Gelesen, gehört – neue Autorin

Gelesen, gehört – neue Autorin

Nur eine kurze Notiz, auch für mich selbst. Habe Sabine Weiß für mich entdeckt. Eine Autorin, die nicht nur gute Krimis schreibt, sondern auch historische Romane.

Achtung: Affiliate Links zu Amazon!

Gelesen / gehört: Die Perlenfischerin, sehr gut recherchiert. Spielt im 13. Jahrhundert in Norddeutschland (Lüneburg, Bardowick, Lübeck) – kann ich jedem weiterempfehlen, der historische Romane mag, in denen eine starke Frau Protagonistin ist. Gegen Ende hin zwar etwas langatmig, aber dennoch …

Von der selben Autorin: Schwarze Brandung

und Brennende Gischt

Zwei Syltkrimis um die junge Flensburger Kommissarin Liv Lammers. Bisher war ich von den meisten Syltkrimis eher enttäuscht, aber diese überzeugen mit einem guten Spannungsbogen, interessanten Stories und Charakteren. Nichts wird zu früh verraten, Leser und Ermittler haben immer den gleichen Wissenstand – großartig. Nichts finde ich schlimmer als Krimis in denen es heißt: “..aber als sie dann erkannte, mit wem sie es zu tun hatte … ” Cliffhänger, nächste Szene. Oder: “Er konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass sein Leben in wenigen Stunden vorbei sein würde.” Nichts gegen einen allwissenden Erzähler, wenn es gut gemacht ist, aber meistens ist es das nicht. In den Krimis von beiden Krimis von Sabine Weiß ist man immer mitten im Geschehen.

Gestört hat mich beim Hörbuch von “Brennende Gischt” der aufgesetzte dänische Akzent eines Ermittlers. Die Sprecherin an sich gefällt mir gut. Und nachdem Bente im ersten Buch nur sporadisch auftaucht, und man dort den Akzent deshalb gut ertragen kann, blieb ja im zweiten Buch nichts anderes übrig, als den Mann weiterhin mit Akzent sprechen zu lassen. Aber da er nun zu einer Hauptfigur wird, fand ich das etwas nervtötend. Lesen wäre die bessere Alternative gewesen.

Das Beitragsbild “Meer” stammt von mir, die eingefügten Glasperlen aus einem Unsplash-Foto von Artur Łuczka

Hörbuch plus E-Book

Hörbuch plus E-Book

Im Moment höre bzw. lese ich “Die Tote im Käfig” von Robert Dugoni. Es ist das erste Mal, dass ich zusammen mit dem Kindle Unlimited Buch auch das Hörbuch über Audible kostenlos dazubekommen habe. Das ist eine tolle Kombination, da es sich um einen Krimi handelt, der in den USA spielt. Im Hörbuch kann man die korrekte Aussprache von englischen Namen hören, im E-Book sieht man die Schreibweise. Das ist genau das, was ich mir kürzlich bei “Der Apfelbaum” von Christian Berkel gewünscht hätte. Die Verbindung von Amazon und Audible, die ich anfangs eher bedenklich fand, ist für den Leser schon sehr praktisch. Man kann inzwischen auch bei Audible jedes Hörbuch, das nicht gefällt, zurückgeben und bekommt eine Gutschrift. Das ist ein toller Service. Ich habe nun zwei Mal hintereinander Hörbücher zurückgegeben und bekam den Kaufpreis innerhalb von Minuten gutgeschrieben. Wie oft habe ich mich früher über den Kauf von Hörbüchern geärgert, weil mir entweder der Inhalt oder der Sprecher nicht gefallen hat. Wenn das öfter passiert, dann tut ein Kaufpreis von 9,95 Euro (im Abo) schon weh.

Die Krimis von Robert Dugoni finde ich recht gut. Ich habe schon einige gelesen.

Wer im Glashaus sitzt …

Wer im Glashaus sitzt …

(Dieser Text enthält Affiliatelinks zu Amazon)

Den Spruch kennt vermutlich jeder: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Gemeint ist ganz klar, dass man vorsichtig mit Kritik sein sollte, wenn man möglicherweise die gleichen Fehler machen könnte. Man sollte niemandem etwas vorwerfen, was man selber tut. So weit, so gut. Aber wie ist das, wenn man als Schreiberling die Werke anderer beurteilt? Auf Amazon habe ich mich schon sehr zurückgenommen, nachdem mir vor Jahren mal eine erboste Kollegin sogar mit dem Anwalt gedroht hat. Dort bewerte ich nur noch sehr selten und eigentlich nur noch, wenn mir ein Buch wirklich sehr gut gefallen hat. Gerade eben wieder beim neuesten Krimi von Nika Lubitsch “11 Stufen”. Nachdem ich mir in der letzten Zeit jede Menge Schrott auf den Kindle geladen hatte – das passiert leider häufig, wenn man Kindle Unlimited benutzt – war ich nun von “11 Stufen” wirklich begeistert.

