Mit spitzer Feder

  • Wenn sich dir junge Germanistikstudentinnen auf Facebook als Lektorinnen empfehlen, begeistert erzählen, dass sie nun auch Papyrus Autor benutzen und selbst für 49 Cent Kurzromane als E-Book anbieten, dann schau da mal vorsichtig rein (Blick ins Buch). War der Satz jetzt zu lang und etwa unverständlich? Es geht noch schlimmer. Was ich damit sagen will: Ja, gute Lektoren können ein Buch sicher verbessern, aber Papyrus Autor kann ich selbst. Und zwei Semester Germanistik machen weder eine gute Lektorin noch ein gutes Buch.
  • Lohnt sich Schreiben noch? Wenn man liest, was in einschlägigen Publikationen dazu geschrieben wird, kann einem Angst und Bange werden. Und ich vermute mal, die Horrormeldungen haben ihre Berechtigung. Verlagssuche und die Hoffnung auf einen lukrativen Vertrag kann man als junge (= unbekannte) Autorin eher vergessen. Und auch im Selfpublishing gehen die Margen dank Book-Flatrates ständig nach unten. Es sei denn, man schreibt, was gerade “in” ist, am besten unter Pseudonym deftige Erotik, am zweitbesten blutige Thriller unter 180 Seiten. Das geht immer. Und schwer ist das auch nicht, jedenfalls nicht auf Heftchenniveau. Zwei, drei davon für lau downloaden und lesen, und du hast den Dreh raus. Aber vergiss das Pseudonym nicht. Ich glaub, ich probier das mal (wenn ich Zeit dafür finde.)
  • Welche Voraussetzungen bringt man als junge (= unbekannte) Autorin am besten mit? Gilt ebenso für das männliche Pendant. ER hat es allerdings eventuell leichter.

Erstens: Du hast in einem früheren Berufsleben haufenweise Kohle gemacht, sodass du dich eigentlich auch ganz zur Ruhe setzen könntest.

Zweitens, du musst dich außer ums Schreiben um nichts weiter kümmern. Eine Ehefrau ist da sehr hilfreich.

Drittens, du bist extrem selbstbewusst und hast am besten schon vorab beste Verbindungen zur Presse, zu Verlagen, Grafikern etc. Gut schreiben zu können wird dann eher Nebensache. Ist aber auch nicht verboten.

(Wird fortgesetzt … )