NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

Okay – ich kann gut verstehen, wenn Sie jetzt die Stirn runzeln und sich fragen, ob ich der deutschen Sprache plötzlich nicht mehr mächtig bin. Doch,  bin ich!
         NaNoWriMo, diese wirklich seltsame Abkürzung, steht für National Novel Writing Month und der Preptober ist ein ebenso albernes Kunstwort aus dem englischen “to prepare” und dem Monat Oktober. Worum geht es nun? Der NaNoWriMo wurde 1999 von dem Amerikaner Chris Baty ins Leben gerufen. Es ist ein kreatives Schreibprojekt, das zum Ziel hat, im Monat November einen Roman mit minimal 50.000 Wörtern zu verfassen. Das sind etwa 1.667 Wörter täglich. Mit dem Schreiben darf tatsächlich erst am 1. November um 0:00:01 Uhr Ortszeit angefangen werden. Aber man darf und soll den Oktober zur Vorbereitung nutzen. Daher der “Preptober”. Trotzdem ist es kaum möglich einen guten Roman in 30 Tagen zu schreiben. Aber darauf kommt es auch zunächst nicht an. Es geht in erster Linie darum, Schreibhemmungen – den inneren Lektor – mal abzuschalten und täglich drauflos zu schreiben. Das wird mir sehr schwer fallen, weil ich eher zu den Schreiberlingen gehöre, die von Anfang an alles ständig am liebsten korrigieren und verbessern möchten. Trotzdem habe ich mich entschlossen, das Experiment zu wagen. Verlieren kann man dabei nichts, nur gewinnen.

Die letzte Aufgabe meines Belletristikstudiums an der Schule des Schreibens steht an. Und ich dachte mir, dass sich dafür der NaNoWriMo perfekt eignet. Noch hat sich der Kopf nicht wieder von Bea Baumann getrennt, und es erschien mir sehr schwierig, so plötzlich eine neue Idee für einen Roman aus dem Hut zu zaubern. Ich muss zwar keinen kompletten Roman abliefern, aber die BB12 geht davon aus, dass man sowas wie ein fast fertiges Manuskript in der Schublade hat. Dass die Schreiblehrlinge während der zweieinhalb Jahre des Studiums bereits Romane veröffentlichen würden, daran hat man vermutlich nicht so recht gedacht. Es gibt im Internet viele Blogbeiträge und Videos zum NaNoWriMo und auf der Seite dieser Challenge auch reichlich Foren, die einen auf gute Ideen bringen (können). Zwar ist das meiste davon auf Englisch, aber das schreckt mich inzwischen nicht mehr ab. Eine vage Vorstellung, was ich schreiben könnte, habe ich inzwischen und werde den restlichen Oktober nun damit verbringen, die Sache auf Machbarkeit zu überprüfen.

Falls hier ein Teilnehmer am NaNoWriMo mitliest, mein Name dort ist Tellmewhy53. Buddies für eine Schreibgruppe sind immer willkommen. Natürlich dürfen nicht mehrere Autoren an einem Roman schreiben, aber man kann sich in Schreibgruppen zusammenfinden und sich gegenseitig unterstützen.

Ja, soweit erstmal. Ich werde dann hin und wieder hier im Blog berichten, was sich so tut. Mein Beitragsheaderbild könnte eventuell andeuten, dass mein NaNoWriMo-Werk diesmal kein Krimi wird. Aber darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Mein aktueller Header bei Facebook wurde natürlich auch angepasst 😉  Links unten befindet sich immer das aktuelle Profilbild, deshalb sieht das Titelbild allein immer ein bisschen unausgewogen aus.

Facebooktitel-Oktober

Die Normseite – ein Mysterium

Die Normseite – ein Mysterium

Heute habe ich mir vorgenommen, das Mysterium “Normseite” einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Eins habe ich gelernt, seitdem ich mich um Professionalität beim Schreiben bemühe: 30 x 60 heißen die magischen Zahlen. Will sagen, dass eine Normseite auf dem Prinzip 30 Zeilen à (maximal) 60 Anschläge aufgebaut ist. Eine Normseite hat also im Idealfall 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen (Was man zur Zeit der guten alten Schreibmaschine als Anschläge bezeichnete.). Maximal deshalb, weil viele Zeilen weniger Zeichen haben werden. Man muss dabei nur an Dialoge denken.
“Hallo Superman. Wie geht’s dir heute?” (39 Zeichen incl. Leerzeichen)
“Frag nicht. Ich hab Rücken”, antwortet Pit mit einem überaus (60 Zeichen)
wehleidigen Gesichtsausdruck.

Wenn man z.B. in Word eine Schrift wie Courier New in Größe 12 wählt und bestimmte Randvorgaben eingestellt hat, kommt es nach “überaus” zum automatischen Zeilenumbruch. Kürzlich habe ich allerdings gelesen, dass Lektoren die Normseite nur noch mit 1.500 Zeichen akzeptieren. Macht Sinn, wenn man als Dienstleister seine Arbeit nach Seitenzahl berechnet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Könnte aber bei vielen Dialogen ohne weiteres hinkommen. Festgelegt hat diese Angabe die VG Wort (Verwertungsgesellschaft Wort).

Eine Normseite beruht auf dem Format DIN A4 hochkant und verfügt über Kopf- und Fußzeile. Diese dienen einmal zur Seitennummerierung und auch zur Angabe von Autorennamen etc. – wichtig, wenn man das Manuskript irgendwo einreicht. Zur Wahl von Schrift und Größe kommt noch der Zeilenabstand. Hier benutzt man im allgemeinen den 1,5-fachen Zeilenabstand. Jetzt also noch die Ränder. Wenn das mit der Zeichenzahl hinkommen soll, dann müssen die Ränder echts und links zusammen 60mm betragen, oben und unten zusammen 77mm (habe ich mir jedenfalls so angelesen). Aufteilen kann man das nach Gefühl oder den Vorgaben, die man bekommt. In der Schule des Schreibens wird darum gebeten, rechts mindestens 40mm Platz zu lassen, damit der Studienbegleiter Platz für Korrekturen hat.

Wenn man bei Word für die perfekte Normseite die automatische Absatzkontrolle ausschaltet, wird man vermutlich in einem längeren Text Hurenkinder und Schusterjungen (dazu ein andermal mehr) produzieren. Geht der Text an einen Verlag, wird das wieder korrigiert. Als Selfpublisher muss man selbst darauf achten, aber da brauche ich mich auch nicht an 1800 Zeichen pro Seite zu halten.

Hier mal ein Beispiel: Normseite pdf, bitte anklicken.

Auf der Beispielseite bin ich nur auf 29 Zeilen gekommen, was mich dann doch etwas irritiert hat, aber irgendwo auch typisch ist. Allein die Wahl der Schrift wird sich immer irgendwie auswirken. Ich habe außerdem zwei Absatzumbrüche im Text. Man sieht also, dass je nach gewählten Parametern die Normseite eben doch immer ein wenig unterschiedlich ausfallen kann. Wenn man einen Text für eine Ausschreibung einreicht, sollte man sich strikt an die Vorgaben halten. Dann ist man auf der sicheren Seite. Die Vorgaben bei Ausschreibungen sind auch nicht unbedingt einheitlich. Mal wird die Anzahl der Wörter vorgeschrieben, mal die der Zeilen, der Anschläge, der Normseiten. Hält man sich nicht an die Vorgaben, kann der Text so gut sein wie er will, er hat dann meistens keine Chance.

Mein Beitragsheader stammt diesmal von:https://pixabay.com/de/users/StockSnap-894430/