Aber ich finde es auch absolut schrecklich, dass man sich im Grunde auf die Bewertungen bei Amazon kaum verlassen kann. Allerdings – jeder hat einen anderen Geschmack. Diese Dauerdiskussion hat mir momentan auch die Teilnahme am Forum der Schule des Schreibens verleidet. Es ist natürlich ein Problem, dass man als Absolvent eines Fernstudiums, das sich mit dem Schreiben beschäftigt, irgendwann einen anderen Blickwinkel auf Bücher bekommt als der “normale” Leser. Und im Forum hat ein Teilnehmer, der schon länger dabei ist, auch wieder einen anderen Blick auf Texte als ein Anfänger. Ich kann es nur schwer in Worte fassen, worum es mir dabei geht. Stil zum Beispiel. Aber was ist Stil? Es gibt Romane, die sind nicht nur inhaltlich sondern auch von der Sprache her einfach mitreißend. Da entstehen sofort Bilder im Kopf, man wird in die Situationen hineingezogen, lebt, liebt und leidet mit den Figuren und möchte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Da wird ein Spannungsbogen erzeugt und bis zum Ende durchgehalten, auch wenn es durchaus sein kann, dass man als Leser ahnt, was passieren wird. Aber eben nur ahnt.

Ein Beispiel: Fackeln im Sturm kennt sicher auch so ziemlich jeder. Ein mitreißender Südstaatenroman, der alles mitbringt, was man sich als Leser nur wünschen kann. Es ist sicher schwer, nach solchen Bestsellern im gleichen Genre etwas anzubieten. Da hilft es eigentlich nur, eine Story zu finden, die ganz neue Aspekte hat. Ich weiß, ich habe inzwischen andere Südstaatenromane gelesen, die das geschafft haben. Titel weiß ich leider nicht mehr. Aber dann kommt so ein Buch daher, bei dem ich nach den ersten Seiten weiß, worauf es hinausläuft. Weiße Frau aus den Nordstaaten kommt auf eine Baumwollplantage in den Süden, ist natürlich selbst gegen die Sklaverei und sieht – hurra! – den schweißglänzenden, muskulösen Rücken eines Schwarzen bei der Arbeit. Na, wie wird das wohl weitergehen? Genau! Die Sprache, in der das Buch geschrieben ist, ist mehr als schlicht, wobei sich gerade die Sklaven merkwürdigerweise ausgesprochen gewählt ausdrücken. Spannung? Null! Alles ist vorhersehbar und zum Gähnen langweilig. Tja – das Buch hat durchweg 5 Sterne bekommen. Da kribbelt es mich doch, meinen Senf dazuzugeben. Aber nein. Was brächte es denn? Denn es muss ja tatsächlich den Geschmack der Leserinnen getroffen haben, die die 5 Sterne vergeben haben. Es werden hoffentlich nicht alles gekaufte oder Gefälligkeitsbewertungen sein.

Das mit den Gefälligkeitsbewertungen ist auch so ein Ding. Und da kommen wir wieder zum Glashaus. Ja, ich bitte meine Leser auch um Rezensionen bei Amazon. Denn das ist wichtig. Vor allem für uns Selfpublisher. Ein Buch ohne jede Bewertung hat keine Chancen. Aber ich will ehrliche Bewertungen. Nur dann kann ich mich verbessern. Zähneknirschend habe ich bei “Mord in Schwanheimer Düne” diese Kritik mit den Rechtschreibfehlern entgegengenommen. Aber sie war okay. Ich hatte und habe nach wie vor Probleme mit der “neuen” Rechtschreibung. Aber es gibt ja Möglichkeiten, das in den Griff zu bekommen. Ideal wären Korrektorat und auch ein Lektorat, das weiß ich. Ist mir aber nach wie vor zu teuer. So viel verdiene ich mit meinen Büchern nicht. Deshalb setze ich auf Schreibprogramme wie Papyrus Autor und den Dudenkorrektor vom neuesten Word. Und da denke ich mir am Ende auch: Wenn der Inhalt stimmt, dann darf mir auch mal ein Rechtschreibfehler durchrutschen. Nicht zu viele, das ist schon richtig. Aber ich stelle den Inhalt und den Schreibstil nach wie vor über die Rechtschreibung. Und was ich manchmal an angeblich korrigierten und lektorierten Büchern lese, das lässt mich oftmals an der Qualität der angeblich professionellen Überarbeiter zweifeln.

