Ich hatte mal das große Latinum :-(

Ich hatte mal das große Latinum :-(

Und ich hatte im Abitur sogar eine Eins in Latein – verdammt lang her! Es ist eigentlich der helle Wahnsinn, wie schnell man vergessen kann, was man nicht nutzt und nicht braucht. Als ich mit dem Zahnmedizinstudium anfing, wurde übrigens gerade die Notwendigkeit des großen Latinums als Zugangsvoraussetzung abgeschafft. Aber ich hätte Latein damals sowieso gewählt, keine Ahnung warum. Heute würde ich mich immer für eine lebende Sprache entscheiden, das wäre alternativ damals Französisch gewesen. Wie auch immer, die Grundlagen haben mir durchaus im Französischen und Spanischen weitergeholfen, wobei ich es in diesen Sprachen nie über ein paar Urlaubssätze hinaus gebracht habe. Na ja, im Französischen verstehe ich zumindest Gedrucktes ganz gut. Warum ich hier darüber schreibe?
In meinem augenblicklichen Roman (NaNoWriMo) gibt es einen kleinen Anhänger, der neben den Apothekersymbolen den Spruch “Gib niemals auf” auf lateinisch trägt. Ich habe also mal ein bisschen im Internet recherchiert und festgestellt, dass ich da nicht die erste war. Nach einer Weile hat sich dann Folgendes herauskristallisiert: Ne umquam desieris. Fand ich vom Klang her toll, aber wirklich sicher war ich mir nie. Vor ein paar Tagen habe ich in Photoshop rumgespielt und mir überlegt, wie der Anhänger aussehen könnte. Als ich dann auf die Idee kam, man könnte das irgendwann als Buchtitel nehmen und den Anhänger mit aufs Cover bringen, dachte ich, dass ich das dann aber doch besser erst mal abklären müsste. Und – Facebook sei Dank! – ich habe eine nette Lehrerin gefunden, die heute ihren Lateinkollegen dazu befragt hat und nun habe ich die angeblich korrekte Übersetzung: “Ne umquam desperaverio” . Bin aber immer noch nicht sicher. Kann in den Konjugationstabellen diese Form nicht finden. Meinen Entwurf zeige ich trotzdem mal:
Da muss man sich nun noch einen golden Reif drumherum vorstellen und eine Öse für die Kette. Wenn ich das tatsächlich auf dem Cover haben möchte – irgendwann mal, ist ja noch lange nicht spruchreif – werde ich das wohl von einem Grafiker/Grafikerin umsetzen lassen. Und dann kommt auch der korrekte Spruch mit hinein oder die deutsche Variante. Das wäre entschieden gefahrloser. Mit komischen Sachen muss man sich aber auch rumschlagen …

 

 

Geschafft? Schaun wir mal . . .

Geschafft? Schaun wir mal . . .

Noch traue ich der Sache nicht. Aber so ganz allmählich sollte ich die Fehler ausgemerzt haben. Das war nun heute der dritte Korrekturdurchgang. Morgen werde ich nochmal kurz drüberschaun, dann wird hochgeladen. Das Taschenbuch will schließlich auch noch formatiert werden. Ist das Bild nicht großartig? Ich habs von unsplash.com. Fotograf ist David Clode.

Nachtrag 1: Es war gut, der Sache noch nicht zu trauen, lauerte doch hinter der nächsten Ecke noch ein schlimmer logischer Fehler. Ich sag nur “Mittelalter und Ritter mit Gabel”. Nein, Ritter kommen in meinem Krimi nicht vor, aber … Ich korrigiere das jetzt und gut ist. Man muss ja nicht alles verraten.

Nachtrag 2: Okay, anfüttern und dann nichts verraten gilt nicht. Bei der Sache mit dem Ritter und der Gabel geht es um peinliche Recherchefehler. Es soll wohl mal einen historischen Roman gegeben haben, in dem der Autor die Ritter zu einer Zeit mit Gabeln speisen ließ, als man diese noch gar nicht kannte. Etwas ähnlich Dummes ist mir passiert, aber gerade noch rechtzeitig aufgefallen. Haben Sie in einem deutschen Fernsehkrimi schon jemals gesehen, dass ein Toter im Leichenwagen vom Tatort weggefahren wurde? Also ich nicht. In englischen Krimis bekommt man das dagegen durchaus zu sehen. Bei uns sieht man – jedenfalls in meiner Erinnerung – immer nur Notarzt- oder Rettungswagen und Sanitäter. Und so kamen denn auch prompt in “Vergangen heißt nie ganz vorbei” Sanitäter vor, die eine Leiche abtransportieren sollten. Geht gar nicht!!! In der Realität werden in Notarztwagen keine Leichen transportiert. Angeblich geht das soweit, dass während des Transportes Verstorbene im RTW bis zum Eintreffen im Krankenhaus auf Teufel komm raus reanimiert werden. Oder der RTW anhalten und den Toten einem Bestatter übergeben muss. Das war mir auch neu. Die Sanitäter wurden in meinem Roman gestrichen. Und wenn Sie das alles genauer wissen wollen, dann sehen Sie sich mal auf dem Bestatter Weblog um. Ja – auch das gibt es. Ist schon ein bisschen makaber, aber auch interessant.