NaNoWriMo & Der Zoll

NaNoWriMo & Der Zoll

Inzwischen bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das mit mir und dem NaNoWriMo wirklich etwas wird. Ich beschäftige mich tatsächlich jetzt jeden Tag damit und merke erneut, dass mir das Plotten nicht liegt. Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können, erkläre ich es mal so, wie ich es verstehe: Der Plot einer Geschichte oder eines Romans ist grob gesagt der Handlungsablauf. Man weiß also genau, worüber man schreiben will, bevor man den ersten Buchstaben anschlägt. Und das weiß man deshalb so genau, weil man die Idee bereits von Anfang bis Ende durchdacht hat. Wer anständig plottet, kennt das Ende seiner Geschichte, bevor er den Anfang geschrieben hat. Bei mir hat das bisher noch nie funktioniert. Ich bin eher der „Drauflos-Schreiber“, frei nach dem Motto „Gucken wir mal, was sich ergibt„. Das ist im Grunde mit dem NaNoWriMo nicht vereinbar. Rund 1660 Wörter am Tag zu schreiben, ist vermutlich schon für jemanden viel, der den Plot im Kopf hat. Soll ich deshalb aufgeben, bevor ich angefangen habe? Nein, auf keinen Fall. Aber ich kann mir vorstellen, dass bei mir am Ende etwas völlig anderes herauskommt, als das, was mir gerade noch vorschwebt.

Im Forum der Schule des Schreibens habe ich gerade eine neue Drei-Wort-Kurzgeschichte eingestellt, die dystopische Züge hat. Und alle waren plötzlich der Ansicht, ich solle daraus einen Roman machen. Und – ehrlich – es reizt mich wirklich. An sich wollte ich für den NaNoWriMo etwas völlig anderes schreiben: Eine spannende Rahmenhandlung für mehrere Kurzgeschichten, also sowas wie 1001 Nacht in modern. Doch wer liest heutzutage noch Kurzgeschichten? Und sage ich nicht immer, dass mir Kurzgeschichten auch gar nicht sonderlich liegen? Ich muss meine NaNoWriMo-Planung noch mal überdenken. Die neue DWG gibt es also erst einmal nicht zu lesen. Nur ein Appetithäppchen daraus:

Medita betrachtet die kleine Plastiktüte mit dem Symbol einer Apotheke der alten Zeit mit einem Ausdruck von Angst und Abscheu. Ihre Mutter Charlotte, die sich Zeit ihres Lebens geweigert hatte, den neuen, von der Regierung verordneten Namen zu tragen, hatte sich in die Wälder zurückgezogen, die als fast undurchdringliche Wildnis die Großraumstädte Lutumnas umgaben. Europa war eine längst vergessene Gemeinschaft. Medita erinnerte sich, dass sie die Gesetze der neuen Regierung zum Erhalt der Umwelt und der eigenen Rasse einst begrüßt hatte. Doch irgendwann war Lutumna zu einem großen Gefängnis geworden. Zumindest für die, die sich noch erinnerten. Medita wollte vergessen.

Manchmal fragt man sich ja, wo die Ideen eigentlich herkommen. Mein Unterbewußtsein wurde womöglich von der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood beeinflusst. Ich erinnerte mich an eine Verfilmung ihres Romans „The Handmaid’s Tale“  (deutsch: Der Report der Magd), der mich vor Jahren sehr beeindruckt hat. Es ist eine sehr düstere Dystopie. Auf der anderen Seite gibt es derzeit irgendwo eine Ausschreibung, für die positive Utopien gesucht werden. Das wäre so meine grundlegende Ausgangsidee, eine Dystopie zu schreiben, die am Ende zumindest eine positive Veränderung signalisiert. Ich werde das mal in meinem Herzen Kopf bewegen. Schaun wir mal, was dabei herauskommt.


