Seit Monaten frage ich mich, warum es bei mir aktuell mit dem Schreiben nicht weitergeht. Kann es wirklich daran liegen, dass ich mir Anfang 2020 einmal vorgenommen hatte, mich mit einem Notizbuch in Cafès zu setzen und mich inspirieren zu lassen, von allem, was um rundherum passiert? Und dann kam Corona und nichts war mehr mit „Schreiben in Cafès“. Nebenbei – der Titel ist ein Bestseller der Autorin Nathalie Goldberg, den ich schon vor Jahren gelesen habe. Kann es daran liegen, dass meine heftige Grippe Ende Februar 2020 gar eine Corona-Erkrankung war, nach der ich völlig energielos durchs Jahr getaumelt bin? Heute spricht man viel von Nach-Covid-Symptomen. Da ich ein absoluter Arztpraxenvermeider bin (witzig, wenn man selbst aus dem Berufsstand kommt), weiß ich bis heute nicht, was damals los war. Jedenfalls lässt diese Energielosigkeit erst jetzt nach über einem Jahr allmählich nach und ich bekomme wieder Lust zu schreiben. Völlig nichts habe ich auch nicht gemacht. Meine neu erwachte Leidenschaft fürs Fotografieren ist schon eine feine Sache.

Wie auch immer. Es müsste endlich mal wieder weitergehen mit dem Schreiben. Ideen gibt es, ein angefangenes Krimimanuskript liegt herum, aber plötzlich sind da wieder die Zweifel, ob das, was ich schreibe, überhaupt gut ist – interessant ist. Ob meine eher unprofessionelle Art des Selfpublishing nicht fast schon lächerlich ist, wenn ich lese, wie andere Selfpublisher sich inzwischen vermarkten. Dass man nur schreiben, aber alles andere (Cover, Lektorat, Korrektorat, Vertrieb, Marketing) in die Hände von Profis „out-sourcen“ sollte. Äh – wie jetzt? Ist mein Buch schlechter, weil ich das Cover in Photoshop selbst erstelle, mich beim Buchsatz, Stilanalyse und Dudenkorrektur auf Papyrus Autor verlasse? Es ist wohl mein Dauerthema: Selbstzweifel – ich traue mir selbst zu wenig (zu). Andere machen aus so etwas dann vermutlich einen Ratgeber.

Ich denke, ich sollte einfach mal wieder loslegen. Und das am besten mit der gleichen Zuversicht – „es wird schon schiefgehen“ – wie beim allerersten Buch. Nebenbei kann ich ja mal gucken, ob ich nicht doch von Amazon weggehe, damit meine Bücher auch auf dem Tolino lesbar werden oder sogar im Buchhandel zu bekommen sein werden. Wäre ja schon toll. Was meint ihr?

.