Mein Sechs-Worte-Tagebuch

Mein Sechs-Worte-Tagebuch

An sich bin ich ja längst überfällig mit dem nächsten NaNoWriMo-Beitrag. Aber erstens bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt wen interessiert, zweitens schreibe ich täglich auf Facebook etwas darüber und drittens – nun ja, von den 50.000 Wörtern bin ich in diesem Jahr meilenweit entfernt. Aber Panik schiebe ich deshalb nicht, es geht vorwärts. Im neuen Jahr gibt es mit Garantie den nächsten Bea Baumann Krimi.

Heute habe ich mal etwas ganz anderes. Vor ein paar Monaten habe ich an einer Ausschreibung für das Sechs-Worte-Tagebuch 2019 vom Verlag ebbeundflut.at mitgemacht. War purer Zufall, dass ich darauf gestoßen bin. Ich hatte vorher noch nie etwas davon gehört. Aber sechs Worte – ich habe mich auch früher schon einmal an Aphorismen versucht (obwohl ich diesen Weisheiten eher skeptisch gegenüberstehe). Bei der Ausschreibung wurden schlaue Worte gesucht für:
1) das Überwinden von Schreibblockaden
2) ein generelles Lebenmotto

Meine Vorschläge waren: Sitz still, sei mutig, fang an  gegen die Blockade
und als Lebensmotto: Leben ist Wandel, sei der Schmetterling  bzw. Wenn das Alter anklopft, wage Neues

Vor ein paar Tagen bekam ich dann tatsächlich eine E-Mail mit folgendem Inhalt:

Vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserem Schreibaufruf und Ihre Sechs-Worte-Beiträge. Das Sechs-Worte-Tagebuch 2019 wird etwas verspätet nächste Woche erscheinen – mit Ihren Sechs-Worte-Texten.

Ich freue mich außerdem sehr, Ihnen mitzuteilen, dass Sie ein Sechs-Worte-Tagebuch 2019 gewonnen haben. Es wird Ihnen nächste Woche zugeschickt (kostenlos) – herzliche Gratulation und viel Freude damit!

Und heute kam das bzw. die Tagebücher. Es sind zwei Hefte, jeweils für ein halbes Jahr, vollgepackt mit motivierenden Sprüchen, mit Hinweisen auf Ausschreibungen, Buchmessen, Schreibratgebern – ich finde das super.  Mein Motto “Leben ist Wandel, sei der Schmetterling” ziert das Deckblatt des Monats März. An sich schreibe ich ja Bullet Journal, aber diese Bücher werde ich bestimmt nutzen. Ich habe mich natürlich besonders gefreut, dass ich auch noch unter den Gewinnern war, und bedanke mich herzlich dafür.

Vorder- und Rückseite des 1. Bandes

Im Inneren sind die Tagebücher übrigens schwarz-weiß. Das Beitragsbild mit dem Monat März ist von den Farben und der Verzierung her auf meinem Mist gewachsen, will heißen in Photoshop bearbeitet. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich das auch mit den anderen Seiten per Hand machen werde. Zumindest hin und wieder. Als BuJo habe ich mir für 2019 einen Klarheit-Kalender gekauft. Da kann man eh nicht so viel verzieren wie im Leuchtturm. Was durchaus beabsichtigt war. Die dünnen Sechs-Wort-Tagebücher sind bestens geeignet, sie auch in der Handtasche mitzunehmen. Da kann man sich spontane Einfälle prima notieren.

 

Das erste Mal

Das erste Mal

Heute habe ich zum ersten Mal – jedenfalls wenn ich etwas lang Vergangenes ausblende – an einer Ausschreibung teilgenommen. Das lang Vergangene war eine dieser unsäglichen Anthologien der “Bibliothek deutschsprachiger Gedichte”. Ich nehme an, dieser Verein ist hinlänglich bekannt. Da braucht man kein Wort mehr drüber zu verlieren.
Nein, diesmal geht es um eine Ausschreibung des SternenBlick Verlages und zwar um lyrische Beiträge unter dem Motto “Verästelungen”. Drei Texte darf man einreichen, Gedichte, Haiku und ähnliches, lyrische Kurzprosa. Ich habe mir viel Mühe gegeben. Vermutlich noch nie zuvor so viel Zeit in ein Haiku investiert, das am Ende zu einem Tanka wurde. Das Tanka ist eine um zwei Zeilen erweiterte Form des Haiku. Im Moment kann ich euch die Texte hier nicht zeigen. Später mal.