Warum ich überhaupt so viele zweifelhafte Romane lese? Man lernt daraus. Viele lese ich quer, viel beende ich nach ein paar Seiten. Das ist der Vorteil von Systemen wie Kindle Unlimited. Ich schicke einfach zurück, kostet ja immer nur meinen monatlichen Abo-Beitrag. Und manchmal findet man eben auch echte Perlen. Fast alle Selfpublisher, die über Amazon publizieren, nehmen an KU teil, die Guten ebenso wie die Schlechten. Man muss halt ein bisschen Glück haben.

So – und nach so viel Theorie sollte ich endlich mal wieder an meinem aktuellen Krimi weiterschreiben. Irgendwie drängt es mich langsam doch wieder dazu.

Für die Erstellung des Beitragsbildes habe ich Fotos der Fotografen Annie Spratt und Benjamin Davies – beide bei Unsplash – benutzt. Vielen Dank dafür.

 

 

Die Sache mit den Eichhörnchen

Die Sache mit den Eichhörnchen

Da hatte ich doch die Idee, meine Freude am Eichhörnchen-Fotografieren mit dem Schreiben zu verbinden und ein Buch über die Eichhörnchen in unserem Garten herauszubringen. Mir war allerdings klar, dass so ein Buch mit Farbfotos nicht billig werden würde. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass es bereits hervorragende Eichhörnchenbücher gibt. Eins davon habe ich mir bei Amazon bestellt und will es kurz vorstellen.

Buchempfehlung (Werbung)

Leben mit Eichhörnchen in der Stadt (Affiliatelink zu Amazon)

Das Buch kam leider mit etwas lädiertem Cover bei mir an – zum ersten Mal, dass ich sowas erlebe – aber ich habe es trotzdem behalten. Die Fotos der Autorin Tine Meier sind atemberaubend, gestochen scharfe Nahaufnahmen. Frau Meier lebt wie ich in Frankfurt. Ich hatte aber den Eindruck, dass sie mehr noch im Innenstadtbereich lebt. Ihre Aufnahmen entstanden hauptsächlich auf ihrer begrünten Dachterrasse und sie erzählt von Hinterhöfen mit Baumbestand. Neben den hervorragenden Bildern bekommt man einiges an fundiertem Wissen über Eichhörnchen vermittelt. Einen Großteil des Textes machen Erlebnisberichte aus und da war ich nicht ganz so begeistert. In meinen Augen werden den Tieren menschliche Aspekte, Mimik und Verhalten unterstellt. Das finde ich nicht gut. Ich kann ein Tier auch nicht ‘zuckersüß’ finden, aber sei’s drum – insgesamt ein toll gemachtes Buch. Und da meine eigenen Fotos nie diese Qualität erreichen werden – ich komme auch nie so nah an unsere Eichhörnchen heran – werde ich wohl doch auf ein eigenes Eichhörnchenbuch verzichten. Wer sich für diese Tiere interessiert, dem kann ich Leben mit Eichhörnchen in der Stadt nur ans Herz legen. Es kostet 19,95 Euro. Für mich ist es sein Geld absolut wert. Die Autorin hat auch einen sehenswerten Instagramaccount (…meiertine).

Ganz sicher werde ich unsere Eichhörnchen in Zukunft noch genauer betrachten, und vielleicht schaffe ich es eines Tages sie ebenfalls auseinanderzuhalten. Ich bin definitiv infiziert. Ist dieses Hörnchen vom 6.Mai ein Weibchen? Ich nenne es mal Whitenose, obwohl die Nase selbst gar nicht weiß ist – egal. Das Tier kommt mir schwanger vor. Vielleicht bilde ich  es mir auch nur ein. Es ist dasselbe Hörnchen, das im Headerbild auf dem Aststummel sitzt. Es hat insgesamt ein etwas dunkleres Fell mit viel Grau auf dem Rücken. Leider habe ich aus dieser Serie kein Bild, auf dem ich erkennen könnte, ob es wirklich ein Weibchen ist.

