Der Spruch “Sei Pippi nicht Annika” geistert in vielfältiger Form durchs Internet. Natürlich geht es dabei um die wilde Pippi Langstrumpf und ihre Freundin Annika. Auf Anhieb hat der Spruch was, aber ist er wirklich sinnvoll? Zu viel Pippi ist im täglichen Leben auch nicht hilfreich. Deshalb begeistere ich mich im Moment auch für Annika – genauer gesagt für Annika Bühnemann. Mir ist die Schriftstellerkollegin natürlich schon länger bekannt. Hin und wieder habe ich mir einige ihrer Videos angeschaut und auf ihrem Blog gestöbert. Weshalb ich aktuell wieder auf sie gekommen bin, hat etwas mit ihrem neuen Buch zu tun. Frau Bühnemann hat einen Social-Media-Kalender herausgebracht, der ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Bullet Journal hat: 280 Seiten Tipps und Tricks für den Social-Media-Auftritt, speziell für deutschsprachige Roman-Autor_innen.

Nun schreibe ich nach wie vor BuJo/Tagebuch, aber mehr Tagebuch als Organiser. Und das ganze Social Media Ding ist für mich nach wie vor ein Problem. Dabei ist mir längst klar, dass es für eine Selfpublisherin kaum etwas Wichtigeres gibt, als dort präsent zu sein. Und zwar nicht irgendwie sondern zielgerichtet. Solange ich dort vorwiegend dasselbe poste wie im Mainzauberblog – sprich Blumen und Eichhörnchen – erreiche ich kaum die von mir anvisierte Zielgruppe, neue Leser. Social Media ist in erster Linie Marketing. Deshalb frage ich mich auch immer öfter, warum ich auf Facebook, Twitter und Instagram ständig Beiträge von Bloggern finde, die mit Marketing gar nichts am Hut haben. Und wie ich das für mich besser machen kann.

Nachdem ich heute endlich meine Taschenbuchausgabe von “Tod unter dem Steinkreuz” (Affiliatelink zum E-Book!) bei Amazon freigegeben habe, wurde mir wieder bewusst, dass ich eben doch nicht nur für mich schreibe. Ich möchte gelesen werden, Reichweite haben, Rückmeldungen bekommen. Etwas anderes zu behaupten, wäre gelogen. Also will ich mal sehn, was ich von Annika lernen kann. Und orientiere mich trotzdem an Pippi, die unter anderem auch gesagt hat: “Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.”

Ich frage mich, ob ich neben den privaten Accounts auf Facebook und Instagram nicht doch die berufsbezogenen Seiten brauche. Andererseits merke ich schon bei meinem Webseiten, dass Mainzauber nach wie vor mehr Leser hat als dieser Blog. Das sind auch wieder alles so typische Jahresendgedanken. Was soll ich ändern, was macht Sinn oder eben nicht? Ich denke nicht, dass ich mir die Mühe machen würde, ständig irgendwelche Statistiken auszuwerten. Ich habe schon früher nicht verstanden, warum Blogger so scharf auf Statistik waren.

Und der tägliche Rest? Was ist mit meinem Bullet Journal, meiner (Selbst-)Organisation? Ich gebe zu, im jetzt vergangenen Jahr ist da viel zu viel auf der Strecke geblieben. Vielleicht werde ich aber auch einfach nur älter. Vielleicht ist das aber auch nur eine Ausrede. Der Tag hat nach wie vor immer noch vierundzwanzig Stunden. Warum also habe ich das Gefühl, dass mir die Zeit sprichwörtlich unter dem Hintern davonrennt? Ich denke, es wäre zumindest mal ein sinvoller Vorsatz für das Jahr 2020, dass ich mal wieder mehr organisiert bekomme.

Danke an Rich Jones und Unsplash für das Headerbild.