Der zweite Text ist ein Reimgedicht, das ursprünglich aus Nonsensversen entstanden ist. Auch daran habe ich ewig herumgebastelt, bis schließlich etwas völlig anderes daraus wurde. Auch das bekommt ihr irgendwann einmal zu lesen.

Der dritte Text wurde dann die lyrische Kurzprosa. Damit habe ich mich besonders schwer getan und weiß auch nicht, wie lyrisch so etwas sein muss bzw. was ich mir unter lyrischer Kurzprosa genau vorzustellen habe. Romantisch-kitschig kann ich nicht. Der Text durfte nicht mehr als 1.500 Anschläge haben, also noch mal um einiges kürzer als unsere DWGs. Also ich bin gespannt. Einsendeschluss ist der 31.Oktober. Solange muss ich mich nun gedulden, bis ich weiß, ob irgendetwas Gefallen gefunden hat.

Es gibt noch eine zweite Ausschreibung, die bis zum Jahrende läuft: “Verlassene Orte”. Das finde ich auch sehr spannend. Lost places haben mich als Fotografin  schon immer sehr interessiert. Sie sind allerdings im Rhein-Main-Gebiet Mangelware. Da hat man im Osten der Republik mehr Inspiration. Immerhin darf bei diesem Projekt die Kurzgeschichte bis zu 10.000 Zeichen haben. Das ist schon eher nach meinem Geschmack. Lyrisch soll es allerdings auch sein – kein Krimi also. Mal sehn – bis zum Jahresende ist noch Zeit genug.

Hans Magnus Enzenberger

    Durch mein wiederbelebtes Interesse an der Lyrik (das Bändchen von 2006 “Hinter den Masken” war mein erstes selbstpubliziertes Buch) bin ich auf ein Werk von HME gestoßen, das er unter seinem richtigen Namen Andreas Thalmayr geschrieben hat: “Lyrik nervt!” (Affiliatelink!) Ich habe es mir mal bestellt, weil mich der Inhalt interessiert. Schmunzeln musste ich aber schon, weil ich mich daran erinnert habe, dass mich während meiner Oberstufenzeit am Gymnasium Enzensberger “genervt” hat. Mit den Klassikern der deutschen Dichtkunst hat man uns damals verschont. Wir mussten uns mit den modernen Schreiberlingen auseinandersetzen. Mein Lieblingsschriftsteller war Max Frisch. HME gehörte eher nicht dazu. Auf Wikipedia habe ich gelesen, das HME jede Menge Pseudonyme benutzt hat, sogar weibliche. Am schönsten finde ich Serenus M. Brezengang, ein Anagramm zu Magnus Enzensberger. Na wie auch immer, auf das Buch bin ich gespannt.

Nonsensverse & tolle Illustrationen

Und noch ein Buch, das ich mir geleistet habe: Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her: Das dicke Buch vom Nonsens-Reim.(Affiliatelink!) Es scheint, als hätte ich das Bedürfnis, nach vielen Lesestunden auf dem Kindle-Reader mal wieder echte Bücher in die Hand zu nehmen. Ich muss zugeben, auf dieses Buch hat mich Dr. Nicolette Bohn, Studienleiterin an der Schule des Schreibens, gehoben. Sie hat es neulich auf Facebook gezeigt, ich habe es mir auf Amazon angeguckt, und was ich dort gesehen habe, hat mich neugierig gemacht. Es ist eine köstliche Mischung von vielen erfrischenden Nonsensversen kombiniert mit unglaublich fantasievollen Illustrationen.

So – das war jetzt einer dieser Beiträge, den vermutlich eh keiner liest. Aber manchmal schreibe ich auch nur einfach für mich. Und falls doch wer vorbeikommt, erzählt mal, was ihr so macht.

