professionellen Lektorat ist es das nicht (derzeit 179 Euro / 149 Euro für Schüler und Studenten). Es ist ein umfangreiches und mächtiges Schreibprogramm. Einige Leute wird vermutlich die Einarbeitungszeit abschrecken, aber es lohnt sich. Trotz des Belletristikstudiums an der Schule des Schreibens lese ich auch nach wie vor Schreibratgeber, die mir aus den unterschiedlichsten Gründen sinnvoll erscheinen. Man lernt nie aus. Und ich lasse mir Zeit. Seitdem ich an meinem dystopischen Roman schreibe (Arbeitstitel „Ne umquam desiveris), hatte ich immer wieder Aha-Momente, in denen ich neue Erkenntnisse gewonnen habe, von denen der Roman hoffentlich profitieren wird. Dieser heiße Sommer 2018 mit seinen Problemen gehört ebenfalls dazu.

Auch das Coverdesign wird immer wieder diskutiert. Das ist sicher ein Problem, weil heute die Verlagsbücher oft beeindruckend aussehen. Diese Oberflächenveredelungen der Einbände, die oft noch einen haptischen Genuss vermitteln, kann mir ein Amazonpaperback nicht bieten. Ich bin auch kein Designer, obwohl ich mit Photoshop & Co ganz gut kann. Aber ist das ausschlaggebend? Ich rate jedem jungen Autor ohne viel Geld im Portemonnaie dazu, lieber auf den Inhalt als aufs Cover zu achten. Machen wir uns einen Namen, indem wir gute Bücher schreiben. Wenn die ihr Publikum finden, dann kann man sich vielleicht irgendwann den Coverdesigner leisten. Bevor ihr allerdings selbst irgendwelche Strichmännchen malt, nehmt lieber ein einfaches Cover mit einem Titel in einer ausgefallenen Schrift und – fertig!

Nachtrag: Ich gebe zu, im Eifer des Gefechts habe ich tatsächlich das Thema etwas verfehlt. Man hat mich darauf aufmerksam gemacht und deshalb möchte ich hier noch eines anfügen: Alle Punkte, die ich hier angesprochen habe, wie sorgfältiges Arbeiten, Beachten von Logik in einer Geschichte, gründliche Recherche, Rechtschreibfehler möglichst vermeiden  und vor allen Dingen ein guter Inhalt, das sind alles Punkte, die ich selbstverständlich auch an meine eigenen Geschichten und Bücher stelle. Dafür, dass es in diesen Beitrag mit dem sorgfältigen Arbeiten nicht so ganz funktioniert hat, möchte ich mich entschuldigen.

Für das Coverfoto: Danke an Unsplash und Jaz King

 

 

 

 

Ausge”campt”

Ausge”campt”

Camp Nano
Es ist immer wieder interessant, welche Erfahrungen man macht, mit denen man eigentlich nicht gerechnet hat. Entgegen meinen eigenen Erwartungen läuft die Arbeit am Manuskript jetzt momentan ganz gut. Aus dem Camp Nano habe ich mich heute allerdings endgültig ausgeklinkt. Jedenfalls aus der “cabin”, wie das dort genannt wird, also einer Gruppe, die in meinem Fall aus lauter Leuten besteht, die ich aus der Schule des Schreibens kenne.  Irgendwie habe ich mir davon etwas völlig anderes erwartet. Nun ja, kann passieren. Ist vermutlich nicht mein Ding.

 

Neben dem Schreiben lese ich auch täglich. Erstanden – ja so richtig auf Papier, kein Kindle Download – habe ich den Schreibratgeber “Story Turbo” von L. C. Frey. Ich bin noch nicht ganz durch, aber das Buch gefällt mir sehr gut. Der Autor hat eine ungewöhnlich flotte Art zu schreiben und mit vielem spricht er mir aus der Seele. Was lag näher, als mir auch noch einen seiner Thriller zu kaufen? Den nun aber wieder im Download. Es gab den neuesten auch gerade bei Kindle unlimited für lau. Und das war gut so. Denn dieser Thriller (Todeszone: Tatort Malmö) ist sowas von fürchterlich, jedenfalls nach meinem Geschmack, dass ich nur noch den Kopf geschüttelt habe. Hier wird an die niedersten Instinkte appelliert, Rechtschreibung und vor allem die Ausdrucksweise lassen auch sehr zu wünschen übrig. Da ich nun mal weiß, dass der Mann es besser kann, ist eigentlich ganz klar, dass dieses Buch nur dazu dient, schnelles Geld zu verdienen, alles andere ist dem Autor offenbar völlig egal. Nun gut, der Erfolg gibt ihm Recht. Und das ist für mich das eigentlich Frustrierende an der Sache: Der Markt gibt es her, die Leser wollen diese Art Bücher offenbar. Ich habe mal wieder diagonal gelesen, nur um möglichst schnell durch zu sein. Irgendwo ja schon in der Hoffnung, dass ich von dem Buch noch einen besseren Eindruck gewinne. War aber nicht.
Dann bin ich noch auf eine Dystopie gestoßen, die eine ähnliche Zeit bedient wie mein Projekt. Das hat mich erst einmal erschreckt, denn es gibt mehr Parallelen, als mir lieb ist. Andererseits ist es gut, dass ich im Vorfeld weiß, was es schon gibt. Man möchte ja hinterher nicht als Plagiator dastehen. Aber trotz aller Ähnlichkeiten ist es doch eine völlig andere Geschichte, scheint mir. Ich habe mit dem Buch gerade erst angefangen, finde es aber ausgesprochen spannend ***. Mal schaun, wie es sich entwickelt. Das Buch heißt “Nordland Hamburg 2059 – Freiheit”, die Autorin Gabriele Ahlers. Und dieser Titel (nur der Titel)) hat nun eine schon extreme Parallele zu einer anderen Dystopiesammlung, die ich kurz angelesen habe: “Hamburg Rain 2084” von Rainer Wekwerth (und anderen). Da bin ich mal froh, dass meine Geschichte in Mainstadt vormals Frankfurt spielt. Aber beeilen sollte ich mich nun doch mal, bevor noch weitere Autoren ein ähnliches Thema beackern.
*** Das mit dem “spannend” hat sich nach einer Weile gelegt. Das Buch – es hat fast 700 Seiten – ist ausgesprochen langatmig. Da könnte viel gestrichen werden. Es gibt zu viele Namen, sowohl hinsichtlich Personen als auch hinsichtlich Hamburger Örtlichkeiten. Wer sich in Hamburg nicht auskennt, der kann damit sowieso nicht viel anfangen. Des weiteren gibt es für meinen Geschmack auch viel zu viele technische Erklärungen. Ich muss das nicht alles bis in Detail wissen. Spannung erzeugt das jedenfalls nicht. Und was das Erzählen an sich angeht … über Geschmack lässt sich streiten. Das Buch ist für mich keine Leseempfehlung.
Für das Foto: Thanks to Unsplash and Tommy Lisbin: httpss://unsplash.com/@tlisbin