
Kameras & Zubehör
Es ist schon fast peinlich, wie oft ich in den letzten Jahren meine Kameras gewechselt habe. In einem Beitrag auf mainzauber.de habe ich einen Beitrag unter dem Titel: G.A.S. – Und was (hoffentlich) dagegen hilft geschrieben. G.A.S. – Gear Acquisition Syndrome – bedeutet soviel wie “Ausrüstungs-Anhäufungs-Syndrom”.
Inzwischen (Stand März 2025) bin ich aber zu 90% auf die älteren Olympusmodelle umgestiegen. Die restlichen 10 % gehen auf meine Canon EOS R8 mit dem 100-400 mm Objektiv – also meine Eichhörnchen- und Vogel-Kamera – und die Nikon Zfc, die ich wegen des stillgelegten Belichtungskorrekturrades schlecht verkaufen kann. Die Canon als Vollformatkamera ist eine Alternative für schlechte Lichtverhältnisse, mit denen die Olys mit den kleinen Micro four Thirds-Sensoren nicht ganz so gut umgehen können. Außerdem ist die R8 mit Tele im Wintergarten immer zur Hand, wenn draußen etwas passiert.
Warum die alten Olympusmodelle? Ich habe den Eindruck, dass sie qualitativ besser verarbeitet waren als die neuen Modelle von OM-System. Außerdem sind sie gebraucht preiswert zu haben. Natürlich hat das aktuelle Flaggschiff die OM-1 Mark II Dinge an Board, die meine OM-D E-M1 Mark III noch nicht anbieten kann. Aber mir fehlt kaum etwas. Klar – Tieraugen-Autofokus wäre schon chic. Aber es geht auch ohne.
Fangen wir gleich einmal mit der letzten Neuanschaffung an, mit der
Olympus OM‑D E‑M1 Mark III
Die OM-D E-M1 Mark III war neben der wuchtigen Olympus OM-D E-M1X lange Zeit das Flaggschiff der modernen, spiegellosen Olympus Systemkameras, bis Olympus die Kamerasparte an OM-System verkauft hat. OM-System hat in den letzten Jahren zunächst die OM-1 und im letzten Jahr dann die OM-1Mark II auf den Markt gebracht. Etwas kleiner die OM-5 als Neuauflage der E-M5Mark III, ohne Mehrwert, meine ich. Und nun ganz neu die OM-3 im Retrolook, ein bisschen PEN-F und viel von der OM-1 Mark II. Ich finde sie weder so schön wie die PEN-F, noch handlich wie eine OM-5 oder OM-1.
Damit wären wir also bei der Erklärung, warum ich liebend gerne mit den alten Kameras unterwegs bin. Die E-M1M III ist etwas größer und schwerer als die E-M5M III, weshalb ich zunächst etwas gezögert habe. Aber sie hat mehr innere Werte, nicht zuletzt vier anpassbare Speicherplätze auf dem Moduswahlrad – C1-C4 – und vor allem das MyMenü, in dem man sich die wichtigsten Menüpunkte des etwas unübersichtlichen Olympus-Menüs selbst konfigurieren kann. Neben den bei Olympus schon fast selbstverständlichen Features wie Live Composite, Procapture und Fokus Bracketing in der Kameras, gibt es in dieser Kamera auch digitale Live ND-Filter und den Starry Fokus für Astrofotografie. Last but not least den High Resolution Modus.
Olympus OM-D E-M5 Mark III
Die kleinere Version, E-M5 Mark III hatte ich mir gekauft, als meine Canon R8 (Vollformat) ist noch taufrisch war. Die R7 (APS-C) hatte ich wegen des schlechten Rauschverhaltens, ihres Gewichts und einer für mich ausgesprochenen Unhandlichkeit gerade verkauft. Und nun wieder so ein ‚Winzling‘? Ein MFT-Sensor ist nur halb so groß wie der Vollformatsensor. Aber die Kamera selbst ist dafür superklein, superleicht und vom Handling finde ich sie fast perfekt. Alle Knöpfe und Schräubchen sind dort, wo ich sie brauche. Und auch wenn das interne Menü unübersichtlich ist, so hat sie ein geniales Quick-Menü, von dem man auf Knopfdruck alle wichtigen Einstellungen erreicht. Die Oly ist eine Kamera zum Immer-dabei-haben. Über ihre inneren Werte informiert ihr euch bitte auf der Olympus-Seite (heißt jetzt OM-System – egal).