Bildmaterial für den Beitragsheader:https://unsplash.com/@thoughtcatalog

 

 

Der NaNoWriMo und meine Grenzen

Der NaNoWriMo und meine Grenzen

Ich hätte es locker schaffen können, aber kurz vor dem Ende des NaNoWriMo nehme ich es in Kauf, dass ich die 50.000 Wörter vermutlich nicht erreichen werde. Ich habe fleißig getippt und es hat viel Spaß gemacht. Und plötzlich kamen die Kopfschmerzen, überstrapazierte Augen und außerdem das Gefühl, dass ich einen großen Teil des Geschriebenen doch wieder werde löschen oder zumindest gewaltig werde überarbeiten müssen. Die Geschichte hat sich verselbständigt, ist aus dem Ruder gelaufen. Vielleicht bietet sie ja tatsächlich Stoff für mehrere Bände. Aber ich muss mir erst einmal darüber klar werden, ob ich das überhaupt will. Dieses Drauflosschreiben – auch wenn es tatsächlich läuft – ist nicht mein Ding. Das habe ich von vornherein gewusst. Ich bin eher der Typ, der ein, zwei Seiten schreibt und dann sofort anfängt, das Geschriebene zu überarbeiten, zu hinterfragen. Nun auf einmal täglich sechs bis acht Seiten und das 30 Tage lang – es geht mir gegen den Strich. Am Anfang habe ich alles ausgedruckt und mich abends hingesetzt und es wieder und wieder gelesen – verrückt! Denn die Muse, es dann am nächsten Tag zu korrigieren hatte ich ja nicht. Also habe ich nun doch die Notbremse gezogen. Wenn ich nun dem Ende zu täglich eine oder zwei Seiten schreibe, dann reicht mir das. Im Dezember werde ich aus dem bisherigen Stoff hoffentlich so viel herausziehen können, dass ich damit meine Abschlußarbeit für die Schule des Schreibens einreichen kann. Und dann wird das Ganze gesichtet, verändert und … weitergeschrieben.

Der NaNo war eine tolle Erfahrung, und ich bereue es nicht, dass ich mich darauf eingelassen habe, aber es ist nicht mein Stil. Gelernt habe ich immerhin, dass ich es schaffen kann, mich täglich hinzusetzen und dieses “Sich-Hinsetzen” etwas durchaus Positives ist. Auch wenn man denkt, heute krieg ich nicht eine Zeile aufs Papier, läuft es dann meistens trotzdem.

Zwischendrin habe ich zwei total unterschiedliche Romane gelesen bzw. gehört, die beide irgendwie unter das Genre Dystopie fallen. Zunächst war es die Trilogie “Die Tribute von Panem“, die mir besser gefallen hat, als ich anfangs dachte. Die Story war spannend, die Helden sympathisch, obwohl sie andere Menschen umbringen mussten. Man konnte absolut mit ihnen fühlen. Es gab immer wieder originelle Überraschungen und mit dem Spott-Tölpel (Mockingjay) hat Suzanne Collins auch gleich noch ein interessantes Symbol geschaffen.

In den letzten Tagen habe ich mir den Klassiker der Dystopien “1984” Von George Orwell als Hörbuch angehört. Der Roman schildert die düstere Vision eines totalitären Überwachungsstaats. Zunächst war ich von der bildgewaltigen Sprache Orwells ziemlich begeistert. Das hat sich aber schnell gelegt. Der Autor verliert sich bald in endlosen, sich immer wiederholenden Beschreibungen und theoretischen Erörterungen. Als dann im zweiten Teil das Buch des angeblichen Untergrundführers Goldstein verlesen wird, war ich schon kurz davor, aufzuhören. Dann kommen die Schilderungen der Folterungen des Protagonisten Winston – endlos. Ich kann’s nicht anders sagen: Es ist kaum zu ertragen und zudem zeitweise stinklangweilig. Sicher muss man den Roman aus der Zeit heraus verstehen, er wurde 1948 herausgegeben. Viele vergleichen inzwischen die USA unter Donald Trump mit “Big Brother” und so manches, was der Roman schildert, ist sicher auch heute aktuell. 1984 ist der meistgelesene Science-Fiction-Roman der Weltliteratur, aber gefallen hat er mir nicht. Nach den Regeln des Schreibens, die ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe, hätte der Inhalt gut und gerne auf die Hälfte gestrafft werden können. Insofern kann ich auch nur vor dem Hörbuch warnen. In einem gedruckten Buch kann man wenigstens vorblättern 🙁 .

