Das passiert mir auch zum ersten Mal. Eigentlich dachte ich, mein neuer Krimi sei rund und fertig. Am Cover habe ich mich auch verkünstelt und das ganze Manuskript neu ausgedruckt. Meine Endkorrekturen mache ich am liebsten auf Papier. Schon als ich mir die Seiten so angeschaut habe, dachte ich plötzlich “Nein, da stimmt was nicht. Das ist viel zu wenig.” Und irgendwann dämmert mir, dass ich noch viel nachzubessern habe. Keine Rechtschreibung und Zeichensetzung, keine Stilverbesserung, sondern tatsächlich an der Story selbst. Da hat sich wohl viel zu viel in meinem Kopf abgespielt, das ich nicht in Worte gefasst habe. Das berühmt-berüchtigte “Show, don’t tell” ist mir verloren gegangen. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Aber es ist passiert. Ein Lektor würde mir sicher sagen, was ich inzwischen selbst weiß: Die Story ist ganz nett, reißt aber niemanden vom Hocker. Die Figuren sind zu flach und überhaupt fehlt es an allen Ecken und Enden. Es menschelt zu wenig, würde ich das nennen.

Eigentlich wollte ich “Tod unter dem Steinkreuz” noch vor Weihnachten veröffentlichen. Ich fürchte, das wird nichts werden. Aber ich werde mich nicht unter Druck setzen. Bisher habe ich seit “Mord in der Schwanheimer Düne” für jeden neuen Krimi ein Jahr gebraucht. Warum sollte es diesmal anders sein? “Die Tote aus der Nidda” ist im Frühjahr erschienen – mein Soll für 2019 eigentlich erfüllt. Also – Zeit nehmen und am Ende etwas veröffentlichen, das meinen eigenen Ansprüchen auch entspricht. Will heißen, einen Krimi, den ich selbst gern lese. Schließlich haben wir November. Den NaNoWriMo nutzen – das ist doch eine gute Idee.