Ich werde diese Kamera neben der größeren E-M1Mark III auf jeden Fall behalten. Manchmal mag ich vielleicht doch nur etwas leichter unterwegs sein. Und beide Kameras sind sogar zusammen noch so leicht, dass man tatsächlich auch mal beide mit unterschiedlichen Objektiven dabeihaben könnte. Die Dritte im Bunde, die PEN-F liegt im Auto. Alle drei Kameras habe ich, soweit das möglich ist, von der Handhabung gleich oder wenigstens ähnlich konfiguriert. Das ist praktisch.
Wer ein absolut atemberaubendes Test-Video zu dieser Kamera sehen möchte, dem empfehle ich diesen Link: https://youtu.be/pJlt128xUPs?si=FDcAJsXhHbPEF9dE
Den Ton könnt ihr gerne wegschalten (ist auf Englisch). Einfach nur das Video wirken lassen

MFT = Micro four thirds hat, wie der Name schon sagt, zudem ein anderes Seitenverhältnis 4 : 3, anstelle von 3 : 2
Ich schneide deshalb meine Fotos meistens auf das übliche 3 : 2 – Format zu.
Kleiner Exkurs zum Thema Sensorgrößen
Weil ich aktuell drei Kameras mit unterschiedlichen Sensoren benutze, hier eine kleine Erklärung dazu. Es gibt gut ein Dutzend Sensorgrößen. Die gängigsten sind
1/2.3″ Sensor
1″ Sensor
Micro-Four-Thirds Sensor oder MFT – meine Olympus OM-D E-M5 Mark III
APS-C Sensor – meine Nikon Zfc – die Abmessungen liegen in etwa bei 24 x 16 mm, doch macht da jeder Hersteller sein eigenes Ding.
Vollformat Sensor – meine Canon EOS R8 – Die Abmessungen liegen bei 36 x 24 mm, Referenz ist der 35-mm-Kleinbildfilm.
1″ Sensoren sind in den besseren Kompaktkameras verbaut. Die meisten Kompakt- und Bridgekameras haben eher den 1/2.3″ Sensor. Darunter liegen dann die Sensorengrößen der Smartphones.
Olympus PEN-F
Zur Olympus E-M5Mark III hatte sich zunächst noch relativ schnell die Olympus PEN-F gesellt. Okay, nicht wirklich schnell. Ich hatte doch etwas gezögert, weil die PEN-F als echte Kult-Kamera trotz ihres Alters nach wie vor nicht unbedingt billig zu haben ist. Nein, ich hätte sie nicht unbedingt haben müssen. Sie fällt mit ihren leicht verrückten Extras eher in die Kategorie „nice to have„. Dazu ist sie ein schickes Teil im Retrolook, ähnlich der Nikon Zfc. Und glücklicherweise in der Bedienung der E-M5MIII sehr ähnlich. Nachteil: Wetterfest ist sie nicht, aber dafür noch ein Stückchen kompakter als die Oly. Und diese Kompaktheit, auch und gerade der Objektive, weiß ich inzwischen wirklich sehr zu schätzen. Es gibt auch auf dem MFT-Sektor größere und in mancherlei Hinsicht noch besser ausgestattete Modelle, aber ich mag gerade das Kleine und Leichte. Eine Besonderheit der PEN-F ist das zusätzliche „Kreativ-Rad“ auf der Kamerafront zum schnellen Zugriff auf vier Funktionen: Artfilter (ART), Color Creator (CRT), Colorfilter (Color) und die Monochrom-Filter (Mono). Eine sehr ausführliche Beschreibung findet ihr auf Digitalkamera.de.
