Als ich anfangs des Monats im Arboretum unterwegs war, habe ich im Edelkastanienhain gleich an Juttas Projekt Wochenblatt gedacht, dann die Bilder aber auch wieder vergessen. Heute fielen sie mir wieder ein. In diesem Kastanienhain wachsen unterschiedliche Sorten der Edel- oder Esskastanie (Castanea sativa). Normalerweise sieht man nur die mit den ganz normalen grünen Blättern. Im Vordertaunus gibt es einige alte Esskastanienwälder, wo auch nur genau diese Bäume wachsen. Im Arboretum gibt es aber zumindest einen wirklich auffallenden Baum. Er hat grün-weiß panaschierte Blätter, ein bisschen so, wie man das von manchen Hosta kennt (oder von meiner Clematis).
Die Esskastanie wurde zum Baum des Jahres 2018 gewählt. Weil sie sehr anpassungsfähig ist und gut mit Wärme und trockenen Böden zurechtkommt, gilt sie mit Blick auf den Klimawandel seit einiger Zeit als Baum der Zukunft. Es besteht botanisch keine Verwandtschaft mit der uns allen bekannten Rosskastanie. Edelkastanien erreichen in der Regel ein Alter von 500 bis 600 Jahren. In Mitteleuropa werden sie kaum über 200 Jahre alt, in Westeuropa können sie bis 1000 Jahre alt werden. Der größte bekannte Baum ist der sehr dicke Castagno dei Cento Cavalli (Kastanienbaum der hundert Pferde) auf Sizilien, der auf ein Alter von mindestens 2000 Jahren geschätzt wird. Die ersten Esskatanienhaine, die ich bewusst wahrgenommen habe, habe ich vor etlichen Jahren auf Korsika gesehen.
Ich vermute, dass der Baum mit den auffallenden panaschierten Blättern auf eine normale Unterlage gepfropft wurde. Er hatte nämlich auch Zweige mit normalen, einfarbig grünen Blättern. Die Blätter stehen mit ihrem Stiel einzeln am Zweig, während sich die Blätter der Rosskastanie einen Stiel teilen, aus dessen Mittelpunkt sich die fingerförmig gefiederten Blätter verzweigen.
Hier die normalen, grünen Blätter zusammen mit den männlichen Blütenständen, den Kätzchen. Die weiblichen Blüten sind sehr unscheinbar. Hier sieht man sehr deutlich den Unterschied zur Rosskastanie. Die Früchte der Esskastanie sind braune Nüsschen, die von einer stacheligen Hülle umgeben sind. Man nennt die Esskastanien auch Maroni oder in Süddeutschland Kesten oder Keschde.
Galerie Wochenblätter
So, jetzt habe ich mir ein altes Fotoalbum herausgesucht mit den Fotos von Korsika 1991 – du lieber Himmel, waren wir da noch jung. Und im Übrigen schüttet es schon wieder *seufz*.
Liebe Elke, das ist eine interessante Variante, die ich noch nie gesehen habe. Bei uns gedeihen ja die Edelkastanien im Tessin, aber ich habe mir mal eine aus einer Kastanie gezogen. Sie wuchs in immer grösser werdenden Töpfen bis ich sie nicht mehr in den Wintergarten nehmen konnte. Das Aussetzen hat sie dann nicht überlebt, da es bei uns wohl einfach zu kalt ist.
Herzlich, do
Das klappt halt doch nicht immer, trotz Klimawandel. Ich habe ja mit meinem ausgepflanzten Oleander auch Schiffbruch erlitten.
Hallo Elke,
neulich brachten sie einen sehr interessanten Bericht über die Kastanienernte in einem kleinen italischen Dorf, da sie noch alles von Hand machen, sah das sehr müsam aus. Die Blätter sehen ja ganz apart aus,bei uns gibt es diese Kastanien kaum, im Elsass habe ich sie schon öfter gesehen.
Lieber Gruß
Edith
Wundert mich eigentlich, dass es die Edelkastanien bei euch nicht gibt. Hätte ich eigentlich erwartet.
wow
die sieht ja toll aus ..
wirklich der Hosta ähnlich 😉
aber wie lustig
ich habe diese Woche einen kleinen Schößling gesehen
und dachte noch das wäre was fürs Wochenblatt
(so heißt auch unsere Umsonstzeitung 😉 )
ich habe aber kein Bild gemacht
die ersten Bäume habe ich bewußt bei Neustadt gesehen
es gibt aber hier im Wald auch welche
auch dem Friedfof steht ein riesiges Exemplar
und meine Tochter hat eine im Garten.. worüber sie gar nicht glücklich ist 😉
heute bleibt es wohl tocken und ich fahre wieder in den Garten
liebe Grüße
Rosi
Viel Spaß im Garten. Ich war heute Vormittag bei bestem Wetter im Rosarium. Jetzt hat es sich eher wieder zugezogen.
Liebe Elke, bei uns gibt es Wälder voller Edelkastanienbäume und wir gehen im Herbst stets mit Taschen durch den Wald und sammeln die Früchte auf.
Jetzt im Sommer blühen die Bäume und verbreiten einen herrlichen Duft. Die Imker freuen sich über Kastanienblütenhonig, den man direkt vom Erzeuger kaufen kann.
Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin
Magst du die Maroni? Mein Fall sind sie nicht so sehr. Obwohl ich vor Jahrzehnten in Bozen mal welche an einem Maronistand gekauft habe, direkt aus dem Röster. Da fand ich sie wohl ganz lecker, wenn ich mich richtig erinnere. Aber oft werden solche Urlaubsgenüsse auf spezielle Weise im Nachhinein verklärt oder es schmeckt an Ort und Stelle einfach anders.
Ich hab vor Jahrzehnten mit meiner damaligen Klasse bei einem Wettbewerb der Stadt eine solche Esskastanie für den Schulhof gewonnen. Und die musste dann wegen einer Erweiterung des Gebäudes für eine zweite Turnhalle versetzt werden. Und sie hat das tatsächlich überlebt. Es scheint also eine sehr robuste Baumsorte zu sein. Mit den panaschierte Blättern ist sie gar nicht zu erkennen.
Einen schönen Sonntag wünscht dir
Astrid
Das habe ich ja auch noch nicht gehört. Aber das war schon ein ganz besonderer Gewinn. Wie gut, dass der Baum die Maßnahme überlebt hat.
Also so panaschiert habe ich sie auch noch nicht gesehen, liebe Elke. Das sieht natürlich toll aus. Bei uns auf dem Friedhof stehen zwei ganz grüne. Da habe ich sie auch das erste Mal gesehen.
Bei den grünen Blätter kommt die Struktur besonders schön zur Geltung.
Liebe Grüße
Jutta
Ich kenne sonst auch nur die normalen.
Wir hatten heute wieder ein verrücktes Wetter. Nach dem Wolkenbruch gegen 16 Uhr kam anschließend wieder die Sonne zum Vorschein und ich konnte sogar noch was im Garten machen. Allerdings war alles total nass.