NaNoWriMo – Halbzeit und 49%

NaNoWriMo – Halbzeit und 49%

Wir haben in der Tat beim NaNoWriMo die erste Hälfte erreicht. Und ich bin zu meinem eigenen Erstaunen immer noch in der Spur. Mit exakt 24.678 Wörtern habe ich die 50% knapp verfehlt. Ein einziger Tag, der gestrige, hat mich etwas aus der Bahn geworfen. Aber da hatte wunderschönes Wetter dem hässlichen, nassen und November mal wieder eine etwas freundlichere Note verpasst, und ich musste einfach raus ins Freie. Ich weiß nicht, ob es der Spaziergang an der frischen, kalten Luft war, die intensive Sonneneinstrahlung oder was auch immer, später war ich so müde, dass ich mich erst mal hingelegt habe und anschließend gerade noch 600 Wörter zustande gebracht habe.

Maritimer Herbst

Mein Roman schreibt sich zwar nicht von selbst, aber ein Gedanke reiht sich an den anderen – es läuft. Wird dabei allerdings immer epischer, sodass ich gespannt bin, wie viele Seiten es am Ende einmal werden. Mehr als 50.000 Wörter ganz gewiss. Aber ich muss ja auch mit dem 30. November nicht zwangsläufig das Ende erreicht haben. Ich merke, dass ich für das “Raunen der Wälder” (Arbeitstitel) viel recherchieren muss. Ich brauche Hintergrundwissen über Dinge, die mich bislang eher abgeschreckt haben: Totalitäre Systeme, Das Dritte Reich, Militär, Technik. Das alles wird zwar nur angeschnitten werden, aber es darf auch nicht völlig meiner Phantasie entspringen. Gestern habe ich mir auf arte eine Dokumentation über Heinrich Himmler angesehen. Und ich kann nur sagen, ich bin froh, dass meine Phantasie nicht an das herankommt, was sich in der Realität schon längst abgespielt hat. Gelesen habe ich in den letzten Tagen auch “Die Tribute von Panem”, einen Bestseller, der mich vorher nicht unbedingt interessiert hatte. Aber wenn man sich dann selbst an eine Gesellschaftsdystopie macht, in der eine Jugendliche eine Hauptperson ist, muss man halt auch wissen, was es auf dem Markt schon gibt. Es wäre schlimm, wenn man meinem Roman irgendwann vorwerfen würde, dass ich etwas Anderes kopiert habe. Aber da kann ich schon jetzt sagen, auf die Tribute wird das nicht zutreffen.

Ja, dann geht es nun an die zweite Hälfte des NaNoWriMo und ich bin selbst gespannt, was sie bringen wird.

Gedanken über das Schreiben

Gedanken über das Schreiben

Manchmal, aber nur manchmal, frage ich mich ja schon, warum wir uns so viele Gedanken über “gutes Schreiben” machen. Warum wir Kurse belegen, Handbücher über das Schreiben lesen, unsere Texte immer und immer wieder Korrektur lesen, Lektoren hinzuziehen und so weiter, wenn man dann feststellt, dass sich oft der größte Schund am besten verkauft. Man muss ja nur mal gucken, was sich bei Amazon so auf den Bestsellerlisten herumtreibt. Heute hat mir ein Facebookbeitrag mal wieder das entsprechende Grinsen ins Gesicht gezaubert, als jemand dort schrieb, dass wohl das neuste Werk des Herrn Fitzek stilistisch alles andere als ein Hochgenuss ist. Aber wie ist das mit den Schreibregeln? Manchmal denke ich, wir Schreiberlinge machen uns nur dann so viele Gedanken darüber, weil man uns beigebracht hat, nicht so viele Adjektive zu benutzen, nicht so oft: “xxx”, sagte er, lachte er, nickte er etc. zu schreiben. Nein, man kann einen Satz nicht nicken. Das ist einfach nicht korrekt. Aber der Leser weiß, was gemeint ist. Wird er sich daran stören? Vermutlich nicht, wenn die Geschichte spannend genug ist. Würde sich mein Lektor daran stören, sofern ich einen hätte? Vermutlich. Wenn sich der Lektor des Herrn Fitzek daran nicht stört, dann vermutlich deshalb, weil er weiß, dass sich ein Fitzek immer verkauft. Das ist die Realität.