Ich muss zugeben, nach dem Kauf lag sie dann doch eine Weile herum und ich war nahe dran, sie wieder abzustoßen. Erst durch die E-M1 MII habe ich wieder neuen Zugang zu ihr gefunden. Denn auch dieser Winzling hat – anders als die E-M5 MarkIII – vier Speicherplätze auf dem Moduswahlrad. Dort habe ich mir inzwischen einen Schwarz-Weiß-Modus fest eingestellt, einen Szenenmodus, den Video-Clip-Modus und einen Action-Modus. Man kann wirklich so gut wie alles, was sich überhaupt einstellen lässt, auf so einem Custom-Modus Speicherplatz hinterlegen. Insofern ist die kleine PEN-F fast noch praktischer als die M5MarkIII. Fokusstacking kameraintern kann sie allerdings nicht. Aber man kann Bracketing einstellen und die Einzelaufnahmen dann z.B. in Lightroom kombinieren. Dafür dass diese Kamera 2016 auf den Markt kam, ist es enorm, was sie schon alles an Bord hatte.
Canon EOS R8
Die aktuellste Vollformatkamera im unteren Preissegment von Canon ist die ebenfalls recht kleine und leichte EOS R8. Groß und schwer wird sie nur durch die großen (und teuren) Canon RF-Objektive. In dem Moment, indem ich mir diese Kamera zugelegt hatte, war klar, dass ich die R7 verkaufen würde. Diese APS-C-Kamera war zwar mit vielen tollen Features ausgestattet, die sich nun aber auch in der R8 finden. Der relativ alte Sensor der R7 war leider mit 32,5 Megapixeln völlig überfrachtet, was sehr schnell unter ungünstigen Lichtverhältnissen zu verrauschten Fotos geführt hat. Der neuere Vollformatsensor der EOS R8 hat im Vergleich dazu nur 24,2 Megapixel. Die reichen voll und ganz. Vor allem aber liegt mir die R8 viel besser in der Hand. Ähnlich wie bei der Olympus sind für mich alle Rädchen und Knöpfe an der für meine Hände passenden Stelle. Für Tierfotografie bleibt sie meine Nr. 1, auch wenn mir hier der das Teleobjektiv verlängernde Crop-Faktor der R7 fehlt.
Für weiterreichenden Informationen zur Canon EOS R8 bitte auf der Canonseite nachlesen.
Nikon Zfc
Last but not least wäre da noch die Nikon Zfc. Und somit doch noch eine Kamera mit APS-C-Sensor. In diese Kamera war ich beim Erscheinen schockverliebt.
Die Nikon Zfc kam 2021 auf den Markt. Ich habe damals noch mit Sony Kameras fotografiert. Ich mag die vielen analog anmutenden Einstellrädchen und komme damit hervorragend zurecht. Aber zumindest mein Modell hat sich als anfällig erwiesen. Aus unerfindlichen Gründen ist zweimal das Belichtungseinstellrad abgebrochen. Ich habe es schließlich mit Superkleber „repariert“. Damit ist es nicht mehr nutzbar, aber die unterschwelligen Unterstellungen, dass ich die Kamera womöglich nicht pfleglich behandelt hätte, waren mir zu blöd. Da man die Belichtung auch anders korrigieren kann, ist das für mich kein Problem. Verkaufen könnte ich sie guten Gewissens nicht mehr, aber das habe ich auch nicht vor. Ich benutze sie gern mit Festbrennweiten und vor allem mit dem Nikkor 50mm Makroobjektiv. Nur eins steht für mich fest: Nie wieder Nikon kaufen!
Was an der Nikon Zfc fehlte, war der seitliche Handknubbel, was sicher dem Retrodesign geschuldet ist. Dadurch liegt sie eher schlecht in der Hand. Aber dafür gibt es von SmallRig eine wunderbare Lösung, die ich mir sofort bestellt habe. Es ist nicht nur der Handgriff, der das Teil zu etwas Besonderem macht, sondern auch der Schutz, den es zusätzlich bietet. Ich weiß nicht, was sich Nikon bei der mehr als pimpfligen Plastikklappe am Akkufach gedacht hat. Mehr zur Kamera gibt es auf der entsprechenden Seite von Nikon.