Dann war da noch die Sache mit dem Zoll. Unglaublich aber wahr: Knapp drei Monate nachdem ich in den USA Autorenexemplare meiner Bücher bestellt hatte, wurde ich letzten Samstag vom Zoll benachrichtigt, dass ich sie dort abholen könne. Das waren die Bücher, die ich für meine Lesung am 29.September gebraucht hätte. CreateSpace hatte mir nach meiner Reklamation dann ja dankenswerterweise innerhalb von zwei Tagen per Luftfracht eine neue Sendung zukommenlassen. Aber wen hatte ich nicht alles kontaktiert, um den Verbleib der Sendung herauszufinden? Himmel und Hölle habe ich in Bewegung versetzt – aber ohne Ergebnis. Nun – am Ende gab es noch nicht einmal etwas zu verzollen *lol*. Auf meine Frage, was denn nun eigentlich passiert war, wurden  auch nur Vermutungen geäußert. Angeblich lag das Paket in der Schweiz. Klingt etwas seltsam, denn meine Adresse einschließlich GERMANY stand dick und fett auf dem Paketaufkleber. Andererseits ist die Schweiz halt nicht EU, sodass die Sache schon irgendwie stimmen könnte. Nun ja, vielleicht gibt es noch eine weitere Lesung, Bücher hätte ich jetzt genug. Ich hatte mir ja als Rückversicherung auch noch einige direkt von Amazon Deutschland kommen lassen. Jedenfalls werde ich den Weg über CreateSpace vermutlich nicht mehr nehmen. Inzwischen kann man die Taschenbücher auch über Amazon Deutschland drucken lassen. Oder ich suche mir für Lesungen und zum Verschenken eine Druckerei, die das – wenn auch ohne ISBN – auch erledigt. Vielleicht sogar besser. Mir gefällt die Qualität der amerikanischen Printausgaben sowie nicht, und dass die Bücher nicht eingeschweißt sind, finde ich auch nicht gut. Plastik ist zwar blöd, aber nützlich.

NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

NaNoWriMo – Willkommen im Preptober

Okay – ich kann gut verstehen, wenn Sie jetzt die Stirn runzeln und sich fragen, ob ich der deutschen Sprache plötzlich nicht mehr mächtig bin. Doch,  bin ich!
         NaNoWriMo, diese wirklich seltsame Abkürzung, steht für National Novel Writing Month und der Preptober ist ein ebenso albernes Kunstwort aus dem englischen „to prepare“ und dem Monat Oktober. Worum geht es nun? Der NaNoWriMo wurde 1999 von dem Amerikaner Chris Baty ins Leben gerufen. Es ist ein kreatives Schreibprojekt, das zum Ziel hat, im Monat November einen Roman mit minimal 50.000 Wörtern zu verfassen. Das sind etwa 1.667 Wörter täglich. Mit dem Schreiben darf tatsächlich erst am 1. November um 0:00:01 Uhr Ortszeit angefangen werden. Aber man darf und soll den Oktober zur Vorbereitung nutzen. Daher der „Preptober“. Trotzdem ist es kaum möglich einen guten Roman in 30 Tagen zu schreiben. Aber darauf kommt es auch zunächst nicht an. Es geht in erster Linie darum, Schreibhemmungen – den inneren Lektor – mal abzuschalten und täglich drauflos zu schreiben. Das wird mir sehr schwer fallen, weil ich eher zu den Schreiberlingen gehöre, die von Anfang an alles ständig am liebsten korrigieren und verbessern möchten. Trotzdem habe ich mich entschlossen, das Experiment zu wagen. Verlieren kann man dabei nichts, nur gewinnen.

Die letzte Aufgabe meines Belletristikstudiums an der Schule des Schreibens steht an. Und ich dachte mir, dass sich dafür der NaNoWriMo perfekt eignet. Noch hat sich der Kopf nicht wieder von Bea Baumann getrennt, und es erschien mir sehr schwierig, so plötzlich eine neue Idee für einen Roman aus dem Hut zu zaubern. Ich muss zwar keinen kompletten Roman abliefern, aber die BB12 geht davon aus, dass man sowas wie ein fast fertiges Manuskript in der Schublade hat. Dass die Schreiblehrlinge während der zweieinhalb Jahre des Studiums bereits Romane veröffentlichen würden, daran hat man vermutlich nicht so recht gedacht. Es gibt im Internet viele Blogbeiträge und Videos zum NaNoWriMo und auf der Seite dieser Challenge auch reichlich Foren, die einen auf gute Ideen bringen (können). Zwar ist das meiste davon auf Englisch, aber das schreckt mich inzwischen nicht mehr ab. Eine vage Vorstellung, was ich schreiben könnte, habe ich inzwischen und werde den restlichen Oktober nun damit verbringen, die Sache auf Machbarkeit zu überprüfen.

Falls hier ein Teilnehmer am NaNoWriMo mitliest, mein Name dort ist Tellmewhy53. Buddies für eine Schreibgruppe sind immer willkommen. Natürlich dürfen nicht mehrere Autoren an einem Roman schreiben, aber man kann sich in Schreibgruppen zusammenfinden und sich gegenseitig unterstützen.

Ja, soweit erstmal. Ich werde dann hin und wieder hier im Blog berichten, was sich so tut. Mein Beitragsheaderbild könnte eventuell andeuten, dass mein NaNoWriMo-Werk diesmal kein Krimi wird. Aber darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Mein aktueller Header bei Facebook wurde natürlich auch angepasst 😉  Links unten befindet sich immer das aktuelle Profilbild, deshalb sieht das Titelbild allein immer ein bisschen unausgewogen aus.

Facebooktitel-Oktober