Ich stecke in der Klemme. Wenn ich ab morgen beim NaNoWriMo tatsächlich täglich 1.600 Wörter schreiben will, muss ich meinen inneren Lektor abstellen – rigoros. Kann ich das? Ich fürchte, das wird die eigentliche Herausforderung. Oder soll ich weitermachen wie bisher, auch wenn ich dann täglich nur auf 500 Wörter komme? Wäre im Prinzip auch nicht schlimm – oder? So oder so beschäftigt mich der NaNoWriMo jetzt schon seit Tagen so intensiv, dass es mir einen neuen Schub gibt. Und das ist gut so. Der dritte Bea Baumann Krimi, der durchaus noch kommen soll, liegt auf Eis. Ich muss mich tatsächlich mal wieder an einem neuen Genre ausprobieren.

Worum wird es gehen?

Wir befinden uns am Ende des 21. Jahrhunderts. Seit der letzten Bundestagswahl 2032 haben es eine deutsch-nationale und eine Öko-Partei geschafft, Deutschland vom übrigen Europa zu isolieren. Dichte Wälder umschließen das Land und schirmen es nach außen ab. Innen lebt es sich ganz gesund, weil alles darauf ausgerichtet ist, Umweltverschmutzung zu vermeiden und Technologien zu entwickeln, die einen gehobenen Lebensstandard möglich machen. Gleichzeitig sind die ursprünglichen Parteien in einer einzigen Partei des “Herrn” aufgegangen, die alles kontrolliert und dirigiert. Frauen haben viele ihrer Rechte verloren und haben nur Aufstiegschancen in einer patriarchalischen Gesellschaft, wenn sie einem der “Herren” gefallen. Doch da ist Emma, eine Vierzehnjährige mit ganz besonderen Gaben und vor allem mit dem Willen, sich gegen das System aufzulehnen. Sie hat Verbündete, die sich noch an die alte Zeit erinnern und dem gegenwärtigen Reich entrinnen wollen. Diese Menschen leben in den Wäldern und müssen sich vor der Regierung verbergen. Aber wenn sie etwas erreichen wollen, dann können sie das nicht nur im Verborgenen tun.

Wie kann diese Welt am Ende unseres Jahrhunderts aussehen? Welche technischen Möglichkeiten kann es geben, Fortbewegungsmittel, Energiegewinnung etc. Spannende Fragen, die ich lösen muss. Die Geschichte selbst ist erst in groben Zügen in meinem Kopf vorhanden. So ist das bei mir immer. Ich bin ein “aus dem Bauch heraus”-Schreiber oder wie der Amerikaner sagt “writing by the seat of your pants”.  In den letzten Tagen lese ich ein Buch, das ich sehr spannend finde: “How to write a novel using the snowflake method” von Randy Ingermanson. Eigentlich wollte ich keine Schreibratgeber mehr lesen, weil es mir mit den letzten so ging, wie Goldilocks, der Protagonistin aus Randy Ingermansons Buch, mit den von ihr zunächst bei Papa Bear und Mama Bear belegten Vorlesungen. Runzelt hier gerade jemand die Stirn? Ja, der Autor des Buches hat sich bei der alten englischen Kindergeschichte von “Goldilocks und den drei Bären” bedient und mit diesen Figuren eine hübsche neue Geschichte mit einem Schreibratgeber verquickt. Und das ist ihm, soweit ich es bisher beurteilen kann, wunderbar gelungen. Er lässt Baby Bear seine durch ihn (Ingermanson) erfundene Schneeflockenmethode erklären. Im Grunde kommt auch er schließlich auf das Plotten und die altbekannte Heldenreise zurück, aber auf eine wirklich nachvollziehbare und gut verständliche Weise. Ich habe das Buch noch nicht ganz durch – es ist in Englisch geschrieben, aber gut verständlich. Einiges davon habe ich nun gedanklich schon ein bisschen umgesetzt und es gibt mir tatsächlich ein bisschen Halt, um nicht mehr nur aus dem Bauch heraus zu schreiben. Das führt nämlich meistens dazu, dass ich unglaublich viel wieder und wieder neuschreiben muss. Also – ich bin gespannt, ob mir die Schneeflockenmethode auch beim NaNoWriMo weiterhelfen wird.
Plotten: Hat beim Schreiben nichts mit einem Drucker (Plotter) zu tun! Der Plot ist das Handlungsgerüst eines Romans oder einer Erzählung. und sollte, so wird es normalerweise gelehrt – im Kopf des Autor vorhanden sein (oder – noch besser – schriftlich niedergelegt sein) bevor er den ersten Satz schreibt.