Wenn ich jetzt nicht aufpasse, wird das hier ein Eichhörnchenblog. Ich habe noch ein Bild vom 6.Mai 2019 und behaupte mal, dass das nächste Eichhörnchen ein Männchen ist und auch anders aussieht. Ich nenne es mal kurzerhand Jack. Was meint ihr?

Nach dem Urlaub

Nach dem Urlaub

Nach dem Urlaub fällt es nicht ganz leicht, wieder in die Schreibroutine zurückzufinden. Der Garten ist in der Zwischenzeit geradezu explodiert, und obwohl das Wetter nicht berauschend ist, zieht es mich eher nach draußen als an den Schreibtisch. Vielleicht habe ich auch deshalb die Startseite überarbeitet und aus der Schreibmaschine sprießt das Grün. Im Urlaub selbst habe ich wieder mit Begeisterung fotografiert. So kommt gerade wieder der Gedanke auf, beides miteinander zu verbinden. Eichhörnchen toben durch den Garten. Da liegt die Idee nah, mal ein Garten-/Eichhörnchenbuch zu schreiben. Zumal das erste Buch, das ich als Kind gelesen habe, tatsächlich von Eichhörnchen handelte. Ich kann mich bis heute gut daran erinnern.

Obwohl ich den nächsten Krimi bereits angefangen habe, juckt es mich schon in den Fingern, etwas ganz anderes zu schreiben. Ideen habe ich viele, die Entscheidung fällt schwer. Die Schule des Schreibens bietet neuerdings Aufbaukurse an, mit denen man einzelne Genres vertiefen kann. Das könnte mich noch mal reizen. Aber auch hier bin ich mir nicht sicher, was ich gerne belegen würde. Bin ich der Typ für Frauenromane? Für Liebesromane? Für Sci-Fi oder Fantasy? Am ehestens noch Historische Romane und ja, vielleicht auch Fantasy. Na, die Studienanmeldung habe ich mir gerade mal ausgedruckt.

Gelesen & Gehört: Krimi & Thriller

Gelesen & Gehört: Krimi & Thriller

Für den Urlaub hatte ich mir erstens bei Audible ein Krimi-Hörbuch geladen als auch einen weiteren Krimi, oder eher Mystery-Thriller,  für meinen Kindlereader. Beide Bücher sind in meinen Augen qualitativ meilenweit von einander entfernt.

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Das Dorf in den roten Wäldern der kanadischen Autorin Louise Penny kann ich auch jedem empfehlen, der eigentlich keine Krimis mag. Aber Achtung, dieses Buch ist bereits 2006 unter dem Titel “Denn alle tragen Schuld” erschienen. Die Geschichte spielt in Québec bzw. dem kleinen Dorf Three Pines, das von mehr als schrulligen Einwohnern besiedelt ist. Es wird zwar ein Mord aufgeklärt, aber das ist fast nebensächlich. Es ist die psychologische und manchmal auch philosophische Beschäftigung mit den vielen verschiedenen Charakteren, die mir so gut gefallen hat. Als Hörbuch ganz exzellent gelesen von Hans-Werner Meyer (Letzte Spur Berlin). Es ist schier unglaublich, wie ein Mann so vielen unterschiedlichen Charakteren die perfekte Stimme verleihen kann.

Eine unbedingte Lese- oder eben auch Hörempfehlung meinerseits.

* * *

Auf dem Kindle gelesen habe ich “Die Tränen der Kinder” von Alex Thomas.  Es ist mehr Mystery-Thriller als Krimi und in meinen Augen nicht besonders überzeugend. Eine amerikanische Agentin (klischeebeladen bis zum Geht-nicht-mehr) wird zur Unterstützung eines vatikanischen Kardinals bzw. der dortigen Polizei nach Italien geschickt. Wie heute oft üblich, werden bewusst blutige, ekelhafte Szenen geschildert, manches wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln doppelt beschrieben, und insgesamt stört mich der in meinen Augen nicht gelungene auktoriale Erzählstil. Der Schurke war mir recht schnell klar und die Auflösung dann doch ziemlich abstrus. Ich glaube mich zu erinnern, dass mich in einem der uralten Angelique – Bände die Geschichte des mittelalterlichen Serienmörders Gilles de Rais mal fasziniert hat, aber hier wirkt das doch sehr weithergeholt.

Keine Leseempfehlung aus meiner Sicht, aber vielleicht einfach Geschmackssache.