Heldenreise: Die Heldenreise ist sowas wie der Leitfaden des Plots. Sie beginnt damit, dass der Protagonist (Held) aus seinem gewohnten, meistens langweiligen Leben ausbrechen muss, weil er einen “Ruf” erhält. Dem möchte er zunächst nicht unbedingt folgen, weil das mühsam und oder gefährlich ist. Dann trifft er auf einen Helfer (Mentor), der ihn schließlich doch davon überzeugt, dem Ruf zu folgen. Wer “Der Herr der Ringe” kennt, hat jetzt sicher bereits Frodo und Gandalf vor Augen. Der Held macht sich auf den Weg, begegnet den ersten gefährlichen Abenteuern und erkennt, dass es kein Zurück mehr gibt. Oft erkennt er auch, dass er ein gewisses Erbe in sich trägt, dem er nicht entkommen kann. Trifft in HdR zum Beispiel besonders auffällig auf Aragorn zu. Oft begegnet er auch einer Frau, die einen großen Einfluss auf ihn ausübt (vice versa, wenn wir es mit einer Heldin zu tun haben) und seine Reise beeinflusst. Nach der letzten, entscheidenden Prüfung hat er sein Ziel erreicht und ist gereift. Oder er schafft es nicht mehr, in seine alte Welt zurückzukehren. Im Herr der Ringe z.B. Frodos Abgang an den Grauen Anfurten, während Aragorn die Königswürde annimmt. “Der Herr der Ringe” ist ganz sicher auf der typischen Heldenreise aufgebaut. Aber selbst, wenn man mal einen Film wie “Pretty Woman” analysiert, wird man eine ganze Reihe dieser Aspekte wiederfinden.

Schneeflockenmethode: Randy Ingermanson spricht bei seiner Methode deshalb von der Schneeflockenmethode, weil er Goldilocks zeigt, dass man Schritt für Schritt ein einfaches Dreieck in ein Schneeflocken ähnliches Fraktal verwandeln kann, während es praktisch nicht möglich ist, dieses Bild frei aus der Hand zu zeichnen.

(Das Foto, das ich als “Coverfoto” benutzt habe, stammt von  https://unsplash.com/@onelast, wer auch immer sich hinter T.L. verbirgt.)

So viel für heute. Während des NaNoWriMos werde ich mich immer mal wieder melden.

 

NaNoWriMo & Der Zoll

NaNoWriMo & Der Zoll

Inzwischen bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das mit mir und dem NaNoWriMo wirklich etwas wird. Ich beschäftige mich tatsächlich jetzt jeden Tag damit und merke erneut, dass mir das Plotten nicht liegt. Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können, erkläre ich es mal so, wie ich es verstehe: Der Plot einer Geschichte oder eines Romans ist grob gesagt der Handlungsablauf. Man weiß also genau, worüber man schreiben will, bevor man den ersten Buchstaben anschlägt. Und das weiß man deshalb so genau, weil man die Idee bereits von Anfang bis Ende durchdacht hat. Wer anständig plottet, kennt das Ende seiner Geschichte, bevor er den Anfang geschrieben hat. Bei mir hat das bisher noch nie funktioniert. Ich bin eher der “Drauflos-Schreiber”, frei nach dem Motto “Gucken wir mal, was sich ergibt“. Das ist im Grunde mit dem NaNoWriMo nicht vereinbar. Rund 1660 Wörter am Tag zu schreiben, ist vermutlich schon für jemanden viel, der den Plot im Kopf hat. Soll ich deshalb aufgeben, bevor ich angefangen habe? Nein, auf keinen Fall. Aber ich kann mir vorstellen, dass bei mir am Ende etwas völlig anderes herauskommt, als das, was mir gerade noch vorschwebt.

Im Forum der Schule des Schreibens habe ich gerade eine neue Drei-Wort-Kurzgeschichte eingestellt, die dystopische Züge hat. Und alle waren plötzlich der Ansicht, ich solle daraus einen Roman machen. Und – ehrlich – es reizt mich wirklich. An sich wollte ich für den NaNoWriMo etwas völlig anderes schreiben: Eine spannende Rahmenhandlung für mehrere Kurzgeschichten, also sowas wie 1001 Nacht in modern. Doch wer liest heutzutage noch Kurzgeschichten? Und sage ich nicht immer, dass mir Kurzgeschichten auch gar nicht sonderlich liegen? Ich muss meine NaNoWriMo-Planung noch mal überdenken. Die neue DWG gibt es also erst einmal nicht zu lesen. Nur ein Appetithäppchen daraus:

Medita betrachtet die kleine Plastiktüte mit dem Symbol einer Apotheke der alten Zeit mit einem Ausdruck von Angst und Abscheu. Ihre Mutter Charlotte, die sich Zeit ihres Lebens geweigert hatte, den neuen, von der Regierung verordneten Namen zu tragen, hatte sich in die Wälder zurückgezogen, die als fast undurchdringliche Wildnis die Großraumstädte Lutumnas umgaben. Europa war eine längst vergessene Gemeinschaft. Medita erinnerte sich, dass sie die Gesetze der neuen Regierung zum Erhalt der Umwelt und der eigenen Rasse einst begrüßt hatte. Doch irgendwann war Lutumna zu einem großen Gefängnis geworden. Zumindest für die, die sich noch erinnerten. Medita wollte vergessen.

Manchmal fragt man sich ja, wo die Ideen eigentlich herkommen. Mein Unterbewußtsein wurde womöglich von der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood beeinflusst. Ich erinnerte mich an eine Verfilmung ihres Romans “The Handmaid’s Tale”  (deutsch: Der Report der Magd), der mich vor Jahren sehr beeindruckt hat. Es ist eine sehr düstere Dystopie. Auf der anderen Seite gibt es derzeit irgendwo eine Ausschreibung, für die positive Utopien gesucht werden. Das wäre so meine grundlegende Ausgangsidee, eine Dystopie zu schreiben, die am Ende zumindest eine positive Veränderung signalisiert. Ich werde das mal in meinem Herzen Kopf bewegen. Schaun wir mal, was dabei herauskommt.


Dann war da noch die Sache mit dem Zoll. Unglaublich aber wahr: Knapp drei Monate nachdem ich in den USA Autorenexemplare meiner Bücher bestellt hatte, wurde ich letzten Samstag vom Zoll benachrichtigt, dass ich sie dort abholen könne. Das waren die Bücher, die ich für meine Lesung am 29.September gebraucht hätte. CreateSpace hatte mir nach meiner Reklamation dann ja dankenswerterweise innerhalb von zwei Tagen per Luftfracht eine neue Sendung zukommenlassen. Aber wen hatte ich nicht alles kontaktiert, um den Verbleib der Sendung herauszufinden? Himmel und Hölle habe ich in Bewegung versetzt – aber ohne Ergebnis. Nun – am Ende gab es noch nicht einmal etwas zu verzollen *lol*. Auf meine Frage, was denn nun eigentlich passiert war, wurden  auch nur Vermutungen geäußert. Angeblich lag das Paket in der Schweiz. Klingt etwas seltsam, denn meine Adresse einschließlich GERMANY stand dick und fett auf dem Paketaufkleber. Andererseits ist die Schweiz halt nicht EU, sodass die Sache schon irgendwie stimmen könnte. Nun ja, vielleicht gibt es noch eine weitere Lesung, Bücher hätte ich jetzt genug. Ich hatte mir ja als Rückversicherung auch noch einige direkt von Amazon Deutschland kommen lassen. Jedenfalls werde ich den Weg über CreateSpace vermutlich nicht mehr nehmen. Inzwischen kann man die Taschenbücher auch über Amazon Deutschland drucken lassen. Oder ich suche mir für Lesungen und zum Verschenken eine Druckerei, die das – wenn auch ohne ISBN – auch erledigt. Vielleicht sogar besser. Mir gefällt die Qualität der amerikanischen Printausgaben sowie nicht, und dass die Bücher nicht eingeschweißt sind, finde ich auch nicht gut. Plastik ist zwar blöd, aber nützlich.